Fölschnitz
Antrag abgelehnt

Kein Halteverbot am Fölschnitzer Kindergarten

Der Antrag von Klaus Wollnik (CSU), im Bereich des Fölschnitzer Kindergartens ein beidseitiges, eingeschränktes Halteverbot anzuordnen, wurde am Montagabend abgelehnt - und spaltete den Gemeinderat in zwei Lager.
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Ein beidseitiges, eingeschränktes Halteverbot im Bereich des Fölschnitzer Kindergartengeländes ist vorerst vom Tisch. Mit 6 zu 7 Stimmen wurde ein entsprechender Antrag von Gemeinderat Klaus Wollnik am Montagabend abgelehnt. Foto: Werner Reißaus
Ein beidseitiges, eingeschränktes Halteverbot im Bereich des Fölschnitzer Kindergartengeländes ist vorerst vom Tisch. Mit 6 zu 7 Stimmen wurde ein entsprechender Antrag von Gemeinderat Klaus Wollnik am Montagabend abgelehnt. Foto: Werner Reißaus
Auslöser dieser Forderung war für Wollnik die vor kurzem durchgeführte Feuerwehrübung am Kindergartengelände, die seiner Meinung nach deutlich die Probleme bei einem Ernstfall aufgezeigt hat: "Nach dem Eintreffen der Rettungsfahrzeuge machten die Dauerparker auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Durchkommen nicht mehr möglich." Wollnik, der auch Kommandant der Feuerwehr Ebersbach ist, betonte den dringenden Handlungsbedarf für die Gemeinde und damit den Gemeinderat - "im Interesse der Sicherheit der Kinder".

Fast eine dreiviertel Stunde diskutierte man sich im Gremium die Köpfe heiß. Nachdem Wollnik auf die beschlussmäßige Behandlung seines Antrags bestand, brachte die Abstimmung eine geteilte Meinung: Mit 6 zu 7 Stimmen wurde das Halteverbot abgelehnt.

Im Rahmen einer Bauausschusssitzung hatten die Gemeinderäte bereits mit den betroffenen Anliegern vor Ort diskutiert. "Auch kontrovers", wie Bürgermeister Stephan Heckel (CSU) feststellte. Auf eine endgültige Regelung habe man sich dabei allerdings nicht verständigen können.

Reinhard Kortschack (FW) machte dabei den Vorschlag, im Bereich des Spielplatzes weitere Parkplätze für den Kindergarten zu schaffen. Als eigentliches Problem wurden aber nicht die fehlenden Parkplätze auf der Straßenseite der Betreuungseinrichtung angesehen, sondern die Dauerparker auf der gegenüberliegenden Seite. Laut Heckel zeigten sich die Anlieger einsichtig; man habe sich dafür ausgesprochen, eine strikte Regelung mit Verkehrsschildern zu vermeiden.


Auto wichtiger als Kinder?


"Es geht mal wieder um das goldene Kalb, nämlich das Auto, und das ist anscheinend wichtiger als die Kinder. Ich bin am Wochenende dort vorbeigefahren, und es stehen wieder die gleichen Autos auf der Straße", schimpft Klaus Wollnik nun in der Sitzung am Montagabend und war auch der Meinung, dass die Dauerparker ihre Fahrzeuge jederzeit auf ihrem Grundstück abstellen könnten: "Mir geht es einfach um die Sicherheit der Kinder."

Reinhold Dippold (FW) vertrat die Ansicht, dass das Problem nicht durch die Schaffung zusätzlicher Parkplätze gelöst werden kann: "Die Eltern parken vor dem Eingang und nicht woanders." Das Problem lasse sich aber auch nicht mit Schildern lösen, sondern hier müsse an die Einsicht aller Beteiligten appelliert werden.
In den Bereich der Grimmschen Märchen verwies Klaus Wollnik eine Aussage von Anliegern, wonach die Marder die parkenden Fahrzeuge auf der öffentlichen Straße nicht angreifen, wohl aber auf dem Stellplatz auf dem eigenen Grundstück.

Willi Kolb (SPD) schlug vor, einen Teil des Gehwegs als Park-fläche auszuweisen. Damit werde das Durchfahren zumindest erleichtert.

Kein Problem aus der Sicht des Brandschutzes sah Heinz Mösch (CSU) und fragte: "Wollen wir ein Problem daraus machen?"


Kindergartenleitung soll auf Eltern einwirken


Reinhard Kortschack kam zu folgendem Ergebnis: "Wegen drei Unvernünftigen trete ich nicht 30 anderen an das Schienbein." Reinhold Dippold ergänzte: "Und ich sehe nicht ein, dass wir wegen der Unvernunft der Leute Geld ausgeben."

Stellvertretende Bürgermeisterin Barbara Semlinger (FW) sprach sich im gleichen Atemzug auch für ein einseitiges, eingeschränktes Halteverbot in der Heinrich-Taubenreuther-Straße aus. Dies stieß allerdings auf wenig Gegenliebe.

Nachdem der Antrag Wollniks abgelehnt worden war, sprach sich die Mehrheit des Gemeinderats dafür aus, zunächst nochmals an die Vernunft der Anlieger zu appellieren, damit die dem Kindergartengelände zugewandte Straßenseite nicht als Dauerparkplatz genutzt wird. Ebenso soll über die Kindergartenleitung auf die Eltern entsprechend eingewirkt werden, um die Situation mit gegenseitigem Verständnis zu entschärfen.
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