Beispiel gefällig? Im Garten ist es jetzt Zeit, die Spuren des Winters zu beseitigen. Bei mir gehört dazu das Entfernen gewaltiger Mengen an Eichenlaub, das der Wind seit dem Herbst vom benachbarten Wald auf meine Beete gepustet hat.

Gegen die schützende Laubschicht spricht in der Zeit der großen Kälte nichts. Langfristig liegen und verrotten lassen oder wie anderes Laub in den Boden einarbeiten kann ich die Eichenblätter allerdings nicht. Sie enthalten nämlich reichlich Gerbsäure und Lignin. Die machen den Boden sauer. Moorbeetpflanzen freuen sich darüber, meine Rosen, Lilien und Dahlien dagegen nicht.

Während ich die Raschelschicht behutsam von meinen Anpflanzungen wegfege, fahren zwei Radler vorbei - ältere Semester, männlich und selbstverständlich Experten für mein Grundstück. "Das Laub lässt man liegen!" blafft mich einer der beiden im Vorbeifahren an - in einem Ton, als hätte ich gerade versucht, eine Kirche anzuzünden!

Was soll das? Hat irgendwer den Klugsch... nach seiner Meinung gefragt? Wie kommt man überhaupt auf die Idee, fremde Menschen derart unverschämt zu belehren?

Wirklich geärgert hat mich das Intermezzo aber nicht, eher amüsiert. Meine Oma hat immer gesagt: "Der Herrgott hat einen großen Tiergarten." Da ist was dran. Zweibeinige Rindviecher sind dort auch zu Hause.