Trebgast
Kabarett

Han's Klaffl hält Elternabend auf der Trebgaster Naturbühne

40 Jahre seines Lebens war Han's Klaffl selbst Musiklehrer an einem Gymnasium. Jetzt nimmt er seine ehemaligen Kollegen auf die Schippe.
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Wenn Han's Klaffl seine Lehrerkollegen auf die Schippe nimmt, bleibt kein Auge trocken. Foto: Sonny Adam
Wenn Han's Klaffl seine Lehrerkollegen auf die Schippe nimmt, bleibt kein Auge trocken. Foto: Sonny Adam
Das Programm "Restlaufzeit", das Han's Klaffl auf der Naturbühne Trebgast zeigte, war eigentlich ein Programm für Fortgeschrittene. Denn es handelte sich um den zweiten Teil seiner Lehrertrilogie. Doch auch für all diejenigen, die Klaffls ganz persönliche Abrechnung nach 40 Schuljahren nicht kannten, war die Vorstellung aberwitzig. Han's Klaffl lud die Oberfranken zu einem Elternabend am Lukas-Podolski-Gymnasium ein, stellte den Lehrkörper vor, der unter Denkmalschutz steht.

Der Sedlmaier war mit von der Partie, ein Lehrer, der "Schwellendidaktik" der schönsten Art betreibt: Sofort, nachdem er die Schwelle zum Klassenzimmer übertreten hat, macht er sich Gedanken, was er wohl für einen Unterricht mache. Klaffl erzählte auch vom "Gmeinwieser", dem langsamen Brüter, von der Sportlehrerin Hilde, die zwar auch schon jenseits der Fünfzig ist, aber sich auf Dreißig aufspritzen ließ, und vom Altphilologen Gregorius, der eine Schwäche für Cicero hat.


Hobby: Bandscheibenvorfall


Außerdem imitierte der Kabarettist den Hausmeister und natürlich seinen Kollegen "Güttlich", der die neuen Medien zu seinem Thema gemacht hat und als neuestes Hobby "Bandscheibenvorfall" hat.

Gemeinsam mit "seinen Kollegen" plauderte Klaffl aus dem Nähkästchen. Er verriet, dass in der großen Pause der Kopierer glüht - vor allem, wenn die eigene Steuererklärung kopiert wird. Doch Lehrer kann man nicht alle über einen Kamm scheren. Grundschullehrer könnten wunderbar laminieren, unkte der Kabarettist. Und dabei hatte er sogar die Lehrer, die im Publikum saßen, auf seiner Seite. Denn so mancher erkannte eine Eigenart wieder.

Ein großes Thema waren die modernen Medien. Denn während es schon sieben verschiedene Arten gebe, die Overheadfolie falsch aufzulegen, seien die Möglichkeiten durch Powerpoint nahezu unerschöpflich geworden. Und bei Güttlich funktioniert der Beamer nie.


Die Zeugnisch-Sprache


Han's Klaffl hauchte nicht nur stimmlich und mit gestisch all den verschiedenen Paukertypen Leben ein, sondern er sorgte mit eigenen Liedern für das i-Tüpfelchen. Besondere Höhepunkte im Schulleben sind die Wandertage und die Personalausflüge. Aber auch der Feueralarm gehört zu den regelmäßig wiederkehrenden kulturellen Aufgaben, vor allem dann, wenn der Chemielehrer mitmischt und ein bisschen Rauch vorbereitet hat.

Eine besonders witzige Einlage war Klaffls Zeugnisch-Sprache. Eltern verstünden Bemerkungen wie "Der aufgeweckte Schüler wirkte im Unterricht etwas verträumt" nicht, erklärte Klaffl. Denn Zeugnisch sei eine eigene Sprache.


In aberwitzigem Tempo


Auch für die aktuelle Schulpolitik hatte Klaffl so manchen Seitenhieb parat. "Der katholische Pfarrer gibt Sexualkunde, der Metzger Biologie, der Banker Ethik - wir stehen kurz vor der Einführung der allgemeinen Lehrpflicht. Also, wenn man kein Lehrerstudium hat ...".

Seine musikalischen Einlagen, die er mit Piano oder Bass begleitete, überzeugten. Und da das Beste immer am Schluss kommt, präsentierte Klaffl zum Ende in aberwitzigem Tempo sein "Abi-Albtraum-Lied".

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