Kulmbach
Weihnachten

Krippenspiele: Kirchen im Kulmbacher Land platzten aus allen Nähten

Ob evangelisch oder katholisch - Weihnachten können sich die Kirchen in Stadt und Landkreis Kulmbach nicht über mangelnde Besucherzahlen oder über Kirchenmüdigkeit beklagen. Tausende Menschen pilgerten in die Gotteshäuser und schauten sich die mit viel Liebe vorbereiteten Krippenspiele der Kinder an.
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Foto: Sonja Adam
Foto: Sonja Adam
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In der Pfarrkirche Unserer Liebe Frau in Kulmbach proben die Kommunionskinder, die in diesem Frühling die Erstkommunion empfangen haben, unter der Regie von Gabriele Hahn und Jasmin Fraas seit drei Wochen für ihren großen Auftritt an Heiligabend. Doch der Auftritt in den Kostümen ist an Heiligabend immer eine Premiere. So ist es in der Pfarrkirche "Unsere Liebe Frau" und bei Pfarrer Georg Ochsenkühn seit vielen Jahren Brauch. Eigentlich boten die Kommunionskinder ein klassisches Krippenspiel dar. Doch die Handlung der altbekannten Geschichte fügte sich in eine Unterhaltung von Opa Josef Müller (74) und Enkelin Emely Rohdecker (8) ein.

Emely ist die Zeit bis zur Bescherung zu lange. Und die Eltern hektiken herum und haben keine Zeit. Der Opa ist da anders. Er liest seiner Enkelin aus der Bibel vor. Und währenddessen werden die Szenen lebendig. Tessa Meingast (Querflöte), Harriet Hahn (Violine) und Teresa Schweiger (Flöte) sowie Kirchenmusiker Wolfgang Trottmann untermalten das Krippenspiel musikalisch. Maria und Josef werden überall abgewiesen, schließlich kommt das Christuskind in einem Stall zur Welt.

Auch in der evangelischen Kirche in Rugendorf betteten die Kinder ihr klassisches Krippenspiel in eine zeitkritischen Ansatz ein. "Uns kommt es darauf an, zu zeigen, was Weihnachten wirklich ist. Denn es ist mehr als nur Stress und Hektik", erklärt Pfarrer Wolfgang Oertel in seiner Predigt. Oertel wies auf die Sensibilität der Zeit ein, auf die Verletzungen, die damit einhergehen können. Tatsächlich allerdings erlebt das eine Hausfrau ganz anders. Sie muss noch putzen, den Weihnachtsbaum aufstellen. Da bleibt keine Zeit, um sich das Krippenspiel des Kindergartens, bei dem der eigene Sohn mitmacht, anzuschauen. Und so richtig Sinn für die Botschaft hinter Weihnachten hat die Frau auch nicht. Doch 17 Kinder machten die Geschichte in Rugendorf lebendig. Zum ersten Mal waren nicht nur Jungscharkinder dabei, sondern schon Vier- und Fünfjährige standen auf der Bühne.

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