Kupferberg
Schallmessung

Kupferberger Nachbarschaftsstreit: Lärmgutachten in Arbeit

In der St.-Veit-Straße herrscht seit der Bürgermeisterwahl vor zwei Monaten Waffenstillstand - aber entschieden ist noch nichts.
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Lärmgutachten: Im Wohnhaus von Bürgermeister Alfred Kolenda in der St.-Veit-Straße (rechts) ist der ankommende Schall gemessen worden; links das Betriebsgebäude der Bäckerei Dumler, das mitten im Wohngebiet liegt. Foto: Stephan Tiroch
Lärmgutachten: Im Wohnhaus von Bürgermeister Alfred Kolenda in der St.-Veit-Straße (rechts) ist der ankommende Schall gemessen worden; links das Betriebsgebäude der Bäckerei Dumler, das mitten im Wohngebiet liegt. Foto: Stephan Tiroch
Im Kupferberger Nachbarschaftsstreit ist derzeit Ruhe eingekehrt: In der St.-Veit-Straße herrscht seit der Bürgermeisterwahl vor zwei Monaten offenbar Waffenstillstand. Von den beteiligten Parteien hört man nichts.

Der neue Bürgermeister Alfred Kolenda (UKW), der sich durch den von der Bäckerei neben seinem Wohnhaus ausgehenden nächtlichen Lärm gestört fühlt, hat sich in der Öffentlichkeit ohnehin zurückgehalten. Auch von Bäckermeister Fritz Dumler und seinem Intimus Sascha Opel - der Ex-Kupferberger hat die Streitigkeiten auf seiner Facebook-Seite im Internet angeheizt und eine Kampagne gegen Kolenda losgetreten - gibt es aktuell keinerlei Äußerungen.


Verdeckte Messung

Allerdings - entschieden ist noch nichts. Um der Lösung näherzukommen, ist am Samstag eine verdeckte Schallmessung durchgeführt worden. Die Ingenieure haben ihre Messgeräte im Wohnhaus des Bürgermeisters aufgebaut. Darüber hat man die Mitarbeiter der Bäckerei bewusst nicht informiert. Für sie ist es ein Arbeitstag wie jeder andere gewesen.

Auf Anfrage bestätigt der zuständige Abteilungsleiter Thomas Weber vom Kulmbacher Landratsamt die Schallmessung durch das Ingenieurbüro. Die Messung habe nachts stattgefunden und sich bis in die frühen Morgenstunden erstreckt. Die Auswertung der Messergebnisse und die Erstellung des Gutachtens nehme nun noch einige Zeit in Anspruch. Der Jurist rechnet damit, dass es noch mindestens zwei Wochen dauern wird, bis das Gutachten dem Landratsamt vorliegt. Anschließend erfolge noch die Bewertung durch den Umweltingenieur des Landratsamts.


Landratsamt: Befriedung

"Letztlich stellt sich abhängig vom Ergebnis die Frage, wie es weitergeht", so Weber, "vorher kann man noch nichts sagen." Bei solchen Nachbarschaftsstreitigkeiten wie in Kupferberg wäre es nach seinen Worten "optimal, wenn man zu einer einvernehmlichen Lösung kommt". Das Landratsamt sei bestrebt, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen. "Unser Ziel ist es, zu einer umfassenden und dauerhaften Befriedung zu kommen." Wenn dies nicht gelingen sollte, müsse gegebenenfalls das Verfahren vor dem Bayreuther Verwaltungsgericht wieder aufgenommen werden.

Auch die Kontrahenten kennen noch keine Messergebnisse. "Ich muss warten, bis es ausgewertet ist", erklärt Kupferbergs Bürgermeister Alfred Kolenda. Hier besteht völlige Übereinstimmung mit seinem Nachbarn Fritz Dumler: "Ich weiß gar nichts. Ich war selbst überhaupt nicht da, sondern beim Skifahren."


Was bisher passiert ist

Verwaltungsgericht Ende Oktober trafen sich die Parteien vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth. Alfred Kolenda klagt gegen den Bescheid des Landratsamts, das der Bäckerei Dumler verschiedene Baumaßnahmen zur Modernisierung und energetischen Sanierung genehmigt hat. Das Verfahren ruht einstweilen.

Facebook An die Öffentlichkeit kam der Nachbarschaftsstreit durch eine Diskussion im Internet. Der Ex-Kupferberger Sascha Opel ergriff bei Facebook Partei für Fritz Dumler, und Kolenda sah sich über das soziale Netzwerk Angriffen ("teils unter der Gürtellinie") ausgesetzt.

Kündigung Kurz vor Weihnachten forderte Sascha Opel von Kupferberg die Restsumme seines zinslosen Darlehens über 88 000 Euro zurück. Er hatte das Geld der Stadt zum Ausbau des schnellen Internets geliehen.

Wahl Keine Auswirkungen hatte der Streit auf die Bürgermeisterwahl am 17. Januar: Alfred Kolenda (UKW) zog mit dem klaren Ergebnis von 82,25 Prozent Zustimmung ins Kupferberger Rathaus ein.

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