Guttenberg
Grundsatzbeschluss

Guttenberger wollen ein Dorfgemeinschaftshaus

Der Guttenberger Gemeinderat fasste den Grundsatzbeschluss, einen Teil des Schulgebäudes für Vereine und Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Jetzt werden die Möglichkeiten abgeklopft, an Fördertöpfe für ein solches Dorfgemeinschaftshaus zu gelangen.
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Der rechte Teil des Guttenberger Schulgebäudes soll zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden. Diesen Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat gefasst. Foto: Matthias Beetz
Der rechte Teil des Guttenberger Schulgebäudes soll zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden. Diesen Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat gefasst. Foto: Matthias Beetz
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Der Gemeinderat will einen Teilbereich des Guttenberger Schulgebäudes in ein Dorfgemeinschaftshaus umfunktionieren. Einstimmig traf das Gremium am Montagabend diesen Grundsatzbeschluss und beauftragte Bürgermeister Eugen Hain (CSU), zusammen mit Architekt Harald Schramm ein Grobkonzept zu erarbeiten. Außerdem soll sich der Bürgermeister um etwaige Förderungen bemühen.

"Unsere Dorfgaststätte ist jetzt seit zwei Jahren dicht, es ist nicht mehr mit einem Investor zu rechnen", sagte der Bürgermeister. Hain hat die Vision, mit solch einem Dorfgemeinschaftshaus einen Ort für Vereins- und Gemeindeveranstaltungen zu schaffen.

"Es lohnt sich, zu investieren"

"Das Gebäude ist in einem guten Zustand, hier lohnt es sich, zu investieren", schlug stellvertretender Bürgermeister Klaus Witzgall in die gleiche Kerbe. "Ich bin auch dafür. Denn wenn ein Gebäude nicht genutzt wird, wird es schlechter", sagte Horst Bittermann (SPD/FGW). "Es geht ja jetzt erst einmal nur um die Entwicklung und darum, ein Konzept zu erstellen und Fördermöglichkeiten abzuklopfen", so Otto Kreil (CSU). Einhellig hießen die Ratsmitglieder diesen Vorschlag ihres Bürgermeisters für gut.

Ein weiteres Thema war der Fußweg zwischen Maierhof-Breitenreuth und der Kreisstraße. Bereits in der Mai-Sitzung war beschlossen worden, dass dem entsprechenden Antrag von Anwohnern aus Maierhof nicht entsprochen wird. Doch am Montag war "Unterschriftensammler" Michael Andraschko persönlich in die Sitzung gekommen. Er machte dem Gremium klar, dass die Maierhofer mit der vor wenigen Monaten getroffenen Entscheidung, stattdessen die bestehende Straße auszubauen, mit Ausweichbuchten zu versehen und für eine ausreichende Beleuchtung zu sorgen, auf keinen Fall einverstanden seien.

Bürgermeister Eugen Hain (CSU) erklärte, dass vor allem die Situation im Winter die Räte zu dieser Entscheidung bewogen habe. Doch Andraschko wandte ein, dass auch Kinder auf der Straße unterwegs sind und vor allem im Winter die Situation gefährlich werden könnte. Auch nachts sei es gefährlich, sich auf der Straße zu bewegen - auch wenn sie ausgebaut und mit Ausweichbuchten versehen ist.

Schützenhilfe bekam der Maierhofer von Bürgermeister Eugen Hain. Der hatte schon bei der ersten Sitzung, in der das Thema behandelt worden war, den Vorschlag eingebracht, einen Fußweg in Verlängerung des bestehenden Weges auf dem Grundstück von Norbert Zuber anzulegen. Der Fußweg könnte in Eigenleistung erstellt und so angelegt werden, dass er mehrere "Podeste" hat. So könnte das Gefälle entschärft werden. Der alte Treppenaufgang könne allerdings nicht reaktiviert werden.

Ersten Kostenschätzungen zufolge sei die Ausleuchtung dieses Weges mit LED-Lampen etwa 1650 Euro teuer. Wenn man bei der Entscheidung bleibe, die Straße auszubauen, würden allein für die Ausleuchtung zwischen 6800 Euro für herkömmliche Leuchten oder 7400 Euro für LED-Leuchten anfallen, gab Hain zu bedenken. Er bat das Gremium deshalb, die Entscheidung zu revidieren.

Schließlich entsprach das Gremium dieser Bitte: Die Maierhofer bekommen also einen Treppen- und Podestaufgang, wie es der Bürgermeister bereits vorgeschlagen hatte. Der Weg wir neben dem bestehenden Treppenaufgang angelegt und führt über das Grundstück von Norbert Zuber.

"Der Weg wird teurer"

Horst Bittermann (SPD/FGW) prophezeite, dass der Weg teuerer kommen werde, "als alle glauben", weil auch noch Treppen beschafft werden müssen, der Aufwand größer sei und weil unbedingt eine Stützmauer und ein Handlauf nötig seien. "Dieser Weg kostet uns mehr als 10 000 Euro", schätzte er.
Auch Thomas Jaeckel (SPD/FGW) vertrat diese Meinung. "Naja, wenn die Anwohner den Weg wollen, dann können wir uns nicht quer stellen", sagte Klaus Witzgall (CSU).

Die Gemeinderäte ließen vorsorglich ins Protokoll aufnehmen, dass der neue Fußweg auf keinen Fall geräumt und gestreut wird. Angelegt werden soll der Weg mit möglichst viel Eigenleistungen des Bauhofs. Für die Beleuchtung werden LEDs für 1650 Euro beschafft.

In diesem Jahr sind für den Fußweg allerdings keine Mittel im Haushalt vorgesehen. Bis das Projekt realisiert wird, kann es also noch ein bisschen dauern.

In der Sitzung ging es außerdem um das alte Gärtnerhaus, das zwischen 1770 und 1790 am Hohberg 2 erbaut wurde und das der Gemeinderat am liebsten abreißen würde. Doch diesen Gedanken wollte bislang niemand weiterverfolgen. Denn schließlich steht das Haus, das im Verlauf seiner Geschichte auch einmal eine katholische Schule war, unter Denkmalschutz. "Man müsste eigentlich einmal einen Antrag auf Abriss stellen", sagte stellvertretender Bürgermeister Klaus Witzgall in der Sitzung am Montagabend.

Architekt Harald Schramm erläuterte, dass nach seinem ersten Eindruck das Dach weitgehend erneuert werden muss. Außerdem müsse eine Wärmedämmung angebracht werden. Und auch die unter dem Dach liegenden Wohnungen hätten eine Sanierung nötig. Die Kosten schätzt der Architekt auf rund 450 000 Euro. Die Wohnung im Erdgeschoss sollte in einen Keller umfunktioniert werden.

In den nächsten Wochen will Schramm prüfen, ob das gesamte Dach komplett erneuert werden muss. Die Räte ermächtigten Verwaltung und den Architekten, die Anträge an die Denkmalbehörde zu stellen. Wenn eine komplette Erneuerung des Daches günstiger ist als eine Sanierung nach denkmalschützerischen Aspekten, dann solle diese Variante favorisiert werden.

Außerdem ermächtigten die Räte die Verwaltung, sich für einen vorzeitigen Baubeginn stark zu machen. Denn die Zeit für die umfangreiche Maßnahme dränge. "Es wird sehr knapp, sehr eng, und alles muss laufen", gab auch Architekt Harald Schramm zu. Fest steht jedenfalls: Das Haus muss noch vor dem Winter saniert werden.
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