Wer beim Namen des Gäßchens jedoch an Konditoren und leckere Backwaren denkt, ist auf dem Holzweg.
Der Name stammt vom Kulmbacher Bürger Johann Kuchenbacker, der 1874 dem Schnittwarenhändler Andreas Christ das "Gemeindestücklein auf der Kalten Marter am Saugraben" (heute Hundsanger 11) abkaufte.
Da der Weg zum Rehberg damals nur über den Siechengrund führte, baute Johann Kuchenbacker von seinem Grundstück aus einen Weg zu den Drei Steinen. Schon bald erfreute sich die neue Verbindung großer Beliebtheit.
Auch die Herren des Kulmbacher Magistrats nutzten das Gäßchen beim Spaziergang mit ihren Damen. Die ergriffen, wie andere Spaziergänger auch, besonders im Sommer die Gelegenheit, um sich dort mit frischem Obst zu versorgen - von den Bäumen auf Kuchenbackers Grundstück. Nachdem er dieser Praxis einige Zeit zugesehen hatte, beantragte Johann Kuchenbacker beim Magistrat, den Weg zu verlängern und an seinem Grundstück vorbeizuführen bis zum Hundsanger, was dann gar nicht überraschend auch gemacht wurde.
Das "Kuchenbackersgäßchen" war geboren samt der vielen "Gschichtla" und Geschichten, die sich im Lauf der Zeit dort zugetragen haben. Nur eine offizielle Bezeichnung des Weges fehlte bislang.
Von Oswald Ramming, Urenkel von Johann Kuchenbacker, wurde nun diese Idee wieder aufgegriffen. Zusammen mit Dr. Ewald Müller, dem ehemaligen Pressesprecher des Deutschen Städtetags, wandte er sich an die Stadt, um die entsprechende Zustimmung zu erhalten.
Nachdem die Verbindung bereits als beschränkt-öffentlicher Weg gewidmet ist und ein Straßen- bzw. Wegebenennungsverfahren wegen fehlender Erschließungsfunktion als nicht notwendig erachtet wurde, konnte OB Henry Schramm nun im Beisein von Oswald Ramming und Dr. Ewald Müller den Weg inklusive der entsprechenden Straßenbezeichnungsschilder offiziell zum Kuchenbackersgäßchen erklären.