Kulmbach
Projekt

Kulmbach Realschule baut grünes Klassenzimmer

Viele Hände helfen mit, damit die Carl-von-Linde-Realschule einen Lernort im Freien bekommt. Biolehrer Jürgen Feulner verfolgt mit seiner Idee einen klaren Zweck.
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Mit vereinten Kräften bauen Schüler, Lehrer und Eltern der Carl-von-Linde-Realschule ein grünes Klassenzimmer. Fotos: Anna Lochner
Mit vereinten Kräften bauen Schüler, Lehrer und Eltern der Carl-von-Linde-Realschule ein grünes Klassenzimmer. Fotos: Anna Lochner
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Das Ergebnis einer Umfrage an der Carl-von-Linde-Realschule hat Jürgen Feulner keine Ruhe gelassen. "Die Schüler haben angegeben, dass sie durchschnittlich sechs bis zehn Stunden pro Tag vor Bildschirmen sitzen", berichtet der Biologielehrer. Er hat nachgedacht und ist auf die Idee gekommen, auf dem Schulgelände einen Lernort im Freien zu schaffen, "um den Bezug zur Natur wieder herzustellen".

Herausgekommen ist ein besonderes Projekt, bei dem Schule, Schüler und Eltern gemeinsam mit anpacken: das grüne Klassenzimmer, ein überdachter Raum im Freien, in dem man bei schönem Wetter problemlos unterrichten kann.

Fünf Schüler werkeln mit

Derzeit wird fleißig gewerkelt und an dem Projekt gearbeitet. Fünf Schüler aus der 9. und 10. Klasse - Hannes Valentin, Maximilian Kintzel, Jonas Buchheim, Niklas Riediger und Christian Klug - treffen sich freiwillig einmal in der Woche und bauen mit am grünen Klassenzimmer. "Wir sind gerne in der Natur und handwerklich interessiert, deshalb macht uns die Arbeit hier auch Spaß", sagt Christian Klug.

Unterstützt werden die Schüler natürlich von Biolehrer Jürgen Feulner sowie von seinem Kollegen Günter Wirth, Lehrer für Informationstechnologie und Werken, der obendrein noch gelernter Schreinermeister ist. Zu ihm kommen die Schüler bei Fragen rund ums Holz. Denn: Der Lernort im Freien ist in Form einer Pergola konstruiert, entworfen von einem Landschaftsgärtner. Wirth beantwortet geduldig alle Fragen und lobt das Interesse der Schüler. "Sie können hier auch herausfinden, ob ihnen handwerkliche Tätigkeit liegt und erste Erfahrungen sammeln", so der Schreinermeister.

Auch Hausmeister Uwe Nützel hilft gerne mit: Er engagiert sich ebenfalls in seiner Freizeit, damit das Klassenzimmer bis Juli fertig wird, und versorgt die Jungs mit Brotzeit und Getränken.

Zunächst hat man das Projekt in kleinerem Rahmen geplant, nur für den Biologieunterricht. Aber dann begeistert sich der Elternbeirat so sehr für das Konzept, dass man gemeinsam beschließt, mehr zu investieren und das grüne Klassenzimmer komplett auszustatten.

Kosten 20 000 Euro

Der Finanzierungsrahmen beläuft sich auf 20 000 Euro. Geld, das die Schule selbst aufbringen muss, erklärt Rektorin Monika Hild. Mehr als 10 000 Euro haben die Schüler selbst durch einen Sponsorenlauf eingenommen. Materialien und Fahrzeuge werden teilweise von Firmen gesponsert. Auch die Eltern packen mit an: Mit dem Traktor werden die 40 Tonnen Kies und Steine zur Baustelle gefahren. Es ist ein Gemeinschaftswerk.

"Der größte Vorteil am grünen Klassenzimmer ist, dass die Schule mehr als Lebensraum wahrgenommen wird statt als Lernfabrik", stellt die Schulleiterin fest. "Vor allem für die Ganztagsklassen ist es eine Bereicherung."

Und gelernt wird in dem besonderen Klassenzimmer auch. Dort gibt es, so Biolehrer Feulner, ein Lehrerpult, ein Gerätehäuschen mit Strom- und Wasseranschluss sowie eine fahrbare Tafel - alles, was man zum Unterrichten braucht. "Und die Schüler sitzen an Gruppentischen zusammen, die geschickt um die Säulen herum aufgestellt werden, damit keine Sichtprobleme entstehen.
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