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Comedy

KKB: Blonde Lehrerin holt sich den Kabarettpreis

Der dritte KKB-Kabarettgewinner ist blond, frech und direkt: Christine Eixenberger.
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Der KKB-Kabarettpreis in diesem Jahr ist blond: Birgit Reichardt (rechts) überreichte den von der Kulmbacher Brauerei gestifteten Pokal an Christine Eixenberger. Foto: Klaus Klaschka
Der KKB-Kabarettpreis in diesem Jahr ist blond: Birgit Reichardt (rechts) überreichte den von der Kulmbacher Brauerei gestifteten Pokal an Christine Eixenberger. Foto: Klaus Klaschka
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Was die Eixenbergerin aus Miesbach unter der Decke des bürgerlichen Familienglücks mit dem Nachwuchs hervorzerrte, traf wohl auch die Erfahrungen des Publikums im wahren Leben. Ihr überreichte Birgit Reichardt schließlich den von der Kulmbacher Brauerei gestifteten Pokal.


Eigentlich zwei Siegerinnen

KKB-Chef Manfred Spindler hatte zwei Siegerinnen für das Finale zum 3. KKB-Kabarettpreis angekündigt. Zurecht, denn beide sind erwiesenermaßen gut. Immerhin haben sie sich in den Vorrunden jeweils gegen drei Konkurrenten durchgesetzt. Im direkten Vergleich zog das Publikum aber die leichte Unterhaltung der tiefgründigen bis sarkastischen Art von Andrea Geis vor. Obwohl Geis, alias Rose Neu, musikalisch ein weitaus größeres Kaliber ist und erfolgreicher mit dem Publikum spielen konnte.

Die Stimmung im Saal war neugierig gespannt beim Finale. Trotzdem war das Publikum in gut fränkischer Manier prinzipiell bemüht, jegliche Regung von Euphorie erst einmal zu unterlassen. In Franken wird halt nicht mal einem Komödianten etwas geschenkt.

Vor Christine Eixenberger und Andrea Geis lag ein gehöriges Stück Arbeit, den Saal zu begeistern und die Gunst des Publikums auf die eigene Seite zu ziehen. Beide Finalistinnen brachten im Prinzip Ähnliches wie das aus ihrem Programm in den Vorrunden.

Freunde habe sie nie gehabt, führte Andrea Geis in ihr neurotisches Leben ein. Der Hund habe nur mit ihr gespielt, wenn sie ein Kotelett um den Hals gehängt bekam. Und auch "Roses" Verhältnis zu Männern ist angespannt - für ihre Hymne an den Körpergeruch des Mannes selbst sowie dessen Socken suchte sie sich im Publikum denn auch zwei Opfer zum Anschmachten aus. Überhaupt kann "Rose Neu" Neurosen etwas Positives abgewinnen. Was macht es denn zum Beispiel, wenn ein Zwangsneurotiker halt viermal wieder nach Hause zurückläuft, um sich zu vergewissern, dass dort alles in Ordnung bleibt?

Andrea Geis hat versteckte Botschaften, nämlich, dass auch das Nicht-Normale ganz normal sein kann. Und sie brillierte auch im Finale wieder mit ihrer sehr wandelbaren Singstimme.

Doch das KKB-Final-Publikum hatte es lieber mit weniger Nachdenklichkeit. Christine Eixenberger erfüllte genau das. Sie äffte alle denkbaren Formen der Spezies Schüler nach. Den feisten Basti plump und direkt, die zickige, im jungen Alter fast schon laszive Melissa und den nicht ganz hellen Theodor, der sich wohl später mit diversen Schlitzohrigkeiten durchs Leben schlagen wird.

Und sie zieht auch über das Kultusministerium her - insbesondere das Herumschicken angehender Pädagogen im ganzen Bayernland, möglichst weit weg vom Heimatort. Sie schreibt diese Ausbildungsmaßnahme des Kultusministeriums der Boshaftigkeit einer Oberregierungsrätin dort zu und widmet ihr zum Schluss ein Lied in Hexenmanier.

Mit angeschlagener und heiserer Stimme - was ihr diesmal besonders leicht gefallen sein müsste. Mit einer Kanne voll Tee hatte sich Christine Eixenberger noch vor Vorstellungsbeginn schon durch den Saal geschlichen und war nach einem kurzen aber erfolgreichen Kampf mit dem Vorhang vor der Tür mit ihrer Erkältung in der Künstlergarderobe verschwunden. Beim Auftritt war sie aber professionell genug, sich nichts davon anmerken zu lassen.


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