Himmelkron
Flurbereinigung

Himmelkroner Wegebau kostet rund 350 000 Euro

Für die Landwirte war die Zweitflurbereinigung "Himmelkron-Schlömen-Trebgast" ein wahrer Glückfall. Jetzt wird das Verfahren mit einem Kostenvolumen von rund 350 000 Euro zum Abschluss gebracht - mit dem Bau von Wirtschaftswegen und Einzelhoferschließungen südlich der B 303.
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Mit weiteren Wegbaumaßnahmen wird die Zweitflurbereinigung in der Gemeinde Himmelkron in diesem Jahr zum Abschluss gebracht. Unser Bild zeigt (von links) Jürgen Riedelbauer vom Verband für Ländliche Entwicklung, Detlef Härtlein vom Bauhof der Gemeinde Himmelkron, die Landwirte Gerd Eichhorn und Hans-Klaus Opitz, Bürgermeister Gerhard Schneider und TG-Vorsitzenden Harald Peetz. Foto: Werner Reissaus
Mit weiteren Wegbaumaßnahmen wird die Zweitflurbereinigung in der Gemeinde Himmelkron in diesem Jahr zum Abschluss gebracht. Unser Bild zeigt (von links) Jürgen Riedelbauer vom Verband für Ländliche Entwicklung, Detlef Härtlein vom Bauhof der Gemeinde Himmelkron, die Landwirte Gerd Eichhorn und Hans-Klaus Opitz, Bürgermeister Gerhard Schneider und TG-Vorsitzenden Harald Peetz. Foto: Werner Reissaus
Stellvertretender Bürgermeister Harald Peetz, zugleich Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Himmelkron und örtlich Beauftragter, beziffert das Gesamtpaket mit allen bisherigen Maßnahmen auf rund eine Million Euro.

Beginn vor zwei Jahren

Der Beginn der Zweiflurbereinigung erfolgte vor zwei Jahren mit der Erschließung des 200 Hektar großen Bergfeldes in Richtung Michelsreuth. Danach wurden in der "Au" und im "Bühl" weitere Wegebaumaßnahmen umgesetzt, die die Arbeit der Landwirte erheblich erleichtern. Harald Peetz: "Wir waren 2002 eine der ersten Gemeinden, die diesen Antrag für das Wegebauprogramm gestellt haben. Das war schon eine große Anstrengung, das durchzubringen."

Derzeit ist die Firma Thomas-Bau dabei, einen neuen Wirtschaftsweg im Gebiet "Lange Gräben" mit einer Länge von 250 Metern als Verbindung von der Gemeindeverbindungsstraße Streit - Gössenreuth in Richtung B 303 anzulegen. Doe Strecke war bislang nur ein Grünweg, der jetzt mit einem Unterbau und einer Schotterdecke versehen wird.

Mit dieser Maßnahme werden auch die beiden Einzelhöfe Streit mit einer Asphaltstraße erschlossen. Harald Peetz: "Auch die Einzelhoferschließung läuft über die Zweitflurbereinigung. Im Ortskern von Himmelkron werden noch zwei Verbindungswege von der Ortsmitte in die Flur mit asphaltiert, auch die Führung des Oberflächenwassers wird verbessert. Hier geht es um zwei Bauabschnitte des ,Laubenweges'. Hinzu kommt, dass auch der ,Lange Graben' renaturiert wird. Der Entwässerungsgraben wird nicht nur verbreitert, sondern bekommt auch Ausbuchtungen. Die gerade Linienführung, die in den 1950-er Jahren noch gängige Praxis war, wird praktisch zurückgebaut."

Harald Peetz stellt besonders heraus, dass die beteiligten Landwirte und Grundstücksbesitzer bei der Zweitflurbereinigung voll mitgezogen haben.

Wasserrückhalt wünschenswert

Was er noch gern verwirklichen will, ist ein kleinerer Wasserrückhalt mit einem Schilfbecken unterhalb des Sportgeländes, um das Oberflächenwasser aus dem "Langen Graben" und dem "Streitmühlbach" zu reinigen. Dazu sind aber noch Absprachen mit dem Staatlichen Bauamt und dem Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg notwendig.

Peetz weiter: "Es wären auch noch hie und da Wege im Bereich der alten Bahntrasse, wo man eventuell in Richtung bis zur Staatsstraße über dieses Verfahren einen kombinierten Wirtschafts- und Radweg anlegen könnte. Das gilt ebenso für den Bereich der Bahntrasse von Himmelkron bis zur Gemarkungsgrenze nach Neuenmarkt.

80 Prozent Zuschuss

Die Baukosten von rund einer Million Euro werden mit 80 Prozent bezuschusst: 75 Prozent stammen aus EU-Bundesmitteln, weitere fünf Prozent bekommt die TG, weil die Gemeinde Himmelkron in dem Verbund der ILE "Markgrafen- und Bischofsland" ist. Hinzu kommt noch eine Pauschalförderung durch die Gemeinde von 50 000 Euro, aus der alten Flurbereinigung Himmelkron kommen weitere 50 000 Euro hinzu. Harald Peetz: "Am Ende verbleiben rund zehn Prozent der Kosten bei den Grundstücksbesitzern, was rund 250 Euro je Hektar für die komplette Maßnahme ausmacht. Das ist ein vertretbarer Kostenrahmen. Besitzer, die ihre Flächen langfristig verpachten, bekommen noch zusätzlich 50 Prozent der Kosten vom Freistaat Bayern erstattet."

Auch wenn die Gemeinde Himmelkron in die Tasche greifen muss, kommt Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) zu einem positiven Ergebnis: "Es ist ein ausgesprochener Glücksfall, dass Himmelkron im Rahmen der Zweitflurbereinigung die Möglichkeit hat, lange gewünschte Straßen, die auch teilweise in die Flur rausführen, über dieses Programm vernünftig mit ausbauen zu können. Dafür stellen wir gerne unser Geld zur Verfügung."
Die Wegebaumaßnahmen der Gemeinde Himmelkron bewegen sich im Kostenrahmen zwischen 180 000 und 200 000 Euro. Die Kommune kann je nach Maßnahme mit einer Förderung von 50 bis 80 Prozent rechnen.

Mustergültig

"Die Gemeinde hat sich aber auch mit einem Anerkennungsbetrag von 50 000 Euro an dieser Zweitflurbereinigung von vornherein beteiligt, weil wir zum Ergebnis kamen, dass auch unsere Bürgerinnen und Bürger beim Spazierengehen einen großen Vorteil davon haben. Was hier praktiziert wurde, ist eine Musterzusammenarbeit zwischen der Gemeinde, dem Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg, der Teilnehmergemeinschaft und den verantwortlichen Leuten vor Ort. Davon profitieren alle."

Auch Harald Peetz sieht das so. Er bedauert aber zugleich, dass sich die Nachbargemeinde Neuenmarkt bei der Anlegung einer Ausgleichsfläche nicht kooperativ zeigte: "Die Enttäuschung in der Vorstandschaft ist schon da, denn wir haben ja auch in unserem Verfahren Wege im Bereich der Gemeinde Neuenmarkt hergerichtet. Wir hätten von der Gemeinde Neuenmarkt 2500 Quadratmeter an Ausgleichsfläche benötigt, aber wir werden es auch ohne die Gemeinde Neuenmarkt schaffen."


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