Kulmbach

Körperverletzung und unerlaubter Waffenbesitz

Mit einer gefährlichen Körperverletzung und einem Vergehen gegen das Waffengesetz musste sich Richterin Sieglinde Tettmann am Amtsgericht Kulmbach befassen. In beiden Fällen "hagelte" es Geldstrafen.
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Auf der Anklagebank saß zunächst ein 22-jähriger Bielefelder, der aus Kasachstan stammt. Dem jungen Mann wurde vorgeworfen, am 10. November 2012 vor der Himmelkroner Diskothek Halifax einem 20-Jährigen unter anderem eine Bierflasche, die noch zu drei Vierteln gefüllt war, auf den Kopf geschlagen zu haben.

Der Beschuldigte räumte den Fall zwar ein, schilderte aber den Tathergang etwas anders. So sei er vom Aufsichtspersonal der Diskothek verwiesen worden, weil er dort geraucht habe. In der Annahme, dass er verpetzt wurde, habe er sich den vermeintlichen "Melder" vor der Disco verbal vorgenommen. Den Darstellungen des Bielefelders zufolge blieb es zunächst bei einer Schubserei. Als er sich zwei Bier an der Tankstelle kaufte, ging der Streit aber weiter, wobei es auch zu einer körperlichen Auseinandersetzung kam.
Dabei sei die Bierflasche an den Kopf seines Kontrahenten geraten, der eine Verletzung am Jochbein davontrug.

"Das kommt dem Suff nahe"

"Ich habe nicht bewusst zugeschlagen und mich am nächsten Tag auch bei ihm entschuldigt. Ich wollte ihn nicht verletzen", beteuerte der Angeklagte, der zugab, an jenem Abend immerhin einen halben Liter Jägermeister und jede Menge Wodka getrunken zu haben. Das ergab später einen Promillegehalt von 1,7. "Das kommt schon leicht dem Suff nahe. Sie haben doch das Leben noch vor sich", kommentierte Staatsanwalt Yves Döll.
Der Geschädigte schilderte die Sachlage ähnlich wie der 22-Jährige: "Er wollte mich wegstoßen und traf mich mit der Bierflasche im Gesicht. Es war ein Missverständnis zwischen uns."

Mit knapp zwei Promille hatte der 20-Jährige sogar noch mehr "getankt" als sein Gegenüber.

In seinem Plädoyer kam Staatsanwalt Döll zu dem Ergebnis, dass nur ein minderschwerer Fall der Körperverletzung vorliegt. Für den Angeklagten spreche, dass er sich sofort für sein Verhalten entschuldigt habe und die Verletzungsfolgen nur geringfügig gewesen seien. Zu Lasten des Bielefelders wertete er allerdings, dass dieser bereits wegen einer Nötigung verurteilt worden ist. Döll forderte 90 Tagessätze zu 15 Euro.

In seinem letzten Wort stellte der Angeklagte fest: "Ich habe daraus gelernt." Richterin Sieg-linde Tettmann schloss sich dem Vorschlag des Staatsanwalts an und legte fest, dass der Angeklagte auch die Kosten des Verfahrens tragen muss.

Im zweiten Fall stand ein 74-jähriger Rentner aus dem östlichen Landkreis Kulmbach vor Gericht. Ihm wurde in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Bayreuth vorgeworfen, einen Verstoß gegen das Waffengesetz begangen zu haben. Er war unerlaubt im Besitz eines Kleinkalibergewehrs, für das er zudem mehrere Patronen besaß. Der widerrechtliche Besitz flog nur deshalb auf, weil der Angeklagte im Zusammenhang mit seiner Schafhaltung vom Veterinäramt aufgefordert worden war, ein krankes Tier sachkundig töten zu lassen. Der Mann nahm darauf kurzerhand das Gewehr seines inzwischen verstorbenen Freundes, das dieser in der Blockhütte zur Verwahrung hinterlegt hatte, und erschoss das Schaf.

Ein als Zeuge geladener Tierarzt stellte fest, dass das Schaf hochgradig krank war. Bei einer weiteren Kontrolle wurde dann von den Beamten der Polizeiinspektion Stadststeinach festgestellt, dass der Rentner keine waffenrechtliche Erlaubnis für das Gewehr hatte. Der 74-Jährige erklärte sich bereit, das Ge-wehr und auch die Munition einziehen und vom Landeskriminalamt entwerten zu lassen.
Staatsanwalt Yves Döll stellte fest, dass der Tatvorwurf erwiesen sei und forderte eine deutliche Geldstrafe - 100 Tagessätze zu jeweils 30 Euro. "Es tut mir leid, ich hätte das Gewehr nicht aufbewahren dürfen", sagte der Angeklagte.

Richterin Sieglinde Tettmann legte die Geldstrafe in der vom Staatsanwalt geforderten Höhe fest. Der Angeklagte hat auch die Kosten des Verfahrens zu tragen.
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