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Maikundgebung in Kulmbach: Aures fordert gerechtere Arbeitswelt

Die SPD-Landtagsvizepräsidentin hielt das Hauptreferat bei der Kundgebung im Mönchshofsaal: "Arbeit ist mehr als Broterwerb."
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Farblich perfekt abgestimmt: DGB-Ortskartellvorsitzender Detlef Ramming dankt Landtagsvizepräsidentin Inge Aures für ihre Rede bei der Kulmbacher Maifeier. Foto: Sonny Adam
Farblich perfekt abgestimmt: DGB-Ortskartellvorsitzender Detlef Ramming dankt Landtagsvizepräsidentin Inge Aures für ihre Rede bei der Kulmbacher Maifeier. Foto: Sonny Adam
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Den Kontakt zu den Gewerkschaften hat die frühere Oberbürgermeisterin und heutige Landtagsvizepräsidentin Inge Aures nie verloren. "Ich bin seit fast vierzig Jahren in der Gewerkschaft. Ich finde es eine Supersache, dass der DGB jedes Jahr am 1. Mai zu seiner Kundgebung aufruft", so die SPD-Politikerin, die heuer als Hauptrednerin zum Jahresmotto "Wir sind viele, wir sind eins!" eine Menge zu sagen hatte.


Gegen die Antidemokraten

Sie freute sich, im Mönchshofsaal vor einem vollen Haus sprechen zu dürfen, und stellte fest: "Wir kämpfen dafür, dass unser Land gerechter wird und zusammenhält. Wir schauen nicht zu, wie sich Antidemokraten in unserem Land weiter breitmachen!" Der Beifall zeigt, dass die SPD-Abgeordnete damit den Kulmbacher Gewerkschaftsmitgliedern aus der Seele gesprochen hatte.

Vor allem ging es am 1. Mai um den Wert der Arbeit, die den Menschen Würde gibt. "Die Arbeit ist die Grundlage unseres Wohlstandes, nicht die Zockerei auf den Finanzmärkten. Arbeit ist für die Menschen Voraussetzung für Teilhabe, Selbstbestimmung und Anerkennung", sagte Aures, "Arbeit ist mehr als Broterwerb."

Die Rednerin zog aus der Sicht der Großen Koalition Bilanz und sagte: "Wir haben die Rente mit 63 für langjährige Beschäftigte eingeführt, das Bafög erhöht und die Kitas ausgebaut. Und wir haben im März endlich ein Gesetz beschlossen, um die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen zu verringern."


Mindestlohn muss steigen

Trotzdem, so Aures, seien weitere Verbesserungen nötig. Die Arbeitswelt in Deutschland müsse noch gerechter werden. Unter anderem forderte sie, dass der Mindestlohn steigen muss. Ferner gehe es darum, dass Arbeitslose ein Recht auf Qualifizierung bekommen, dass es von der Teilzeit ein Rückkehrrecht in die Vollzeitbeschäftigung gibt und dass grundlose Befristungen abgeschafft werden. Wichtig war ihr die Anerkennung von Familienzeit und Pflegezeit und die Einführung einer Solidarrente, die allen, die über 30 Jahre berufstätig waren, im Alter ein gesichertes Auskommen ermöglicht.

Außerdem trat die SPD-Politikerin für eine Begrenzung der Managergehälter ein. "Klar, diese Leute leisten viel und tragen oft eine große Verantwortung. Aber es kann nicht sein, dass Konzernchefs in Deutschland fünfzig- oder hundertmal mehr verdienen als ihre Angestellten. Wir brauchen eine gesetzliche Regelung, die Gehaltsexzessen in den Vorstandsetagen der Dax-Konzerne einen Riegel vorschiebt."


VGN: Bayern soll bezahlen

Aus Sicht der Region forderte sie die Staatsregierung auf, den Beitritt des Landkreises Kulmbach zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) zu fördern. Bayern solle die Beitrittskosten von über einer Million Euro übernehmen, "weil der Kreis dieses Geld nicht hat".

Aures appellierte an alle Gewerkschafter, sich für ein starkes Deutschland und für ein funktionierendes Europa einzusetzen: "Europapolitik ist deutsche Innenpolitik, und deutsche Innenpolitik wirkt in Europa. Es muss Schluss damit sein, Europa schlechtzureden", mahnte sie.

Auch der DGB-Ortskartellvorsitzende Detlef Ramming sprach sich vehement gegen Leiharbeit und für eine Verbesserung des Mindestlohnes aus. "Zeitverträge und Leiharbeit verunsichern die Menschen, verhindern Familienplanung. Lasst uns diskutieren und intelligent wählen", sagte er.


OB: Stadt und Klinikum tariftreu

Im Beisein von Landrat Klaus Peter Söllner und mehrerer Stadträte hob Oberbürgermeister Henry Schramm die Tariftreue der Stadt Kulmbach und des Klinikums hervor. "Die Stadt Kulmbach hat die neue Entgeltordnung bereits umgesetzt. Und solange wir etwas am Klinikum zu sagen haben, wird es keine Beschäftigungsgesellschaften geben", so Schramm.

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