In seinem alten Leben war er Krankenpfleger, doch Than Mettiko Bhikku hat vor acht Jahren einen neuen Namen und ein neues Leben gewählt. Der Deutsche ist buddhistischer Mönch geworden und lebt im Waldkloster "Muttodaya - Befreites Herz" im Stammbacher Ortsteil Herrnschrot.

Als Bettelmönch kommt er jeden Mittwoch gemeinsam mit dem Klosterältesten Ajahn Cattamalo auf den Kulmbacher Wochenmarkt. Die Klosterregeln verbieten ihnen den Umgang mit Geld, auch selbst kochen dürfen sie nicht. Sie leben von Essensspenden und sammeln diese vier Mal pro Woche bei ihren Almosenrunden ein - in den Dörfern in Klosternähe sowie in Kulmbach und in Bayreuth.

Ganz bescheiden ohne Wünsche


Bescheiden stehen sie in ihren ockerfarbenen Gewändern mit ihren Almosenschalen am Rand des Marktplatzes und nehmen dankbar an, was ihnen die Menschen schenken. Aktiv gebettelt wird niemals, Wünsche dürfen sie nicht äußern. Auch bei ihren Touren über die Dörfer klingeln sie nur dort, wo sie vorher dazu eingeladen wurden. Es ist ein asketisches, aber würdevolles Leben, das die Männer führen.

Berühren verboten


Thaweeporn Weber von "Früchte Neumann" bringt Than Mettiko bei jedem Besuch eine Kleinigkeit, etwas Obst oder Gemüse. Sie legt die Sachen direkt in die Bettelschale, denn als Frau darf sie den Mönch unter keinen Umständen berühren. Die Gaben kommen von Herzen: Für die 32-jährige Buddhistin ist es selbstverständlich, Almosen zu geben, ob auf dem Wochenmarkt oder sonntags beim Tempelbesuch.

Überwiegend sind es Bud dhisten aus Thailand oder Vietnam, die sich den Mönchen verbunden fühlen, aber auch viele Deutsche haben Sympa thien für sie. Eine junge Frau schenkt ein Glas Honig, ein Mann bringt zu Hause fertig vorbereitete Speisen.

Than Mettiko lebte früher vegetarisch, "doch als Almosenempfänger darf man nicht wählerisch sein". So nimmt er den Fleischsalat ebenso gern wie ein Leberkäs-Brötchen, das eine ältere Frau vorbeibringt. An Ort und Stelle wird jedoch nie etwas verzehrt: Die Mönche nehmen ihre einzige Mahlzeit des Tages um 11 Uhr im Kloster ein.

Mehr über das Leben der Bettelmönche lesen Sie am Donnerstag in der Bayerischen Rundschau.