Laden...
Kulmbach
Tradition

Kulmbacher Gregori-Umzug mit Kränzen und Krachledernen

Beim Gregori-Umzug durch Kulmbach wich der Regen schnell dem Sonnenschein. Schüler und Erwachsene genossen das bunte Treiben.
Artikel drucken Artikel einbetten
Als die Kinder auf dem Marktplatz ihre Luftballons in den Himmel steigen ließen, setzte der Regen ein. Fotos: Stephan Stöckel
Als die Kinder auf dem Marktplatz ihre Luftballons in den Himmel steigen ließen, setzte der Regen ein. Fotos: Stephan Stöckel
+29 Bilder
Oberbürgermeister Henry Schramm war gerade mitten in seiner Rede, als die ersten Tropfen fielen. Doch vom Regen ließen sich die Teilnehmer des Gregori-Festes am Samstag die gute Laune nicht verderben. Die Kleinen schickten ihre bunten Luftballons gen Himmel - und schon kurze Zeit später wich das Grau am Firmament einem heiterem Blau.

Insgesamt 750 Kinder und Erwachsene beteiligten sich an dem farbenfrohen und imposanten Gregori-Zug, der sich durch die Altstadt bis zum Rathaus schlängelte. Am Straßenrand winkten Hunderte von Zaungästen den Zugteilnehmern zu oder machten mit ihren Smartphones einen Schnappschuss vom Geschehen.


In Schale geworfen

Die Kinder hatten sich zum Fest in Schale geschmissen: Die Mädchen mit ihren bunten Blumenkränzen auf dem Haar trugen schicke Dirndl und die Buben schneidige Lederhosen. "Damit wollen wir die gute alte Gregori-Tradition hochleben lassen.
So hat man sich schon immer zu diesem Kinderfest gekleidet", erklärte Lehrerin Martina Metzner von der Max-Hundt-Schule. Die Schüler finden es klasse: Stolz trugen Nico Gräf und Jonathan Kolb, die beide die vierte Klasse der Max-Hundt-Schule besuchen, ihre Lederhosen.

An Nicos rot kariertem Hemd steckte ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift "Chef". "Das war eine Idee meiner Eltern und ist das i-Tüpfelchen auf meiner Gregori-Tracht", erzählte der Zehnjährige. Auch sein gleichaltriger Freund Jonathan hat sich in das modische Accessoire verguckt: "Ein solches Herz hätte ich auch gerne", seufzte der Junge, der gemeinsam mit Nico das Schild seiner Schule trug.

Neben den Kindern aus der Oberen Volksschule, der Pestalozzischule und der Max-Hundt-Schule nahmen auch die Buben und Mädchen aus den Kindertagesstätten teil, die im nächsten Jahr eingeschult werden. Stolz trugen die zukünftigen ABC-Schützen ihre Schulranzen und Schultüten zur Schau.


Gäste aus Peru und Australien

Nicht nur aus Kulmbach, sondern aus der ganzen Welt marschierten Kinder und Jugendliche mit. Die ISPA-Sprachenschule mit Sitz in Kulmbach machte es wieder möglich. Henry Schramm begrüßte in seiner Rede Gäste aus Australien, Argentinien und Peru. Von der deutschen Schule in Arequipa, einer Stadt im Süden Perus, nahmen 29 Schüler einer sechsten Klasse teil. Auch sie trugen mit Stolz Dirndl und Lederhosen. "Es ist etwas ganz besonderes für uns, diese Kleidung tragen zu dürfen, die in unserem Heimatland unbekannt ist", sagte die elfjährige Rafaela.

Bunte Farbtupfer steuerten die Kulmbacher Showtanzgarde, die Rokoko-Tanzformation des Vereins Tanzsport Kulmbach und die "Treble Tappers" bei, hinter denen sich Stepptänzer und -tänzerinnen verbargen. Mit zackigen Märschen sorgten die Stadtkapelle Kulmbach, die städtische Jugendkapelle und die Blaskapelle des Musikvereins Weiher für den richtigen Takt. Vor dem Rathaus heftete Schramm einer alten Tradition folgend Fahnenbänder an die Schulfahnen und wünschte den Kindern eine schöne Ferienzeit.

Das Kulmbacher Kinderfest erfreut sich einer mehr als 600 Jahre währenden Tradition. Aus alten Dokumenten geht hervor, dass es bereits im Jahre 1400 eine Lateinschule gegeben hat, an der Gregori gefeiert worden war. Das Fest geht auf Papst Gregor IV. zurück, der sich um die Bildung der Kinder verdient gemacht hatte und als Patron der Schüler und Studenten gilt.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren