Burghaig
Fernsehen

In der Kulmbacher Lindenstraße gibt es keine Serien-Fans

Seit 30 Jahren läuft im Ersten die Kult-Serie "Lindenstraße". Auch in Burghaig gibt es eine Lindenstraße. Wir haben und dort umghört - und keinen Fan gefunden.
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Werner (67) und Erika Brose (65) haben ihre Enkel Maja (7) Jule (8) zu einem Spaziergang durch die Lindenstraße eingeladen. Doch ansonsten machen sie sich nicht viel aus der gleichnamigen TV-Serie. Foto: Sonja Adam
Werner (67) und Erika Brose (65) haben ihre Enkel Maja (7) Jule (8) zu einem Spaziergang durch die Lindenstraße eingeladen. Doch ansonsten machen sie sich nicht viel aus der gleichnamigen TV-Serie. Foto: Sonja Adam
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Heute vor 30 Jahren wurde zum ersten Mal in der ARD die "Lindenstraße" ausgestrahlt. Doch die einstige Kult-Serie am Sonntagabend hat offenbar ganz schön an Beliebtheit eingebüßt - zumindest in der Lindenstraße in Burghaig.

Die Kulmbacher Lindenstraße ist so ganz anders als die aus dem Fernsehen. Es gibt kein griechisches Restaurant, keine Wohnblocks. Dafür viele Einfamilienhäuser mit großen Gärten. Wir treffen Erika (65) und Werner (67) Brose, zwei echte Bewohner der Lindenstraße, die mit ihren Enkeln Jule und Maja einen Spaziergang machen. "Anfangs haben wir die Serie geschaut, aber schon lange nicht mehr", sagen die Broses. "Lindenstraße? Kennen wir nicht", wundern sich Jule und Maja.


"Gibt es die immer noch?"


Einen Friseursalon gibt es jedoch auch in der Kulmbacher Lindenstraße. Manuela Felbinger (40) betreibt den kleinen Salon.
"Ach Gott, die Lindenstraße - gibt es die immer noch?", lacht sie. "Aber ich erinnere mich noch - früher war das Kult." Dann überlegt sie, nei n, Parallelen gebe es nicht. Das TV-Leben von Tanja Schildknecht (gespielt von Sybille Waury) verläuft ja selten in ruhigen Bahnen. Immer gibt es Turbulenzen, manchmal interessiert sich Tanja für Frauen, dann wieder nicht. Die einzige Ähnlichkeit zwischen Friseurin Tanja und der echten Lindenstraßen-Friseurin ist der Beruf. Und vielleicht die Haarfarbe: Denn Tanja und Manuela sind blond.
Manuela Felbingers Lieblingsfigur ist Mutter Beimer. "Die hat mich früher manchmal ganz schön aufgeregt", erinnert sie sich.


Fürs Jubiläum keine Zeit


Doch heute, wo Manuela Felbinger selbst ein Kind hat, hat sie schon mehr Verständnis für die Ansichten der Mutter der Nation. "Ich erinnere mich vor allem noch an die Musik. Immer wenn es gerade spannend wurde, war die Sendung aus."

"Wir schauen die Lindenstraße nicht mehr", sagt auch Willi Maier (78). Aber natürlich erinnern sich Willi Maier und seine Frau Hedwig (74) noch an die Kult-Serie. "Aber irgend wann haben wir dann aufgehört, uns jeden Sonntag hinzusetzen", sagt Hedwig Maier. Auch für die Jubiläumssendung hatten die Maiers keine Zeit. Willi Maier komplettierte lieber die Adventsdeko.

"Ich schaue die Lindenstraße schon lange nicht mehr", sagt auch Carolin Dressel (46). Und dass sie in der Lindenstraße aufgewachsen ist und jetzt auch wieder in der Lindenstraße wohnt, schafft keine Verbundenheit. "Bei uns ist alles ganz anders. Und außerdem muss ich sowieso arbeiten", sagt Carolin Dressel.

Auch ihr Vater Manfred Gorski (76) weiß noch genau, dass früher immer "Lindenstraße" geschaut wurde. Doch irgend wann habe das einfach aufgehört.


"Da ist mit die Zeit zu schade"


Im Haus Nummer 26 weiß Reiner Hofmann (62) so gar nichts von dem Kult-Status, den die Straße hat. Mutter Beimer, Else Kling, Tanja Schildknecht, Vassily - all diese Namen sagen Reiner Hofmann rein gar nichts. "Vielleicht habe ich die Sendung einmal gesehen, aber ich kann mich nicht erinnern. Ich mag so fortlaufende Serien nicht, da ist mir die Zeit zu schade", sagt Hofmann.

Und auch für die Jubiläumssendung machte er keine Ausnahme. Wenn er mal in eine Sendung reinschaut, dann vielleicht in "Dahoam is dahoam", gibt der Mitarbeiter der Stadt Kulmbach zu. Doch das ist natürlich eine ganz andere Kult-Serie.
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