Kulmbach

Handel mit Marihuana: Kulmbacher angeklagt

Wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz musste sich ein Kulmbacher heute vor Gericht verantworten. Die Beweisaufnahme war eine Herausforderung.
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Ein Kulmbacher stand heute vor Gericht, er soll mit Marihuana gehandelt haben. Symbolfoto: Christopher Schulz
Ein Kulmbacher stand heute vor Gericht, er soll mit Marihuana gehandelt haben. Symbolfoto: Christopher Schulz
Ein Kulmbacher musste sich heute vor dem Amtsgericht einer Anklage wegen mehreren Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz stellen. Er soll in den Jahren 2015 bis 2017 wiederholt kleine Mengen Marihuana und Amphetamin erworben und diese dann unter anderem an einen Minderjährigen verkauft haben.

Der 26-Jährige, der momentan in der JVA Bayreuth einsitzt, ist kein Gelegenheitstäter. Während das Gericht heute die erste Verhandlung eröffnete, bereitet die Staatsanwaltschaft schon die nächste Anklageschrift vor. Im laufenden Verfahren werden ihm unerlaubtes Handeltreiben und unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln in über 90 Einzelfällen vorgeworfen. Hinzu kommt eine Anklage wegen unerlaubten Waffenbesitzes.

Detaillierte Angaben zu den Vorwürfen

Der Beschuldigte äußerte sich detailliert zu den einzelnen Vorwürfen. Teilweise räumte er den Kauf von Marihuana, Hasch und Amphetaminen ein, den Handel mit den verbotenen Substanzen gab er nicht immer zu. Es soll zu "Tauschgeschäften" - Chrystal Meth gegen Hasch - gekommen sein, erzählte er dem Gericht. Bei anderen Punkten erinnere er sich nur an gemeinsamen Konsum, stritt den gewerbsmäßigen Handel ab. Bei einzelnen Sachverhalten konnte er sich nicht an die Umstände erinnern, während er bei teilweise zwei Jahre zurückliegenden Geschäften noch Grammzahl und Grammpreis rekapitulieren konnte.

Angeklagter widerspricht sich

Ingesamt räumte er seine Schuld in einigen Anklagepunkten ein, stritt aber mindestens genau so viele Vorwürfe ab. Problematisch sah Richterin Nicole Allstadt, dass er heute teilweise seinen eigenen Aussagen, die er im vergangenen Jahr bei der Polizei gemacht hatte, widersprach.

Der verantwortliche Kriminalhauptkommissar aus Bayreuth fand dafür härtere Worte: "Der Angeklagte lügt grundsätzlich", sagte er im Zeugenstand. Er scheue nicht davor zurück, Polizei, Gericht und Ermittlungsrichter anzulügen, so der Beamte. Er glaube ihm kein Wort und verlasse sich deshalb einzig auf entsprechende Überwachungsprotokolle, die die Grundlage für Ermittlung und Anklage sind. Er fügte noch an: "Der Angeklagte ist seit Jahren im Geschäft, überall bekannt und unbelehrbar."

Wie vernetzt der vermeintliche Dealer war, zeigte sich auch heute. Aufgrund der Auswertung von Telefonüberwachung und Handyprotokollen lag dem Gericht eine Liste mit über 15 Personen vor, von denen der Angeklagte entweder Drogen gekauft, oder denen er etwas verkauft haben soll. Gegen die meisten laufen parallel Verfahren, einige waren heute auch als Zeugen geladen.

Fortsetzung im Mai

Die Beweisaufnahme wurde dann in zweierlei Hinsicht zur Geduldsprobe fürs Gericht: Von 13 geladenen Zeugen wollten sich zwei nicht äußern, um sich nicht selbst zu belasten, andere erschienen erst gar nicht. Schnell stand fest: Ein zweiter Verhandlungstermin ist unver meidbar, um alle relevanten Zeugen anzuhören. Die Verhandlung wird im Mai fortgesetzt.

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