Höferänger
Protest

Höferänger will den Verkehr im Dorf nicht haben

Anlieger wehren sich gegen die Erschließung des geplanten Neubaugebiets über die Straße nach Rosengrund. OB Schramm hat die Botschaft verstanden.
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Kleine Völkerwanderung: Das Interesse an der Informationsverantaltung der Stadt über das geplante Neubaugebiet in Höferänger war riesengroß.  Foto: Stephan Tiroch
Kleine Völkerwanderung: Das Interesse an der Informationsverantaltung der Stadt über das geplante Neubaugebiet in Höferänger war riesengroß. Foto: Stephan Tiroch
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Dieses Thema elektrisiert die Menschen: Halb Höferänger war auf den Beinen, um sich am Dienstagabend beim Ortstermin mit dem Stadtrat über das umstrittene Baugebiet zu informieren. Hier wurde deutlich, dass die Anwohner keinesfalls mit der geplanten Erschließung über die Straße nach Rosengrund einverstanden sind - wie sie es schon vorab in einem Brief an die Stadt mit 73 Unterschriften und einem Bericht bei inFranken.de getan hatten.

Es geht um ein Neubaugebiet am nördlichen Dorfrand, das die Baufirma Vogel, Unterzettlitz, erschließen will. Dort sollen auf 1,75 Hektar 22 Wohneinheiten auf 17 Parzellen entstehen. Bereits Anfang der neunziger Jahre ist das Projekt am Widerstand der Anwohner gescheitert.


Die Zufahrt

"Wir haben nichts gegen neue Nachbarn", sagte Burkhard Roßmark bei der Diskussion im Hotel "Dobrachtal", wohin eine kleine Völkerwanderung gepilgert war. Es könne aber nicht sein, "dass der Verkehr, auf der viel zu schmalen Straße Richtung Rosengrund durch die Ortschaft rollen soll. Es geht um die Zufahrt." Dafür bekam er viel Beifall der zirka 100 Zuhörer im Saal der Gastwirtschaft.

Auch die anderen Redner machten deutlich, dass der Verkehr jetzt schon unzumutbar sei. Zum Beispiel Martin Nöth: Er stellte fest, dass es auf der Dorfstraße viele Engstellen gebe. Fußgänger, Schulkinder, für die es hier keinen Gehsteig gibt, der normale Verkehr, dazu die Baustellenlastwagen und später noch die Autos der Neubürger: "Da wird sich's zwicken."


Die Sorgen

Seine Frau Adelheid Nöth sprach von "vielen brenzligen Situationen" und sagte: "Ein Wunder, dass noch nichts passiert ist." Sie selbst sei schon in höchster Not zur Seite gesprungen. "Wenn das Neubaugebiet kommt, dann wird was passieren", meinte sie.

Der frühere Kirchleuser Pfarrer Manfred Voigt befürchtete, dass sein Haus durch den Schwerlastverkehr in Mitleidenschaft gezogen werde. Das Fundament aus Sandstein könne bröckeln. "Wenn da was abrutscht, wer bezahlt mir das?" Die Dorfstraße sei früher eine Hohlgasse für Kuhgespanne gewesen und könne nicht verbreitert werden.


Die Alternative

Die Lösung des Problems ist nach Ansicht der Anwohner einfach: eine Erschließung von Nordosten über die parallel zur B 85 verlaufenden Straße nach Sackenreuth. "Planen Sie so eine Zufahrt, dann brauchen wir nicht mehr zu diskutieren", betonte Roßmark. Margitta Schoberth bot an, dass sie und ihre Schwester die notwendigen Grundstücke zur Verfügung stellen würden.

Käme diese Alternative für den Bauträger in Frage? Wäre diese Erschließung wirtschaftlich und realisierbar? Darauf gab es am Dienstagabend keine Antwort. Bauunternehmerin (und CSU-Stadträtin) Heike Vogel versicherte aber, "dass wir niemanden ärgern wollen". Das Baugebiet habe eine schöne Lage, "die man gut vermarkten kann". Es gebe auch schon Interessenten.


Die Botschaft

Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) will nach einem Kompromiss suchen, der den Interessen der Anwohner, der Baufirma und der Stadt gerecht wird. Er habe immer gesagt, "dass wir nichts machen werden, bevor wir mit den Bürgern gesprochen haben". Gegen das Vorhaben des Investors sei grundsätzlich nichts zu sagen. So habe es auch der Stadtrat gesehen und einstimmig das Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Derzeit werde das Projekt geprüft, endgültig beschlossen sei noch nichts. Schramm, der das Baugebiet als Chance für Höferänger bezeichnete, hielt nicht damit hinterm Berg, dass er die Botschaft der Versammlung verstanden hat: "Die Erschließung durch den Ort wird schwierig - das nehme ich heute mit."
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