Laden...
Kulmbach
Gericht

Hasch und Crystal in der Wohnung gefunden

Im Zuge von Ermittlungen im Kulmbacher Drogenmilieu wurden Fahnder bei einem Handwerker fündig. Die Beamten fanden bei dem 47-jährigen Mann rund 7,5 Gramm Crystal und ein Gramm Haschisch. Trotz zahlreicher Vorstrafen kam er mit Bewährung davon.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das sind fünf Gramm Crystal Speed, eine gefährliche Droge, von der bei dem in Kulmbach angeklagten Handwerker die doppelte Menge gefunden wurde. Foto: Symbolbild/dpa-Bildfunk
Das sind fünf Gramm Crystal Speed, eine gefährliche Droge, von der bei dem in Kulmbach angeklagten Handwerker die doppelte Menge gefunden wurde. Foto: Symbolbild/dpa-Bildfunk
Ursprünglich hatte der Mann sogar zehn Gramm Crystal erworben, um es selbst zu konsumieren. Die Quittung dafür gab es jetzt vom Kulmbacher Amtsgericht. Wegen Drogenbesitzes wurde der Handwerker zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Er muss außerdem hundert Stunden unentgeltliche gemeinnützige Arbeit leisten.

Im Zuge von Ermittlungen im Kulmbacher Drogenmilieu hatte die Polizei zahlreiche Mobiltelefone überwacht und war dadurch auf den Angeklagten gekommen, berichtete ein Beamter der Kulmbacher. Schnell wurde eine Wohnungsdurchsuchung veranlasst. Tatsächlich wurden die Fahnder fündig.

"Ein Tütchen mit 7,5 Gramm Crystal hat er uns selbst ausgehändigt", sagte der Polizist. Daneben fanden die Beamten noch ein knappes Gramm Haschisch und die obligatorische Feinwaage. "Das Crystal soll aus Tschechien stammen, woher genau hat er nicht gesagt", meinte der Beamte.


Angeklagter schwieg

Vor Gericht machte der Angeklagte keine Angaben und ließ stattdessen seinen Verteidiger Alexander Schmidtgall aus Kulmbach sprechen. Sein Mandant, so erklärte der Jurist, räume alles ein, auch dass es ursprünglich nicht nur 7,5 sondern zehn Gramm waren, die er aus Tschechien eingeschmuggelt hatte. Die Droge sei ausschließlich zum Eigenverbrauch bestimmt gewesen. Nun wolle sein Mandant aber von dem Rauschgift loskommen und habe bereits eine Kostenzusage für eine Therapie in der Tasche.

Zum seinem Nachteil werteten Gericht und Staatsanwaltschaft die vielen Vorstrafen auf dem Konto des Angeklagten. Schon in den 1990-er Jahren war der Handwerker zu mehreren Geld- und Bewährungsstrafen wegen Drogenbesitzes verurteilt worden, auch für 2014 war eine weitere Strafe wegen Drogengeschichten verzeichnet.
Dazwischen gab es eine Trunkenheitsfahrt, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und eine Körperverletzung.

Trotzdem waren Staatsanwalt Rudolf Köhler und Verteidiger Alexander Schmidtgall in ihren Plädoyers einer Meinung. Beide forderten ein Jahr auf Bewährung, so wie es das Gericht unter Vorsitz von Nicole Allstadt letztlich auch verhängt hatte.

Lediglich die hundert Arbeitsstunden stellte der Verteidiger in Frage. Es sei schon zu hinterfragen, ob die Arbeitsstunden sinnvoll sind. Primäres Ziel sollte doch erst einmal eine Therapie sein, so der Rechtsanwalt.


Screenings werden gefordert

Das Gericht war anderer Meinung und setzte außerdem als Weisung fest, dass sich der Angeklagte jeglichen Drogenkonsums enthalten muss, was durch Screenings auch regelmäßig nachzuweisen sei.

Außerdem soll der Angeklagte weiterhin seine Termine bei der Suchtberatung wahrnehmen und nach deren Weisung verfahren. Tue er das nicht, dann müsse er die Bewährungsstrafe doch noch absitzen. Der Angeklagte trägt außerdem die Kosten des Verfahrens.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren