Thurnau
Besuch

Melanie Huml besucht Haus Immanuel in Hutschdorf

Gesundheitsministerin Melanie Huml hat am Samstag Haus Immanuel in Hutschdorf besucht. In der Fachklinik werden suchtkranke Frauen behandelt.
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Die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml hat auf Einladung von Martin Bernreuther und der Thurnauer CSU die Fachklinik Haus Immanuel in Hutschdorf besucht. Klinikleiter Gotthard Lehner hat ihr die Einrichtung mit Spielplatz und Kinderhaus gezeigt. Foto: Katharina Müller-Sanke
Die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml hat auf Einladung von Martin Bernreuther und der Thurnauer CSU die Fachklinik Haus Immanuel in Hutschdorf besucht. Klinikleiter Gotthard Lehner hat ihr die Einrichtung mit Spielplatz und Kinderhaus gezeigt. Foto: Katharina Müller-Sanke
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Es war schon das dritte Mal, dass Melanie Huml (CSU), mittlerweile Bayerische Gesundheitsministerin, die Fachklinik Haus Immanuel in Hutschdorf besucht hat. Am Samstag hat sie sich bei einer Privatführung ein Bild von den neuesten Entwicklungen gemacht und sich die aktuellen Problemstellungen des Hauses von Klinikleiter Gotthard Lehner erklären lassen. "Das Konzept, dass die Kinder der Patientinnen einen eigenen Schwerpunkt der Arbeit bilden, finde ich toll. Deshalb interessiert mich der Fortgang des Hauses besonders", sagt die Ministerin.

In der Fachklinik werden suchtkranke Frauen behandelt. Als eine der ganz wenigen Kliniken dieser Art können hier auch Kinder zur Therapie mitgebracht werden. "Die Frauen sind rund 15 Wochen bei uns", erklärt Klinikleiter Gotthard Lehner, "sie sollen hier nicht nur vom Alkohol wegkommen, sondern auch in ihrem Alltag wieder Fuß fassen können. Dazu gehört auch, dass sie den geregelten Umgang mit ihren Kindern neu erlernen."

Lehner bemängelte in diesem Zusammenhang, dass für die Therapie der Kinder keine eigenen Mittel zur Verfügung gestellt werden. "Die Pflegekassen zahlen nur die Unterkunftspauschale", betont Lehner. Dabei hat die Klinik ein eigenes Kinderhaus geschaffen, eine Tageseinrichtung in der die Kinder nicht nur neun Stunden am Tag professionell betreut werden, sondern in der auch eine Kinder- und Jugendtherapeutin mit den Kleinen arbeiten kann. "Nicht nur die Frauen sind betroffen, sondern auch die Kinder", so Lehner "auch sie brauchen Therapie, damit aus ihnen nicht unsere Patienten von morgen werden."

Das Kinderhaus ist rein durch Spenden aufgebaut worden, genauso wie auch der Spielplatz und der Fußballplatz, der erst im vergangenen Sommer eingeweiht worden ist. "Vor allem für unsere Jungs ist das eine tolle Sache", schwärmt Lehner. "Die bringen auch oft die Kinder aus dem Dorf mit - so funktioniert gute Integration!"

Insgesamt vier Millionen Euro Spenden sind in den letzten Jahren in Hutschdorf verbaut worden. Ohne dieses Geld wäre selbst die Grundausstattung für die Kinder kaum möglich gewesen. Dabei sind sich alle einig, wie wichtig die Einbeziehung der Kinder in die Therapie ist. "Ein erwachsener Mensch kann tun was er will. Er kann trinken oder nicht. Ein Kind hat keine Wahl, ob seine Mutter abhängig ist oder nicht. Es kann auch nicht gehen, so wie ein Partner", betont Lehner.

Doch die Ministerin muss eigentlich nicht mehr überzeugt werden: "Ich finde dieses Konzept großartig" sagt Huml. Und es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Gesundheitsministerin Hutschdorf besucht. "Wir müssen auf lange Sicht die Klinik vergrößern um wirtschaftlich arbeiten zu können", so Lehner und es steht auch das eine oder andere Großprojekt an, bei dem die Unterstützung des Freistaates und erneut vieler Spender gefragt ist, denn eines steht auch fest, betont der Klinikleiter immer wieder: Mit den Beiträgen der Pflegekasse allein sind die Aufgaben nicht zu schultern.




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