Marktschorgast
Energie

In Marktschorgast ist der Nahwärme-Ofen angeschürt

Der Markt Marktschorgast feierte am Sonntag die Inbetriebnahme des ersten Teils des Nahwärmenetzes. Ab sofort werden 17 Anschlussnehmer versorgt. 2,7 Millionen Euro werden für dieses Leuchtturmprojekt investiert.
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Das Interieur des Heizhauses war von großem Interesse: Viele Marktschorgaster konnten es gar nicht erwarten, hinter die Kulissen blicken zu dürfen. Fotos: Sonja Adam
Das Interieur des Heizhauses war von großem Interesse: Viele Marktschorgaster konnten es gar nicht erwarten, hinter die Kulissen blicken zu dürfen. Fotos: Sonja Adam
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Große Freude im Markt Marktschorgast. Endlich ist die Vision vom eigenen umweltfreundlichen Nahwärmenetz wahr geworden. Die ersten 17 Anschlussnehmer bekommen Nahwärme. Mit einem Anschürfest, zu dem Naturstrom-Chef Thomas Banning höchstpersönlich mit dem Elektroauto aus Fochheim angereist war, wurde das gebührend gefeiert. Die Pfarrer Ignacy Kobus und Armin Baldruschat weihten das Heizhaus und freuten sich, dass das Nahwärmenetz einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Schöpfung leistet.

2,3 Millionen Kilowattstunden Wärme sollen in dem Heizhaus hergestellt werden. Das Nahwärmenetz hat ein Potential, mehr als 400 Tonnen Kohlendioxid einzusparen - pro Jahr.


Glücklich und zufrieden


"Dass wir heute das Heizhaus einweihen können, ist besonders erfreulich.
Es erfüllt mich mit Glück für die Kunden, weil sie endlich Nahwärme bekommen, mit Zufriedenheit für die Firmen und mit Freude für die Verantwortlichen der Zukunftsenergie Marktschorgast, dass ihre Vision doch noch wahr geworden ist", sagte Thilo Jungkunz, der bei Naturstrom das Projekt betreut.

Tatsächlich gab es immer wieder Skeptiker, immer wieder zeitliche Verzögerungen, weil noch Details - vor allem im Abschluss der Verträge mit der Gemeinde und den gemeindlichen Liegenschaften - zu treffen waren. Doch inzwischen sind 17 Anschlüsse realisiert. 1,9 Kilometer Netz sind verlegt, insgesamt sollen es einmal 5,6 Kilometer sein.

"Wir haben das Heizhaus in nur zwölf Monaten geschafft", freuten sich Thilo Jungkunz und die Geschäftsführer Ronny Metzner und Marc Benker von der Zukunftsenergie.


"Kulmbacher Banken taten sich etwas schwerer"


Insgesamt 2,7 Millionen Euro werden in Marktschorgast investiert - davon wird ein Auftragsvolumen von 2,2 Millionen an heimische Firmen vergeben. "Wir haben mit der Raiffeisenbank Gefrees einen guten Partner gefunden, die Kulmbacher Banken taten sich etwas schwerer", sagte Junkunz offen.

Tatsächlich musste das Nahwärmenetz in Marktschorgast immer wieder Stolpersteine überwinden, mehrere Male stand es kurz vor dem Aus.

Doch inzwischen sind alle froh, dass das zukunftsträchtige Projekt jetzt läuft. "Das ist eine tolle Sache", sagte Landrat Klaus Peter Söllner. Sein Stellvertreter Jörg Kunstmann freute sich, dass die Vision, die die Mannen der Zukunftsenergie mit Nachdruck verfolgt haben, wahr geworden ist.


Leuchtturmprojekt im Landkreis

Und auch der CSU-Landtagsabgeordnete Martin Schöffel war begeistert über die Dimension, die das Nahwärmenetz in Marktschorgast hat. Es wurde von allen als Leuchtturmprojekt im Landkreis verzeichnet.

Auch Bürgermeister Hans Tischhöfer fiel zur Einweihung ein Stein vom Herzen. Er freute sich über die Realisierung - und stellte beim Blick in den Kessel fest: "Ang'schürt is!".

Insgesamt sollen 87 Anschlussnehmer ans Netz gehen, weitere können noch folgen.

Im Vorfeld hatte das Nahwärmenetz noch einmal für Feuer im Ort gesorgt, weil die komplette Hauptstraße gesperrt werden musste. Für die Händler in der Vorweihnachtszeit eine Katastrophe. Doch inzwischen ist die Hauptstraße wieder halbseitig befahrbar. Längere Vollsperrungen sind nicht geplant.

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