Kulmbach
Stadtrat

Kulmbacher Obdachlose bekommen Neubau

OB Henry Schramm gab außerdem Einzelheiten zu dem Brand bekannt, bei dem kurz vor Weihnachten ein Mann ums Leben kam.
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Nach dem Brand in der Obdachlosenunterkunft im Dreibrunnenweg, wo kurz vor Weihnachten ein Mann in den Flammen umkam, wird die Ruine nicht mehr neu aufgebaut. Auch das andere Barackengebäude will man wegreißen und dort kostengünstig einen Neubau errichten. Foto: Ferdinand Merzbach
Nach dem Brand in der Obdachlosenunterkunft im Dreibrunnenweg, wo kurz vor Weihnachten ein Mann in den Flammen umkam, wird die Ruine nicht mehr neu aufgebaut. Auch das andere Barackengebäude will man wegreißen und dort kostengünstig einen Neubau errichten. Foto: Ferdinand Merzbach
Die Tage der zwei Barackengebäude im Ziegelhüttener Dreibrunnenweg, wo viele Jahre lang Obdachlose untergebracht waren, sind gezählt. Nach dem verheerenden Brand kurz vor Weihnachten, als in den Flammen ein 61-jähriger Mann ums Leben kam, soll die Ruine nicht mehr aufgebaut und auch die zweite Obdachlosenunterkunft daneben abgerissen werden.

Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) sprach sich am Donnerstag in der Stadtratssitzung für einen kostengünstigen Neubau an gleicher Stelle aus, damit die Obdachlosen ordentlich untergebracht sind. Es fand zwar keine Abstimmung statt, aber es gab dagegen auch keinen Widerspruch.


Für zeitgemäße Unterbringung

Für das weitere Vorgehen im Dreibrunnenweg lag dem Stadtrat am Donnerstag keine offizielle Planung vor. Dennoch wollte Hans-Dieter Herold (Die Grünen/Offene Liste) wissen, welche Überlegungen es hier gibt.
Er sprach sich "für eine zeitgemäße Unterbringung der Obdachlosen" aus.

"Wir wollen dort neue Unterkünfte errichten", erklärte OB Schramm. Er könne sich eine Modulbauweise mit überschaubaren Kosten wie beim Kindergartenneubau in der Blaich vorstellen. Wenn der Stadtrat keine Einwände habe, werde die Verwaltung eine entsprechenden Vorschlag vorbereiten.


Betreten verboten

Nach dem Großbrand am 20. Dezember waren vereinzelt die unzureichenden Wohnverhältnisse in den Ziegelhüttener Baracken kritisiert worden. Dazu merkte Schramm an, dass sich die Mitarbeiter des Bauhofs wiederholt bemüht hätten, dort für Ordnung zu sorgen. Was allerdings zum Teil sehr schwierig gewesen sei. Der Mann, der in den Flammen umkam, habe den Zugang verweigert und gedroht, andernfalls wegen Hausfriedensbruch gegen die Stadt und ihre Mitarbeiter vorzugehen. "Wir durften die Wohnung nicht betreten", erklärte der Oberbürgermeister.

Vielleicht hätten die Bauhof-Mitarbeiter, wenn sie eingelassen worden wären und aufräumen hätten dürfen, das Unglück verhindern können. Denn, so Schramm, wegen der Kälte habe der Bewohner seinen Ofen geschürt. Die Flammen hätten auf daneben gestapeltes Holz und Plastikflaschen übergegriffen und sich ausgebreitet.
 


Zentralparkplatz: Alles über die Baustelle

Ab Frühjahr wird mit den ersten Arbeiten für die Erneuerung von Zentralparkplatz und Tiefgarage begonnen. Damit verbundenen ist auch eine Neugestaltung des Umfeldes sowie der angrenzenden Straßen. Bis zum Abschluss des Gesamtprojektes wird es rund um den Platz zu umfangreichen Bautätigkeiten kommen. Bevor es losgeht, will die Stadt die Öffentlichkeit ausführlich informieren. Daher sind die Anwohner und alle interessierten Bürger am Dienstag, 16. Februar, um 18 Uhr in die Stadthalle eingeladen.
 


Stadtrat kurz & bündig

Flüchtlinge Am Rasen 5 will die Arbeiterwohlfahrt 15 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge in einer Wohngruppe unterbringen. Der Stadtrat hatte keine Einwände gegen die Nutzungsänderung des Wohngebäudes. OB Henry Schramm hielt es in Absprache mit der Awo-Kreisvorsitzenden und Landtagsvizepräsidentin Inge Aures (SPD) für sinnvoll, dass Kulmbacher Familien Patenschaften übernehmen. Die Jugendlichen könnten zum Beispiel die
Wochenenden bei den Gasteltern verbringen. "Anders wird man die Integration nicht hinbekommen."

Kaufplatz Die Stadt will den Komplex zwischen Gasfabrikgässchen, Fritz-Hornschuch-Straße und Holzmarkt erst nach Fertigstellung des Zentralparkplatzes abreißen und das Areal neu gestalten. Man werde die dortige Parkgarage mit ihren 300 Stellplätzen als Ersatzparkplätze während der Bauzeit nutzen. "Wir wollen, dass die Leute weiter in die Stadt fahren können, und wollen den Einzelhandel unterstützen", sagte OB Schramm.

Textilmarkt Für das seit Jahren leerstehende Gebäude der ehemaligen Merkur-Spielothek in der Albert-Ruckdeschel-Straße zeichnet sich eine neue Nutzung ab. Die Admira KG aus Bayreuth will dort mit einem
800 Quadratmeter großen K & L Ruppert-Textilfachmarkt einziehen. Der Stadtrat stimmte dem Vorhaben zu, da durch ein Gutachten nachgewiesen worden war, dass keine Bestandsgefährdung für die Innenstadt-Konkurrenz zu erwarten ist.

Löschwasser Oberpurbach bekommt einen neuen Löschwasserbehälter. Der Stadtrat entschied sich für die kostengünstigste Lösung: einen Neubau mit 100 Kubikmeter Fassungsvermögen außerhalb des Ortes. "Das wird eine wesentliche Verbesserung der Sicherheit dort oben bringen", meinte OB Schramm.
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