Vor der dritten Zugabe räumte Thomas Goller ein, dass er vor diesem Auftritt schon etwas Bammel hatte. Aber davon merkte niemand etwas. Er war stolz, zum ersten Mal vor einer solchen Kulisse zu spielen: "Wenn ich daran denke, wie alles im Wohnzimmer von Toms Schwester angefangen hat..."

Tom Götz hatte ein Heimspiel. "Wenn ich ins Publikum schaue, entdecke ich viele, auch ehemalige (Musik-) Schüler von mir." Entsprechend gelöst und selbstbewusst wirkte er von Anfang an. "Wir haben Euch nicht mehr versprochen, als die ‚Besten Songs der Welt‘ zu spielen."

Und die präsentierten sie postwendend. Alles "Ohrwürmer" für das sachkundige Publikum: Gleich zu Beginn "Take the long way home" von Supertramp, gefühlvoll untermalt von Gollers Mundharmonika. Bereits hier rechtfertigte er seinen Ruf als "Meister der sanften Stimme." Beim "Piano Man" haute Tom gleich richtig in die Tasten und sang, mal gefühlvoll, dann wieder aus voller Brust. Das folgende "My life", ein Song von Billy Joel, bei dem Tom schon mal voll aus sich herausging, führte bereits dazu, dass sich einige Besucher auf der "Route 66" wähnten und ihren Kopf im Takt hin und her wippten. Fast passend zum Wetter dann "Tequila sunrise", ein Song der "Eagles" von 1973.

Nach fünf Titeln bekam das Duo Unterstützung durch die "Gastmusiker" Bernd Schricker aus Hof am (Alt- und Sopran-) Saxophon und Mike Müller aus Wallenfels am Schlagwerk. "Jetzt wird es für uns richtig teuer. Aber einmal im Jahr leisten wir uns das", kündigte Thomas die Beiden großzügig an.

Die Gäste waren zweifellos eine gelungene Ergänzung: Das Saxophon wirkte nicht aufdringlich - "der Bernd ist auch eher schüchtern" (O-Ton Thomas). Den typischen Saxophon-Song "Baker Street" von Gerry Rafferty kündigte er trotzdem selber an. Bernd hatte es an diesem Abend nicht leicht, denn sein Instrument verstimmt sich bei diesem Wetter leicht. Auch das Schlagwerk setzte erst einmal sparsam ein, verteilte aber seine "Schläge" routiniert, meistens völlig relaxt, gleichzeitig links, rechts, unten und oben, genau da, wo es eben effektiv war. Bei seinem großen Auftritt mit "Africa" von Toto war Trummer" Mike der Beifall gewiss.

Nach Hard Rock von ACDC (You shook me all night long), folgte "Give a little bit”, bei dem Thomas auf seine 12-saitige Gitarre wechselte. Bei "The logical song" von Supertramp klatschten die Besucher bereits nach den ersten Tönen mit.

Locker und launig moderierten "G&G" abwechselnd nicht nur ihre 23 gespielten Titel an. Es wurden auch schon mal private Details bekannt. So deckte Tom zum Beispiel die familiären Verhältnisse der Musiker auf: "Zu Viert haben wir elf Kinder. Das Besondere daran ist aber: Thomas hat allein sechs. In seinem Wohnort wird er als ‚Fruchtbarkeitsgott‘ verehrt." Oder er appellierte an die Zuhörer: "Wir dürfen nächstes Jahr unter der Voraussetzung wieder hier spielen, wenn jeder von euch noch einen mitbringt."

Michael Schlie und Stefan Laaber zauberten stimmungsvolle Lichteffekte auf die Bühne und tauchten die Naturkulisse abwechselnd in blau, grün, lila, pink, rot oder violett. Die so in Szene gesetzten Felsen im Hintergrund revanchierten sich dafür mit einer idealen Klangwiedergabe an das Publikum.