Nach Abschluss der Erweiterung der Kläranlage und dem Anschluss aller Gemeindeteile war vor vier Jahren die Kanalgebühr um 30 Cent auf 1,90 Euro abgesenkt worden. "Wir mussten dies damals aufgrund des Kalkulationsergebnisses und der rechtlicher Vorschriften machen, es war aber bereits absehbar, dass sich die Einleitungsgebühr nicht dauerhaft auf diesem relativ niedrigen Niveau halten lassen wird", betonte Bürgermeister Günther Pfändner (CSU). So kam es letztlich auch, die Gebühr von 1,90 Euro erwies sich als nicht kostendeckend.

Stromkosten deutlich gestiegen


"Der Hauptgrund dafür sind die deutlich gestiegenen Stromkosten, die sich angesichts der zahlreichen Pumpwerke natürlich bemerkbar machen. Wir haben, da wir davon ausgehen, dass dieser Trend anhält, auch bereits für die kommenden vier Jahre jedes Jahr 1000 Euro für Strompreiserhöhungen einkalkuliert", so Pfändner.

Zudem seien in den vergangenen vier Jahren einige Pumpen ausgetauscht und ein ansehnlicher Aufwand mit Kanalspülungen betrieben worden. Insgesamt könne man aber zufrieden sein, wie weitgehend komplikationslos die neue Abwasseranlage laufe. Noch im Herbst sollen einige Hausanschlüsse in Schirradorf, über die offensichtlich Niederschlags-, Oberflächen- oder Grundwasser in den Schmutzwasserkanal läuft, saniert werden, um den Fremdwasseranteil im Abwasser und damit auch den Strombedarf der Pumpen zu senken.

Bei einer Kamerabefahrung des Schirradorfer Hauptkanals habe festgestellt werden können, aus welchen Grundstücken auch bei Trockenheit ständig klares Wasser laufe. Mit den betroffenen Hausbesitzern soll laut Pfändner gesprochen werden, damit möglichst noch im Herbst die notwendige Sanierung der Hausanschlüsse erfolgt.

Einstimmig wurde die 4518 Euro teure Anschaffung eines neuen, langsam drehenden Rührwerks mit einer Leistung von 1,5 Kilowatt für die Wonseeser Kläranlage beschlossen. Das alte Rührwerk war defekt und der Versuch, die Neuanschaffung durch den Einsatz einer alten Pumpe unnötig zu machen, erwies sich laut Pfändner nicht als wirklich praktikabel, zumal die Pumpe mittlerweile auch defekt ist. "Es hilft nur die Anschaffung eines neuen Rührwerkes, da das Abwasser immer wieder bewegt werden muss, damit die Bakterien arbeiten können und wir die geforderten Klärwerte schaffen", so der Bürgermeister.