Der Titel klingt zunächst unspektakulär, der Tag hatte es aber in sich. Denn Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg stand im Gemeindehaus vor der Kamera, umringt von Schauspielern und Technik, um vier Jugendliche für ihren Mut auszuzeichnen. Die Szene gehört zu einem in Deutschland einmaligen Projekt, in dem Jugendliche aus Oberfranken vor und hinter der Kamera mit einigen Profis und vielen Prominenten eine Film drehen, der 2011 in den Kinos anlaufen soll. Initialisiert wurde das Ganze von Schauspieler und Regisseur Michael von Hohenberg, der den Jugendlichen die Möglichkeit geben möchte, die verschiedenen Berufe der Filmbranche einmal ohne wirklichen Berufsdruck auszuprobieren.

Auch Minister Guttenberg übernahm gerne eine kleine Rolle, um dem Projekt unter die Arme zu greifen. Neben Tatortkommissar Miroslav Nemec, Christian Storm, Giovanni Arvaneh und Monika Ivancan war er der prominenteste Darsteller. Die 35 Jugendlichen am Set waren schon ein wenig aufgeregt, denn es musste in der kurzen Zeit, die Guttenberg zur Verfügung stand, alles perfekt klappen.


"Der ist ja voll nett"


Als der Minister ankam, war unter den jungen Leuten Gemurmel zu hören. Sätze wie "Der ist ja voll nett" und "Boah, ist der cool" machten die Runde.

Schnell zeigte sich, dass Guttenberg eine perfekte Wahl für diese Rolle war. Textsicher und mit der nötigen Ernsthaftigkeit spielte er seinen Part, die vier Hauptdarsteller waren sich einig, dass der Minister auch als Schauspieler seine "Brötchen" verdienen könnte. Als die Szene im Kasten war, bedankte er sich bei allen für den "besonderen und sehr angenehmen kurzen Ausstieg aus dem politischen Alltag". Er freue sich, in einer winzigen Nebenrolle Teil des Ganzen zu sein, und es zeige vielleicht auch, dass er sich wohl von der Jugend noch nicht so weit wegbewegt habe.

Regisseur Michael von Hohenberg wollte wissen, ob es für ihn eine kleine Herausforderung gewesen sei, was der Minister bejahte. Es sei ein anderes Arbeiten nötig als sonst für politische Reden.

Dann war alles so schnell vorbei, wie es begonnen hatte, der Verteidigungsminister kehrte in den Alltag zurück. Zurück blieben glückliche Jugendliche, die in der Schule viel zu erzählen haben werden. Der Regisseur zog ein positives Fazit. "Alles perfekt gelaufen". Für Guttenberg hatte er uneingeschränktes Lob übrig. "Dass sich ein so viel beschäftigter Mann noch Zeit für ein Ferienprojekt in seiner Heimat nimmt, zeigt wirkliche Größe.


"Schon ein wenig aufgeregt"


Auf die Frage, wie er als Schauspieler war, antwortete Hohenberg: "Ich hatte schon den Eindruck, dass er zumindest ein klein wenig aufgeregt war, denn nach dem ersten Take wirkte er entspannter."

Für Guttenberg selbst war der Unterschied zwischen Politik und Schauspiel klar. "Er sollte größer sein, als gelegentlich angenommen wird. Wenn Politik in Schauspielerei mündet, ist sie nicht mehr authentisch." Nach dieser Feststellung folgte ein lautes "Drehschluss".