Kulmbach
Schädling

Kulmbachs Imker haben Angst vor Käfer

Der Beutenkäfer ist auf dem Vormarsch, warnte Bienengesundheitswart Erich Lochner die Kulmbacher Imker.
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Die Kulmbacher Imker haben Angst vor dem kleinen Beutenkäfer. Foto: Archiv/Sonja Adam
Die Kulmbacher Imker haben Angst vor dem kleinen Beutenkäfer. Foto: Archiv/Sonja Adam
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Der kleine Beutenkäfer kommt eigentlich aus Afrika und aus der Sahara. Doch seit 1996 ist er überall auf dem Vormarsch.

Erst war er nur in den USA. Inzwischen ist er schon in 29 US-Staaten aufgetreten. Und jetzt wurde er auch in Kanada, Ägypten, Australien und neuerdings sogar in Italien gesichtet. "Wenn dieses Tierchen kommt, dann gnade uns Gott! Dann macht das Imkern wirklich keinen Spaß mehr. Denn es gibt kein Gegenmittel", warnte Bienengesundheitswart Erich Lochner alle Imker bei der jüngsten Hauptversammlung des Vereins.

Die Schäden bei einem Befall von Bienenvölkern verursachen vor allem die Laven des kleinen Beutenkäfers. Sie fressen Honig, Pollen und Brut, zerstören die Waben und verderben den Honig. Zwar benötigt der kleine Beutenkäfer Temperaturen von mehr als zehn Grad, doch auch in Europa könnte er überleben, sind sich die Wissenschaftler sicher. Der kleine Beutenkäfer fällt übrigens unter das Tierseuchengesetz, ist absolut meldepflichtig.

"Der wäre noch viel, viel schlimmer als die Varroa-Milbe, die den Imkern zu schaffen macht", warnte Lochner.
Der Vorsitzende des Imkervereins Kulmbach - Hermann Lochner - blickte auf das vergangene Jahr zurück. Erfreulich sei, dass derzeit von 59 Mitgliedern des Imkervereins 385 Völker betreut werden. Insgesamt hat der Imkerverein Kulmbach 80 Mitglieder, Tendenz steigend. "Jeder Imker trägt zur Erhaltung unserer Natur bei, denn ohne Bienen würde es so manche Arten- und Blütenvielfalt nicht geben", sagte Lochner.

Das vergangene Jahr allerdings startete äußerst mäßig. In ganz Deutschland gab es 22,3 Prozent Völkerverluste. "Ich glaube, in Franken waren die Verluste noch höher. Mancher Imker hatte zehn Völker eingewintert und hatte letzten Frühling kein einziges Volk mehr", erinnerte Lochner. Es gab echte "Bienen-Beschaffungsprobleme". Und so mancher erfahrene Imker hatte eine neue Königin bestellt, dann aber keine Bienen, zu denen er die neue Königin hätte dazugesellen können.

Die Rapsblüte begann sehr früh. Schon Mitte Mai konnte der erste Honig geschleudert werden. "Der Super-Sommmer kam dann Mitte Juni und brachte uns einen sehr guten Honigertrag - sowohl vom Blatt als auch von der Lindenblüte", zeigte sich Lochner zufrieden. Im Durchschnitt lag der Ertrag der oberfränkischen Imker bei 37,5 Kilo pro Volk. "Aber ich glaube, bei uns war der Ertrag noch besser", zog Lochner Bilanz. Dann kam die Hitzewelle. Eine Behandlung gegen die Varroa-Milben mit Ameisensäure war schwierig.


Brut in den Waben

Und durch die warme Witterung trugen die Bienen bis in den November hinein Pollen ein und hatten noch Brut in den Waben. "Es war auch schwierig, einen Oxalsäurebehandlungstermin gegen die Varroa-Milbe zu finden", sagte Lochner. "Manch ein Imker griff zur Milchsäurebehandlung gegen die Varroamilbe, aber die Restbrutflächen machten erhebliche Probleme", so der Vorsitzende. "Aber die Völker, die den Oktober überstanden hatten, haben gute Chancen", so der Bienenexperte. Denn bei Völkern, die stark von der Varroamilbe befallen waren, erfolgte der Zusammenbruch schon früher.

Selbst Weihnachten flogen die Bienen noch. "Es ist zu befürchten, dass die Bienen wegen des milden Winters bereits in Brut gegangen sind und dass jetzt ein Futtermangel vorkommen könnte", sprach der Imker allen anderen Bienenbesitzern aus der Seele.

Auch der Vorsitzende des Kreisverbands der Imker, Matthias Fröhlich, meldete sich bei der Hauptversammlung in den Kesselstuben zu Wort. Das gesamte Jahr steht unter dem Motto "Honig und Honigqualität". Auch beim Kreisimkertag am 21. Februar (ab 15 Uhr im Gasthaus "Zur Linde" in Willmersreuth) dreht sich alles um Honig.
"Außerdem bietet der Tiergesundheitsdienst die Möglichkeit an, Futterproben ziehen zu lassen, um frühzeitig einen möglichen Faulbrutbefall zu erkennen. Aber auch Proben, die Aufschluss über Art und Qualität des Honigs und des Bienenwachses geben, sind möglich. Der Imkerverein beteiligt sich auch an der Standbetreuung auf der Landesgartenschau.

Georg Zapf legte die Kasse offen. Der Imkerverein verfügt über eine solide finanzielle Grundlage. Aus Altersgründen stellte Zapf sein Amt zur Verfügung, Jörn Hall übernimmt es. Vorsitzender Hermann Lochner zeichnete langjährige Mitglieder aus: Georg Zapf, Max Stenglein und Georg Grampp sind seit 40 Jahren beim Imkerverein Kulmbach mit von der Partie, Herbert Drechsler und Werner Gläser seit 15 Jahren.

Der neue Vorstand
Der neue Vorstand der Kulmbacher Imker: Vorsitzender: Hermann Lochner, stellvertretender Vorsitzender: Gerhard Wendt, Kassierer: Jörn Hall, Schriftführer: Rainer Knaus, Beisitzer im Vorstand sind: Erich Lochner, Heike Engel, Kassenprüfer: Erich Lochner, Regine Leuschner. so



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