Kulmbach
Auftritt

Ljubka Biagioni und ihre Sofia Symphonics begeistern Kulmbach

Dirigentin Ljubka Biagioni und ihre Sofia Symphonics stimmten in der ausverkauften Dr.-Stammberger-Halle auf Weihnachten ein.
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Ljubka Biagioni leitete die Sofia Symphonics beim eindrucksvollen Weihnachtskonzert in der ausverkauften Dr.-Stammberger-Halle. Fotos: Stephan Herbert Fuchs
Ljubka Biagioni leitete die Sofia Symphonics beim eindrucksvollen Weihnachtskonzert in der ausverkauften Dr.-Stammberger-Halle. Fotos: Stephan Herbert Fuchs
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Vertrautes und nicht so bekanntes Weihnachtsrepertoire in prächtigen Arrangements, wunderbar gespielt und eindrucksvoll wiedergegeben: Das ist die "Magie von Weihnachten". Chor und Orchester der Sofia Symphonics unter der Leitung von Ljubka Biagioni zu Guttenberg sind die Überbringer dieser frohen Botschaft am Samstagabend in der Dr.-Stammberger-Halle.

Einmal mehr ist es ein hochkarätiges wie stimmungsvolles Konzert mit einem populären Programm, das die perfekte Einstimmung auf das Weihnachtsfest ist und sich völlig zu Recht mit dem Prädikat "Die Magie von Weihnachten" schmücken durfte. Auch diesmal spannt das Programm einen Bogen von klassischen Weihnachtsliedern wie "In dulci jubilo" über festliche Klassik, mit Ausschnitten aus Tschaikowskys Nußknacker-Suite bis zu amerikanischen Christmas-Songs wie "White Christmas" oder "Rudolph the red nosed reindeer".

Höhepunkte des Abends sind klassische Acapella-Sätze, zum Beispiel Max Regers "Schlaf wohl du Himmelsknabe du", aber auch die raffinierte Orchester- und Chor-Arrangements, etwa von "The first noel" oder von "Stille Nacht, heilige Nacht". Wie bei festlicher Weihnachtsmusik dieser Art üblich, darf es gerne mal auch ein wenig kitschig sein: Da tragen die Arrangements schon mal dick auf, klingen manchmal mehr amerikanisch als europäisch und der Klangkörper musiziert mit großer Spielfreude glamourös im Breitwandformat.

Als nicht angekündigten Überraschungsgast hatte die Dirigentin den bulgarischen Jazz- und Popsänger Vassil Petrov mitgebracht, der in bester Frank-Sinatra-Manier und mit prägnanter sonorer Stimme einige Weihnachtslieder zum Besten gibt. Vassil Petrov ist in seiner Heimat ein echter Star und sorgte auch schon weit darüber hinaus mit seinen Sinatra-Shows für Aufsehen. Petrov, der mit Mikrofon singt und aus dem Publikum heraus auftritt, klingt wie Frank Sinatra und hat eine unglaubliche Bühnenpräsenz.

Natürlich ist das Niveau des Orchesters durchgehend hoch, technisch gibt es keinerlei Mängel und Ljubka Biagioni hat das alles frisch und zupackend im Griff. Gerne zielt sie auch mal auf den einen oder anderen Effekt ab, aber genau das ist es ja auch, was man bei einem solchen Konzert mit einem derart populären Programm erwartet. Das Orchester musiziert trotzdem mit größter Sorgfalt und Differenziertheit und stets wohltuend geschmackvoll.


Wunderbares Piano

Das gleiche gilt für den Chor, der vor allem durch ein wunderbares Piano und einer besonderen Textverständlichkeit auffällt. Etwa in der Acapella-Version von "Maria durch ein Dornwald ging" fällt nicht nur das Piano so positiv auf, sondern auch das wunderbar austarierte Gleichgewicht der Männer- und Frauenstimmen. Musikalisch besonders bemerkenswert wird es immer dann, wenn Chor und Orchester im Wechselspiel musizieren und dabei zu enormen Klangsteigerungen fähig sein, die bei vielen Zuhörern nicht nur für Staunen sorgen, sondern ein Gänsehaut-Gefühl auslösen.

Moderiert wird der Abend von der Dirigentin mit Wahlheimat Kulmbacher Land, die mit ihrem Charme und ihrer Herzlichkeit die Zuhörer verzaubert. "Kulmbach ist meine musikalische Heimat", sagt sie. Zwei Mal wird sie auch zur Rezitatorin, einmal mit Hermann Hesses "Weihnachtsabend", später mit "Fern im Osten wird es helle" des frühromantischen Schriftstellers Novalis. Ein Novum sorgte schon vor dem Konzert für Aufmerksamkeit: eine Bläsergruppe aus dem Orchester spielte im Foyer einige festliche Bläsersätze und stimmte die Besucher auf den Abend ein.

Am Ende gibt es einen nicht enden wollenden Beifall, Standing Ovations und Worte des Dankes von Oberbürgermeister Henry Schramm, die lediglich durch einen Zwischenruf ("Sie verderben die Weihnachtsstimmung") unterbrochen werden. Das Stadtoberhaupt spricht von einem wunderbaren Abend und von einer großen Fangemeinde, die Ljubka Biagioni zu Guttenberg mittlerweile in Kulmbach gewonnen hat. Die Musik habe an diesem Abend die Herzen der Menschen nicht nur erreicht, sondern auch verzaubert.
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