Achim Schneider wärmt seine Finger an einer Tasse Glühwein und blickt versonnen in die Runde: Vor dem geistigen Auge bauen sich viele schöne Erinnerungen auf, an die schönen Zeiten im Burghaiger Traditionsgasthof "Zum Adler". "Man könnte denken, dass hier gestern noch Betrieb war. Die Gaststube wirkt so heimelig wie früher", sagt Schneider.
Doch die Realität sieht anders aus. Seit 2007 ist das Wirtshaus geschlossen und steht leer. "Immer, wenn wir das prächtige Fachwerkhaus sehen, beschleicht uns die Wehmut. Als der Adler abends beleuchtet war, hat man schon von weitem die Heimat gesehen", betont Schneider.
Beim Ortstermin am Freitag, zu dem die SPD-Stadtratsfraktion und der Burghaiger Stammtisch "Rote Socken" eingeladen haben, ist es bitterkalt und den Besuchern wird klar, dass nicht nur eine neue Heizungsanlage notwendig ist, sondern dass auch in den Zimmern der Obergeschosse und am Dach viel getan werden muss.
Für die Eigentümergemeinschaft steht fest, dass man das Gasthaus nicht mehr an einen Pächter vergeben will. Gesucht, so Müller-Haidmann, werde ein Käufer. Die Preisvorstellung von 180 000 Euro hält der Architekt für gerechtfertigt. Sie ergebe sich schon allein aus der Grundstücksgröße von 10 000 Quadratmeter.
"Wir in Burghaig hoffen, dass das Haus nicht verfällt und dass wieder Leben einzieht", meint Achim Schneider beim Rausgehen. Dass es vielleicht wieder so wird wie früher, "als der Arbeiter neben dem Schlipsträger saß und alle sich geduzt haben".

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