Wäre er nicht schwindelfrei, könnte er diese Arbeiten nicht ausführen. "Man muss aber auch einen gewissen Respekt vor der Höhe haben, wenngleich 50 Meter eigentlich ein Kinderspiel sind", sagt Ronny Weber. Das Außenthermometer zeigt 27 Grad, und der Facharbeiter muss über 180 Tritte auf dem Antennenmast emporklettern, um seine Aufgabe erledigen zu können - eine schweißtreibende Angelegenheit.
Die Aufgabe lautet: Umsetzung des Projekts Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in der Bundesrepublik Deutschland. Der genau 48 hohe Mast ragt, überall sichtbar, wie auf einer Abschussrampe, auf der Anhöhe des nahe der Bundesautobahn 9 gelegenen Grundstücks mit der Flurnummer 1157 (Christophsbühl) weit über das Gotteshaus hinaus. Ferner wird ein begehbarer Container mit Holzverkleidung und Satteldach errichtet.
Laut Bauzeitplan sollen die Arbeiten bis zum 15. Mai abgeschlossen sein. Bei der Aufstellung des Mastes musste Ronny Weber noch bangen angesichts des drohenden Unwetters. "Hoffentlich zieht das Gewitter vorbei und macht uns keinen Strich durch die Rechnung, damit wir weiterarbeiten können", hatte er gedacht - und Glück gehabt. Als Routine darf der Facharbeiter seinen Beruf niemals ansehen. "Beim kleinsten Fehltritt würde ich erst einmal in der Luft baumeln", schildert er und erinnert sich, dass er auch schon einmal vergessen habe, ein Werkzeug oder Schrauben im Eimer mit hochzunehmen. "Dann heißt es: wieder zurück und neu aufsteigen. Das ist natürlich bitter."
Diesmal hat Ronny Weber nichts vergessen. Auch die Bohrungen haben gepasst, so dass die Arbeiten bislang reibungslos ausgeführt werden konnten.
Was sagen die Gemeinderäte über die Aktion? "Wenn der Bürger etwas von Funk hört, löst das bei ihm kein Wohlbefinden aus", so CSU-Fraktionssprecher Marc Benker, der Verständnis für die Sorgen hat. Jedoch diene die Errichtung des Digitalfunks dem Schutz der Bevölkerung.
Nikolaus Ott (SPD) sieht die Gemeinde in einer gewissen Zwickmühle. Wir haben auf Grund der gesetzlichen Vorgaben keine Eingriffsmöglichkeit. Andererseits dient der Digitalfunk dem Rettungswesen."
Für Brigitte Müller ist es ein kleiner Trost, dass der Funkmast außerhalb der Ortschaft gebaut wird. "Hoffentlich schadet er der Gesundheit der Menschen nicht", sagt sie.