Kulmbach
Handel

Kulmbach auf dem Weg zum fairen Landkreis

Der Kulmbacher Umweltausschuss bittet die Verwaltung, eine Bewerbung für die Teilnahme an der internationalen Kampagne "Fair-trade-towns" vorzubereiten
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Gibt es Kaffee aus fair gehandelten Bohnen bald auch in der Kantine am Landratsamt? Foto: Wolfram Kastl, dpa
Gibt es Kaffee aus fair gehandelten Bohnen bald auch in der Kantine am Landratsamt? Foto: Wolfram Kastl, dpa
Der Landkreis Kulmbach will den "Fairen Handel" auf lokaler Ebene fördern. Der Umweltausschuss beauftragte gestern die Verwaltung, die Bewerbung für die Teilnahme an der internationalen Kampagne "Fair-trade-towns" vorzubereiten. Sollte der Kreis die fünf Bewerbungskriterien erfüllen, dürfte er sich mit dem Titel "Transfair-Kreis" schmücken.

Der Entscheidung lag ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen vom 31. August 2016 zugrunde. Landrat Klaus Peter Söllner (FW) verwies darauf, dass innerhalb der Metropolregion Nürnberg bereits zahlreiche Städte und Gemeinden dieses Label erworben haben.

Söllner beurteilte den Antrag positiv, weil es auch darum gehe, regionale Wirtschaftskreisläufe zu fördern und wirtschaftspolitisch für einen fairen Handel einzutreten.


Schulen und Kirchen gefordert


Voraussetzung ist unter anderem, dass für den Landkreis Kulmbach in 15 Geschäften und acht Gastronomiebetrieben mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten werden. Auch Schulen, Vereine und Kirchen müssen sich beteiligen.

Claus Gumprecht (Bündnis 90/Die Grünen) erwähnte, dass sich der Kreistag schon 2011 auf den Weg zum "Fair-Trade- Landkreis" gemacht habe. Nach gut fünf Jahren habe man einen Stand erreicht, der eine Bewerbung erfolgreich erscheinen lasse. "Wie wichtig fairer Handel ist, zeigen auch die aktuellen Flüchtlingsbewegungen. Nur wer von seiner Hände Arbeit leben kann, wird seine Heimat nicht verlassen. Wir müssen ein Zeichen setzen und allen Menschen zeigen, dass wir es ernst meinen."

Martin Baumgärtner (FW) konnte sich dem Votum der übrigen Kreisräte als einziger nicht anschließen. Er hielt es für vordringlich, den regionalen Wirtschaftskreislauf bei den Lebensmitteln zu stärken.


Erfolg in München


Gezeigt wurde in der Sitzung ein Filmbeitrag des Klimaschutzmanagements, das im Haus der Bayerischen Landkreise in München eine Veranstaltung zum Thema "Innovations-Helden" durchgeführt hatte. Landrat Söllner sprach von einer "guten Geschichte", bei der auch die "Hidden-Champions" aus dem Landkreis Kulmbach vertreten waren.

Die Energie- und Klimaschutzberatung für private Haushalte für 2017 und 2018 wird weitergeführt. Die Kosten dafür belaufen sich auf 18 500 Euro pro Jahr. Kreiskämmerer Rainer Dippold dazu: "Die Weiterführung dieser Beratung sollte uns auch in Zeiten der Haushaltskonsolidierung wichtig sein." Und stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann (CSU) stellte fest: "Klimaschutz geht uns alle an, wir sollten unseren Beitrag dazu leisten."
Der fünfte autofreie Sonntag des Landkreises Kulmbach, der in Kooperation mit den Gemeinden Ködnitz und Trebgast, dem Bund Naturschutz und vielen Vereinen organisiert wird, findet am Sonntag, 21. Mai, von 10 bis 17 Uhr zwischen Kauerndorf und dem Trebgaster Badesee statt.

Eine Verlängerung der gesperrten Straßen bis Bindlach wird es dabei allerdings nicht geben. Wie Landrat Klaus Peter Söllner dazu ausführte, habe der Landkreis Bayreuth mit Landrat Hermann Hübner an der Spitze ein starkes Interesse an einer Ausdehnung gezeigt.


Bayreuth zieht Antrag zurück


Nachdem die Straße als Bedarfsumleitung für die Bundesautobahn A 70 eingestuft ist, wäre der Aufwand - es ging um einen fünfstelligen Kostenbereich - dafür zu groß gewesen. Landrat Söllner gestern: "Der Landkreis Bayreuth hat deshalb im besten Einvernehmen mit uns darauf verzichtet."
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