Kulmbach
Verabschiedung

Herbert Schmidt: "Time to say goodbye"

Unter der Leitung von Herbert Schmidt wurde aus einem "beschaulichen Stadt- und Kreiskrankenhaus" ein modernes Dienstleistungsunternehmen. Am Freitagnachmittag wurde der 68-Jährige offiziell in den Ruhestand verabschiedet.
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"Die Arbeit hat mir immer sehr viel Spaß gemacht", sagt der langjährige Geschäftsführer des Klinikums Kulmbach, Herbert Schmidt. Foto: Jürgen Gärtner
"Die Arbeit hat mir immer sehr viel Spaß gemacht", sagt der langjährige Geschäftsführer des Klinikums Kulmbach, Herbert Schmidt. Foto: Jürgen Gärtner
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Herbert Schmidt war sichtlich ergriffen, als er mit Ovationen in den Ruhestand verabschiedet wurde. Freitagnachmittag sagten Politiker, Ärzte, Freunde und Weggefährten dem scheidenden Geschäftsführer des Kulmbacher Klinikums Dank für dessen Wirken.

Allen voran Zweckverbandsvorsitzender und Landrat Klaus Peter Söllner (FW): "Eine Ära geht zu Ende." Er unterstrich das mit dem Hinweis, dass Schmidt im März 1962 - also noch zu Adenauers Zeiten - am Klinikum zu arbeiten begann.

Die Verabschiedung im kleinen Rahmen entspreche dem Naturell von Herbert Schmidt, betonte Söllner. Schmidt, der dienstälteste Geschäftsführer in Oberfranken und vielleicht sogar in Bayern, wolle keine große Show.

Schmidt habe als Mit-Dreißiger 1982 die Geschäftsführung übernommen. Damals habe noch niemand die dynamische Entwicklung und Erfolgsgeschichte des Klinikums absehen können, so Söllner weiter. 220 Millionen Euro wurden in dieser Zeit investiert, ein Drittel davon seien eigene Mittel gewesen.

Die Patientenzahl stieg von 8000 im Jahr 1982 auf rund 22 000 im Jahr 2014. Und bei alledem sei es gelungen, dass stets der Patient im Mittelpunkt stand und in Kulmbach ein "Kontrapunkt zu anonymen Gesundheitskonzernen gesetzt wurde."

Auch OB Henry Schramm (CSU), zugleich stellvertretender Zweckverbandsvorsitzender, verwies auf das jahrzehntelange Wirken des 68-Jährigen. "Als er 1962 als Lehrling hier angefangen hat, haben die Beatles ihre erste Platte herausgebracht." Die Beatles gebe es schon lange nicht mehr.

Schmidt habe sich aber in all den Jahren als Macher erwiesen, der Neues aufzunehmen und für sein Haus zu nutzen wusste. "Ihr Leben war immer die Arbeit, genießen Sie nun den neuen Abschnitt", gab er Schmidt mit auf den Weg.

Für die Klinikumsleitung sprach Leitender Arzt Alfred Düring Dankesworte. Herbert Schmidt habe das Klinikum wie ein Puzzle Stück für Stück ausgebaut. "Und das geht immer weiter. Deshalb fällt es sicher nicht leicht, aufzuhören und das Puzzle aus der Hand zu geben."

Personalratsvorsitzender Frank Wilzok betonte, dass es stets ein gutes Miteinander mit der Geschäftsführung gegeben habe. "Wir standen noch nie als Gegner vor Gericht." Bei 1400 Mitarbeitern sei das wohl einzigartig in der Berufswelt. Auf eine gute Zusammenarbeit verwies auch Oberin Heidi Scheiber-Deuter von der Schwesternschaft Nürnberg vom BRK.

Und Herbert Schmidt selbst? Er sprach von einem "sehr emotionalen Moment", die Arbeit habe ihm immer Spaß gemacht. Er freue sich nun auf die Freizeit ohne Stress und Termindruck. "It's time to say goodbye", erklärte er - Zeit, auf Wiedersehen zu sagen.

Die Pläne für seinen Ruhestand sind eher bescheiden. "Ich hoffe, dass ich für das, was bislang zu kurz gekommen ist, Zeit habe." Zum Beispiel ein Buch lesen oder mit seiner Frau etwas unternehmen.
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