Untersteinach bei Kulmbach
Beruf

Kirche und Gemeinde finanzieren Ausbildung

Dass Andreas Wittmann (18) aus Ludwigschorgast einen Ausbildungsplatz in der Kindertagesstätte bekommen hat und dass Lisa Neumeister (19) aus Stadtsteinach derzeit ein Orientierungspraktikum im Kindergarten Untersteinach machen kann, verdanken die beiden einem einzigartigen Finanzierungsmodell.
Artikel drucken Artikel einbetten
Andreas Wittmann und Lisa Neumeister haben gut lachen, denn Dank des finanziellen Engagements der evangelischen Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde Untersteinach können sie sich über einen Ausbildungsplatz im Kindergarten freuen. Foto: Sonja Adam
Andreas Wittmann und Lisa Neumeister haben gut lachen, denn Dank des finanziellen Engagements der evangelischen Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde Untersteinach können sie sich über einen Ausbildungsplatz im Kindergarten freuen. Foto: Sonja Adam
Die evangelische Kirche übernimmt hundert Prozent der Kosten - das macht 2750 Euro aus - für Lisas Praktikum. Und 66 Prozent der Ausbildungskosten für Andreas Wittmann (bei 5500 Euro im Jahr) steuert die Gemeinde Untersteinach bei.

"Wenn wir als Gemeinde etwas machen können, dann tun wir das. Der Kindergarten ist wichtig - und es hat sich alles zum Guten entwickelt", betonte Volker Schmiechen in Vertretung für Bürgermeister Heinz Burges.

Nicht am falschen Platz sparen


Auch Pfarrer Wolfgang Oertel erklärt, dass der Kirchenvorstand einstimmig für die finanzielle Unterstützung gestimmt hat. "Kinder sind unsere Zukunft, und bei den Kindern zu sparen, wäre falsch", so Oertel.

Tatsächlich ist es einzigartig, dass sich Kommune und Kirche an der Finanzierung eines Ausbildungsplatzes beteiligen, betonte Elke Wuthe im Hinblick auf alle Kindertagesstätten, die von der Geschwister-Gummi-Stiftung betrieben werden, und gibt offen zu, dass sie in anderen Gemeinden auf Nachahmung hofft. Dieses Projekt sei beispielgebend und gebe jungen Menschen eine Zukunft. "Wir können so dem Fachkräftemangel vorbeugen und jungen Leuten eine Chance geben, denn wir können solche Mehraufwendungen nicht unbegrenzt aus dem Kindergartenhaushalt nehmen", erklärte Wuthe.

Die ersten Erfahrungen begeistern


Für Andreas Wittmann, der nach der zehnten Klasse das Caspar-Vischer-Gymnasium verlassen hat, war ein Beruf im sozialen Bereich immer auf der Wunschliste ganz oben gestanden. "Ich komme einfach sehr gut mit Kindern zurecht und glaube, mir stehen viele Türen offen", erzählte er ganz begeistert von den ersten Erfahrungen. Natürlich ist Andreas Wittmann ein Exot unter den ganzen Erzieherinnen. "Manche Kinder wollen mich als Freund, aber das darf man auch nicht zulassen, man muss immer Respektsperson bleiben", hat er gelernt. Derzeit ist er in der Mäusegruppe und hat 25 Kinder zwischen drei und fünf Jahren unter seinen Fittichen.

Lisa Neumeister (19) aus Stadtsteinach absolviert im Kindergarten Untersteinach ein halbjähriges Orientierungspraktikum. Denn sie überlegt, ob sie Grundschullehramt, soziale Arbeit oder irgendeinen Beruf im Elementarbereich erlernen könnte. Schon seit vielen Jahren arbeitet sie beim Spielmobil mit - und da sie obendrein zwei Geschwister hat, hat sie auch Erfahrung im Umgang mit Kindern.

Eine willkommene Bereicherung


Doch nicht nur für die Azubis und Praktikanten selbst ist die Finanzierungsteilung eine Chance, sondern die beiden Youngsters sind auch für den Kindergarten und das gesamte Team eine Bereicherung, macht Kindergartenleiterin Sylvia Bayern deutlich. "Denn sie gehen mit jugendlichem Elan an die Arbeit und bringen Kreativität und neue Ideen ein."



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren