Stadtsteinach
Geburtstag

Kulmbachs Ex-Stadtpolizei-Chef feierte 95. Geburtstag

Rudolf Wiesel, der letzte Leiter der Kulmbacher Stadtpolizei, feierte in Stadtsteinach seinen 95. Geburtstag. An seinem Jubeltag erinnert er sich an Zeiten, als die Dienststelle nur zwei Fahrzeuge hatte - einen US-Jeep und ein Motorrad.
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Der letzte Kulmbacher Stadtpolizei-Chef Rudi Wiesel feierte seinen 95. Geburtstag. Unser Bild zeigt ihn mit seiner Lebensgefährtin Lieselotte Färber sowie mit dem früheren Polizisten-Kollegen Richard Schneider, Reinhard Eber von der Kulmbacher Polizei, dem früheren Polizisten und Marktleugaster Alt-Bürgermeister Manfred Huhs, Landrat Klaus Peter Söllner, Tochter Claudia Hoffmann, Sohn Winfried, Enkel Thomas sowie Kulmbachs OB Henry Schramm. Foto: Sonja Adam
Der letzte Kulmbacher Stadtpolizei-Chef Rudi Wiesel feierte seinen 95. Geburtstag. Unser Bild zeigt ihn mit seiner Lebensgefährtin Lieselotte Färber sowie mit dem früheren Polizisten-Kollegen Richard Schneider, Reinhard Eber von der Kulmbacher Polizei, dem früheren Polizisten und Marktleugaster Alt-Bürgermeister Manfred Huhs, Landrat Klaus Peter Söllner, Tochter Claudia Hoffmann, Sohn Winfried, Enkel Thomas sowie Kulmbachs OB Henry Schramm. Foto: Sonja Adam
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An seinem 95. Geburtstag trägt Rudolf Wiesel weder Blau noch Grün, sondern ein rotes Hemd mit karierter Krawatte. Dabei denkt der Jubilar gerne an die Zeiten in blauen und grünen Uniform zurück. Denn Wiesel, der jetzt im im Seniorenheim St. Marien in Stadtsteinach lebt, war ein Polizist mit Leib und Seele. Und er war der letzte Leiter der Kulmlacher Stadtpolizei.


Strafzettel für OB Murrmann

Er hätte sich keinen schöneren Beruf vorstellen können, sagt der Jubilar. Rudolf Wiesel war von 1946 bis 1972 bei der Stadtpolizei in Kulmbach. "Damals trugen wir blaue Uniformen, und wir waren im Rathaus untergebracht. Da war Wilhelm Murrmann Oberbürgermeister", erinnert er sich und berichtet weiter: "Murrmann fuhr einen VW Käfer. Wenn er falsch geparkt hat, dann hat er genauso einen Strafzettel bekommen wie jeder andere auch." 1972 wurde die Stadtpolizei aufgelöst. Wiesel wechselte zur Landpolizei, die grüne Uniformen trug und in der Hans-Planck-Straße - im heutigen Asylbewerberheim - untergebracht war.

Angefangen habe er in einer Zeit, als die Polizei nur wenig Ausstattung aufweisen konnte. Die Stadtpolizei haben nur zwei Fahrzeuge gehabt - einen US-Jeep und ein Motorrad. Waffen gab es laut Wiesel nicht. Aber der Dienst in der Landpolizei-Dienststelle habe ihm Freude gemacht. "Ich habe immer darauf geachtet, dass meine Mannschaft in Ordnung war."


Der Hemdkragen

Zu "seiner Mannschaft" gehörte auch der frühere Marktleugaster Bürgermeister Manfred Huhs , der 1964 von der Bereitschaftspolizei Eichstätt nach Kulmbach gekommen war. Mit Erfolg. Rudolf Wiesel sei immer sehr genau gewesen, berichtet Huhs: "Ich erinnere mich noch genau, dass ich einmal meinen Putzer bekommen habe." Das sei gewesen, als ihm nach dem anstrengenden Hausbau der Hemdkragen zu weit gewesen sei. "Der Rudolf Wiesel hat dann gesagt, dass man so nicht rumlaufen kann und ich mir neue Hemden kaufen soll."

Bis 1981 war der Jubilar im Dienst, hat dann einen Stammtisch gegründet, zu dem immer noch viele ehemalige Polizisten kommen Ehemalige sowie viele weitere Polizisten hatten als Geschenk ein Fotobuch mit alten Erinnerungsfotos mitgebracht.

Rudolf Wiesel ist Kulmbacher. Doch der Liebe wegen hat es ihn nach Stadtsteinach verschlagen. Seine Freundin Lieselotte Färber wohnt nämlich in Rugendorf. Um ihr nahe zu sein, lebt er seit einem Sturz im Seniorenheim St. Marien.


Auch Enkel ist Polizist

Der Jubilar hat zwei Kinder und fünf Enkelkinder. Enkel Thomas Wiesel ist auch Polizist geworden. "Mein Opa ist natürlich schon stolz. Ich bin bei der Verkehrspolizei in Feucht", sagt Thomas Wiesel.

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