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Kulmbach
Feuerwehr

Kulmbach: Freizeithalle in Flammen - Schwierige Löscharbeiten, fast 300 Einsatzkräfte vor Ort

Großeinsatz im Morgengrauen: Gegen 3.30 Uhr dringt Rauch aus der Freizeithalle in Kulmbach. Mit einem Großaufgebot kämpft die Feuerwehr stundenlang gegen den Brand. Die Löscharbeiten sind schwierig, der Schaden geht in die Millionen.
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Großeinsatz im Goldenen Feld. Foto: Jürgen Gärtner
Großeinsatz im Goldenen Feld. Foto: Jürgen Gärtner
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Um 3.36 Uhr war für viele Einsatzkräfte im Landkreis Kulmbach die Nacht vorbei: Ein Passant hatte im Goldenen Feld Rauch bemerkt und der Integrierten Leitstelle Bayreuth-Kulmbach gemeldet. Was folgte war ein Großeinsatz mit Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis. Fast 300 Feuerwehrleute waren zeitweise im Einsatz. Die Konstruktion der Halle machte die Arbeiten schwierig.

Die Freizeithalle, in der sich unter anderem Bowlingbahnen, ein Restaurant und ein Innen-Spielplatz befanden, qualmte bereits stark, als die ersten Einsatzkräfte am Unglücksort im Goldenen Feld eintrafen. Schon von weitem war die Rauchwolke zu sehen, die in den Himmel kroch.


Bis zu 270 Kräfte im Einsatz

Zum Unglückszeitpunkt war das Freizeitcenter menschenleer. Nachdem das Gebäude mit Blech verkleidet war, gestalteten sich die Löscharbeiten schwierig. Bis zu 270 Kräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, des Rettungsdienstes und der Polizei waren während des mehrstündigen Brands im Einsatz.

Vor allem der viele Rauch machte den Helfern zu schaffen. Kein Wunder, dass 36 Atemschutzgeräteträger mit ins Goldene Feld gekommen waren. Sie hatten einen extrem schweren Job, auch wegen der großen Hitzebelastung. Pressesprecher und Kreisbrandmeister Yves Wächter:

"Innen konnte man wegen der Rauchentwicklung mit den Wärmebildkameras nichts sehen, von außen auch nicht wegen des Metalldachs." Das war auch das große Problem: "Wenn man ein offenes Feuer hat, dann kann man es bekämpfen. Aber wenn man nichts sieht ..."

Das Feuer breitete sich in der gesamten Halle aus und verwüstete das ganze Gebäude. Immer wieder begannen Balken zu brennen, die Feuerwehren war über viele Stunden beschäftigt.


Löcher ins Dach gesägt

Um den Rauch aus dem Gebäude zu bringen wurden so genannte Abluftöffnungen ins Dach gesägt, aus denen der Rauch abziehen konnte.

Später wurde dann noch ein Abrissbagger der Firma Trapper hinzugezogen. Er entfernte Teile des Metalldachs, damit überhaupt Löscharbeiten möglich waren.

Insgesamt hatten die Wehren drei Drehleitern im Einsatz - die beiden aus Kulmbach und eine aus Burgkunstadt.

Natürlich machten sich auch die Führungskräfte der Wehren ein Bild von der Unglücksstelle, allen voran Kreisbrandrat Stefan Härtlein.

Oberbürgermeister Henry Schramm war ebenso wie Landrat Klaus Peter Söllner ins Goldene Feld gekommen, um sich über die Lage zu informieren. Beide lobten den Einsatz der Rettungskräfte. "Heute sieht man wieder, wie wichtig eine gute Ausstattung und regelmäßige Übungen sind, um bei solchen Großschadenereignissen effektiv handeln zu können", so Schramm. Schramm war wie viele Kulmbacher auch, früher selbst viel in der ehemaligen Tennishalle aktiv. "Was wir da vor 30 Jahren für Squash-Matches hatten..."

Verletzt wurde bei dem Brand niemand, lediglich ein Atemschutzgeräteträger war nach seinem kräftezehrenden Einsatz so erschöpft, dass er sicherheitshalber untersucht wurde. Dem Mann ging es nach kurzer Zeit aber wieder gut.

Vor Ort waren die Feuerwehren aus Kulmbach, Mainleus, Stadtsteinach, Presseck, Wartenfels, Triebenreuth, Grafengehaig, Rothwind, Proß, Kasendorf und die Kulmbacher Stadtteilfeuerwehren Höferänger, Lehenthal, Melkendorf, Katschenreuth und Windischenhaig.

Nach ersten Maßnahmen durch Beamte der Polizeiinspektion Kulmbach - auch der Leiter der Polizeiinspektion Kulmbach, Peter Hübner, war vor Ort -, haben mittlerweile Brandfahnder der Bayreuther Kripo die Ermittlungen übernommen.
Der Schaden ist weit höher als zuerst angenommen: Er liegt im einstelligen Millionenbereich.
 


Stau und Umwege zu den Firmen


Aufgrund der starken Rauchentwicklung durch den Brand im Freizeitcenter im Goldenen Feld wurden die umliegenden Bewohner über Rundfunkdurchsagen sowie über die sozialen Medien aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Gegen 9.30 Uhr konnte die Gefahrenmeldung wieder aufgehoben werden.

Viel Rauch zog in Richtung der benachbarten Firma Ago - und wohl auch ins Gebäude. Das Unternehmen schickte seine Mitarbeiter deshalb sicherheitshalber wieder nach Hause.
Die angrenzenden Firmen in dem Gewerbegebiet konnten ihrem Betrieb nachgehen, die Einsatzkräfte regelten den Verkehr und ließen Anlieferverkehr passieren und die Mitarbeiter - wenn auch teilweise über Umwege - zu ihren Arbeitsplätzen fahren.

 


Im morgendlichen Berufsverkehr kam es zu größeren Verkehrsbehinderungen. Unter anderem stauten sich die Autos von der Schauer-Kreuzung bis zu Getränke Rausch in Katschenreuth. Selbst Landrat Klaus Peter Söllner hatte es erwischt. "Ich hatte bisher meine längste Anfahrt nach Kulmbach", sagte er. Fast eine Stunde war er unterwegs, bis er die Unglücksstelle erreicht hatte.
Für die Löscharbeiten war die Straße "Am Goldenen Feld" zunächst zwischen der Von-Linde-Straße und der Theodor-Heuss-Allee und später der Robert-Galler-Straße gesperrt.