Ludwigschorgast

Ludwigschorgaster Musiker begeistern

Ostern ist reich an Geschenken. Aber es gibt zu den Feiertagen auch immer eine besondere Überraschung, die sich im gleißenden Scheinwerferlicht oben auf der Bühne präsentiert: das Osterkonzert des Musikvereins Ludwigschorgast.
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Die Schorgasttaler sind immer für Überraschungen gut. Foto: Horst Wunner
Die Schorgasttaler sind immer für Überraschungen gut. Foto: Horst Wunner
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Diesmal sorgte man mit der Dorfmusik Rugendorf in der Steinachtalhalle vor mehr als 300 Besuchern für einen mitreißenden und auf gutem Niveau stehenden Ostersonntagabend.

Die Blasmusik lebte im wahrsten Sinne des Wortes, zwei in diesem Genre vorne positionierte Klangkörper im Landkreis zeigten sich von ihrer musikalisch schönsten Seite. Die Zuhörer staunten ob dieser Spiellust, wollten mit dem Beifall nicht mehr aufhören.

In einer bunten Mischung aus leichter Unterhaltung und klassischen Elementen wussten die Interpreten in knapp drei Stunden jene heitere Note und Unbeschwertheit gepaart mit handwerklicher Güte zu vermitteln. Die Rugendorfer unter der Leitung von Volker Pöhlmann und mit einem "swingenden Bürgermeister" Ralf Holzmann am Tenorbass bevorzugten die kräftigen Einsätze, Blasmusik in seiner Urform und voller Schwung.
Wagten sich aber genau so an leicht Verjazztes, ein Posaunistenquartett ließ solistisches Können erkennen.

Und Udo Jürgens hätte an der Interpretation eines Medleys seiner bekanntesten Melodien seine Freude gehabt, so raffiniert, eloquent und ausgewogen machte das die Dorfmusik. Marco Guldner und Daniel Seidel an der Trompete erwiesen sich im Solo-Stück "Zwei lustige Musikanten" als Könner.

Man nennt sie die "Jungen Wilden", gemeint ist der Nachwuchs des Ludwigschor gaster Musikvereins. Claudia Goller am Dirigentenstab führte die Jugend zu einem respektablem Auftritt, selbst anspruchsvollere Titel wurden gekonnt gelöst, in der SMS-Polka kam, bis auf kleine Ausnahmen, die Geschlossenheit besonders gut zum Ausdruck.

Ihre Vorbilder, das große Blasorchester aus Ludwigschorgast, setzten danach die unüberhörbaren Glanzlichter des Abends, fein dosiert, alle Facetten der Tonlagen und musikalischen Empfindungen auslotend. Unter dem professionellen Dirigat des Rainer Streit, der ebenso als Bill Ramsey-Gesangsinterpret brillierte, wusste man sowohl in Big-Band-Manier als auch sinfonisch zu überzeugen.

In dezenter Harmonie der Konzertmarsch "Die Sonne geht auf", wo Variabilität gefragt waren und die Querflöten exzellent sich einwoben; grandios interpretiert das nordische Drama "Fate of the gods".

Für Minuten verwandelte das Orchester die Steinachtalhalle in eine reine Konzerthalle und setzte neue Maßstäbe mit einem musikalischen Sprung nach oben. Präzision und Tonfülle waren perfekt, die Soli glitzerten wie Diamanten, Marco Heuschmann am Bariton-Saxophon und Rüdiger Arlt an der Oboe verinnerlichten bewegende Momente.

Die weitere Überraschung des Abends: Der 15-jährige Moritz Pöhlmann als bereits versierter Bursche an der Tuba, die Töne aus der Tiefe holend, der Posaunist Herrmann Weiß verbreitete seidenen Glanz. Und dann noch die Trompeter Marco Strobel und Thomas Neidlein als fast echte Machiaris, mexikanisches Ambiente verbreitend. Im Bademantel versuchte sich Alexander Dippold als Udo Jürgens, ein Mambo-Medley rundete den Abend ab, beschwingt durch den Marsch "Im Glanz der Sterne" gingen die Besucher hinaus in die sternenklare Nacht.
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