Marktschorgast
Haushalt

In Marktschorgast sprudelt die Gewerbesteuer

Die Gemeinde hat gute Einnahmen, aber beim Landkreis Kulmbach müssen heuer 172 600 Euro mehr abgeliefert werden.
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Der Goldbergsee ist nicht nur idyllisch - er schlägt auch tüchtig im Haushalt der Gemeinde Marktschorgast zu Buche.  Foto: Archiv
Der Goldbergsee ist nicht nur idyllisch - er schlägt auch tüchtig im Haushalt der Gemeinde Marktschorgast zu Buche. Foto: Archiv
Einstimmig verabschiedete der Marktschorgaster Gemeinderat den Haushaltsplan 2014. Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von 3 021 874 Euro, der Vermögenshaushalt von 768 721 Euro. Nach wie vor sprudeln die Einnahmen bei der Gewerbesteuer, die heuer bei immerhin 900 000 Euro bringen soll. Dennoch wird für die Investitionen ein Darlehen von 175 000 Euro benötigt. Die Schulden der Gemeinde werden sich am Jahresende auf knapp 1,5 Millionen Euro belaufen, die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 1065 Euro. Damit liegt der Mark über dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen von 699 Euro im Jahr 2011.

Sehr erfreulich

Bürgermeister Hans Tisch höfer (FW) bezeichnete die Einnahmen durch Steuern und allgemeine Finanzzuweisungen als sehr erfreulich. "Bei den kostenrechnenden Einrichtungen wurden die Wassergebühren 2012 neu kalkuliert, und damit konnte bereits der Fehlbetrag abgedeckt werden. Was sich aber bereits abzeichnet ist, dass wir ab 2015 eine neue Kalkulation für die Abwassergebühren brauchen, denn hier ist bereits ein Defizit von 42 000 Euro aufgelaufen. Es schlägt aber auch zu Buche, dass wir heuer das Wasserrechtsverfahren neu beantra gen müssen, was uns allein knapp 20 000 Euro kostet", sagte er.

Herausragend bei den Einnahmen seien noch die Mieten und Pachten aus den gemeindlichen Wohnhäusern mit 214 500 Euro. Tischhöfer: "Das ist was ganz Tolles für Marktschorgast, denn unsere 43 Wohneinheiten sind voll ausgebucht."

Null Schlüsselzuweisungen

Bei den Ausgaben im Verwaltungshaushalt musste man allerdings feststellen, dass die Kreisumlage um 172 600 Euro gestiegen ist. Tischhöfer: "2012 ging es uns relativ gut, und bedingt durch die zweijährige Verschiebung beträgt die Kreisumlage 764 000 Euro. Die Erhöhung ist in etwa der Betrag der Neuverschuldung in diesem Jahr. Was uns aber auch trifft, ist, dass heuer bei der Schlüsselzuweisung eine Null steht."

Dennoch, so der Bürgermeister, sind im Vermögenshaushalt wieder zahlreiche Investitionsmaßnahmen geplant. Dabei habe man sich auf die wichtigsten Maßnahmen beschränkt. Herausragend dabei die Anfinanzierung für das neue Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr mit 100 000 Euro, der Investitionszuschuss für das Haus der Kinder mit 100 000 Euro und der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße in Pulst mit 115 000 Euro. Der Ansatz für die Sanierung des Wasserhochbehälters Steinhügel wurde auf Ottmar Popps Antrag von 100 000 auf 10 000 Euro zurückgefahren, weil nach Auskunft des zuständigen Ingenieurbüros heuer lediglich die Planungskosten anfallen. Dem Vorschlag schlossen sich SPD und CSU an. Mit dem einsparten Geld wurde die Darlehensaufnahme reduziert.

In den Stellungnahmen Fraktionen betonte Marc Benker (CSU), dass man nach dem Kommunalwahlkampf wieder auf die sachliche Ebene zurückkehren müsse, um gemeinsam etwas für Marktschorgast zu erreichen. 2. Bürgermeister Nikolaus Ott (SPD) dankte vor allem für den Investitionszuschuss zum Haus der Kinder. Uneingeschränkte Zustimmung signalisierte Ottmar Popp (FW) .

Bürgermeister ruft zur Demo auf

Die Gemeinde Marktschorgast, vertreten durch 2. Bürgermeister Nikolaus Ott (SPD), beteiligt sich offiziell am Protestmarsch gegen die Gleichstromtrasse am Ostermontag (Treffpunkt ist bei der Streitmühle; Abmarsch 14 Uhr). Die Einladung geht auch an die Marktschorgaster Bevölkerung, sagte Bürgermeister Hans Tischhöfer in der Gemeinderatssitzung: "Wer Zeit hat, soll sich bitte dort umschauen!"
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