Laden...
Kulmbach
Gericht

Metzgerei Weiß fordert Millionenbetrag

Die Kulmbacher Bank soll Metzgermeister Thomas Weiß Schadenersatz zahlen.
Artikel drucken Artikel einbetten
In der einstigen Firmenzentrale der Metzgerei Weiß in der E.-C.-Baumann-Straße wird nicht mehr gearbeitet. Der Insolvenzverwalter hat die Produktion eingestellt. Foto: Archiv
In der einstigen Firmenzentrale der Metzgerei Weiß in der E.-C.-Baumann-Straße wird nicht mehr gearbeitet. Der Insolvenzverwalter hat die Produktion eingestellt. Foto: Archiv
Seit gegen die Metzgerei Weiß ein Insolvenzverfahren eingeleitet worden ist, kommt die Firma nicht mehr aus den Schlagzeilen heraus. Der einstige Chef Thomas Weiß (49) kämpft ums Überleben des Unternehmens. Die Lage ist einigermaßen verworren. Es gibt mehrere Gerichtsverfahren und jede Menge Beteiligte. Als seinen Hauptgegner sieht Weiß offenbar die Kulmbacher Bank, die im März den Insolvenzantrag gestellt hat. "Wir mussten juristische Schritte einleiten", betont Bank-Vorstand Dieter Bordihn. "Wir haben uns nichts vorzuwerfen."

Nun haben sich die Kontrahenten vor der 4. Zivilkammer des Landgerichts Bayreuth getroffen. "Das Verfahren hat aber nichts mit der Insolvenz zu tun", erklärt Gerichtssprecher Thomas Goger. Thomas Weiß, der für eine Stellung nahme nicht zu erreichen war, klagt gegen die Kulmbacher Bank, von der er 1,5 Millionen Euro Schadenersatz fordert.
Er behauptet, das Geldinstitut habe ihn durch Kreditgeschäfte sittenwidrig geschädigt. Außerdem, so Goger, will Weiß erreichen, dass die von der Kulmbacher Bank betriebene Zwangsvollstreckung des Firmengrundstücks in der E.-C.-Baumann-Straße für unzulässig erklärt wird.

In der Verhandlung gestern ist laut Goger vorgetragen worden, dass Weiß für das Firmengelände einen Investor in Aussicht habe. Deshalb sei ein Gutachten über den Wert des Grundstücks in Auftrag gegeben worden. Vorsitzender Richter Peter Tettmann habe mit den Parteien vereinbart, so der Gerichtssprecher, "dass sie sich an einen Tisch setzen und versuchen, wenn das Gutachten über den Grundstückswert vorliegt, die Kuh vom Eis zu kriegen". Dafür hätten sie bis 20. September Zeit. Andernfalls werde das Gericht entscheiden, wie's weitergeht.

"Nicht aus Spaß gemacht"

Zwar nicht zu dem schwebenden Verfahren, aber zu Vorwürfen, die Thomas Weiß gegen die Kulmbacher Bank erhebt, äußert sich der Bank-Vorstand. Er stellt fest, dass es bis Jahresanfang zwischen Weiß und der Bank keinen Rechtsstreit gegeben habe. "Den Insolvenzantrag mussten wir stellen, weil wir nach rechtlicher Prüfung zu der Überzeugung gelangt sind, dass es keinen anderen Weg gibt", erklärt Bordihn, "wir machen so was ja nicht aus Spaß."

Über den Insolvenzantrag aber entscheide nicht die Bank, sondern das Gericht. "Und der Richter nimmt immer Rücksprache mit dem Schuldner", so der Bank-Vorstand. Erst dann werde ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt, der sich den Betrieb anschaut. Aufgrund dessen Gutachten sei hier das Insolvenzverfahren eröffnet worden. "Wir haben gesetzliche Pflichten und müssen Maßnahmen ergreifen, um Schaden von der Bank abzuwenden. Wenn ich das nicht tue, stehe ich persönlich in der Haftung", sagt Bor dihn. Über Zahlen zu den offenen Forderungen seines Hauses spricht er nicht.

Forderungen nicht angezweifelt

Bordihn wundert sich allerdings, dass das Insolvenzgericht laut Weiß Forderungen der Kulmbacher Bank gegen ihn - angeblich 1,8 Millionen Euro - als zweifelhaft angesehen habe. Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags habe der Richter nichts angezweifelt, so der Bank-Vorstand: "Das ist definitiv falsch." Bordihn vermutet, dass der Gegenseite diese Idee offenbar während des laufenden Insolvenzverfahrens gekommen ist.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren