Kulmbach
Kammerorchester

Gelungener Einstand des neuen Dirigenten Grünke

Der neue Dirigent Thomas Grünke gab sein gelungenes Debüt bei den Weihnachts- konzerten mit dem Kulmbacher Kammerorchester.
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Das Kulmbacher Kammerorchester mit dem neuen Dirigenten Thomas Grünke. Foto: Stephan Herbert Fuchs
Das Kulmbacher Kammerorchester mit dem neuen Dirigenten Thomas Grünke. Foto: Stephan Herbert Fuchs
Es war ein überaus gelungener Einstand, den Thomas Grünke am Sonntag bei zwei Konzerten mit dem Kulmbacher Kammerorchester gefeiert hat. Das traditionelle Weihnachtskonzert fand diesmal bereits am Nachmittag in der Bartholomäuskirche in Ludwigschorgast und am Abend dann in der Kreuzkirche statt, und zum ersten Mal stand der neue Dirigent aus Kasendorf bei den Auftritten am Pult. Thomas Grünke ist seit rund zwei Jahrzehnten als Organist in Trebgast tätig und leitet dort auch den Kirchenchor, den er gleich bei seinen Debütkonzerten in das Programm integriert hat.

"Unsere Kirche platzt aus allen Nähten", sagte Pfarrer Martin Wolff, und tatsächlich mussten schon lange vor Beginn zusätzliche Stühle in den Kirchenraum gebracht werden, um alle Zuhörer unterzubringen. Orchester und Chor war aber auch mit einem populären, barocken weihnachtlichen Programm angetreten, das bestens geeignet war, die Herzen der Zuhörer zu berühren und die Menschen auf das Fest einzustimmen. So gleich zu Beginn mit dem Eingangschor und dem Sopransolo aus Georg Philipp Telemanns Kantate "Machet die Tore weit", bei dem zunächst der hervorragend disponierte Trebgaster Kirchenchor und dann die junge Kulmbacher Sopranistin Lisa Stenglein stimmgewaltig die frohe Botschaft verkündeten.

Musikalischer Höhepunkt war sicherlich Georg Friedrich Händels D-Dur-Suite für Trompete und Orchester mit dem jungen und bereits international gefeierten Solisten Moritz Görg, der schon öfter in der Region zu erleben war. Klar durchgestuft und differenziert phrasierend spielte er das fünfsätzige Werk, das auch vom begleitenden Orchester fein gegliedert und in der Struktur gut durchhörbar aufgeführt wird. Der Ton des aus Ulm stammenden Trompeters ist in allen Bereichen fein ausbalanciert und seine Linienführung elastisch und präzis, so dass Händel an diesem Abend in einem ganz wunderbaren und kräftigen Glanz erstrahlte.

Fünf Weihnachtslieder, a capella von dem über 60 Frauen und Männern starken Chor aufgeführt, standen im Zentrum des Konzertes, darunter auch das bekannte "Es ist ein Ros entsprungen", dessen vierstimmiger Chorsatz von dem protestantischen Kirchenkomponisten Michael Praetorius stammt. Kraftvoll in den Frauenstimmen, vielleicht etwas dünn bei den Tenören und Bässen erklang der Chor, der von zahlreichen Gastsängern des Plassenburg Singkreises und des Untersteinacher Chores Verstärkung erfuhr.

Angenehme Tempi und ganz der Partitur entsprechend ein Gleichgewicht zwischen Solisten und Orchester: das ist es, was die Aufführung des Doppelkonzerts für zwei Violinen von Johann Sebastian Bach ausmachte. Bachs Konzert war nie auf den solistischen Effekt ausgerichtet, und so verstanden es die Solisten Katharine und Albert Huber auch bestens, sich nicht etwa in den Vordergrund zu spielen, sondern auch dem umsichtig geleiteten Orchester genügend Raum zur Entfaltung zu lassen. Richtiges Teamwork sozusagen, dazu ein Bach mit Vitalität und ein Orchester, das durchaus mehr bot als die Übernahme einer reinen Begleitungsfunktion.

Zwei Chorsätze und ein Instrumentalsatz aus Händels "Messias" rundeten das Programm ab, wobei Chor und Orchester die Kontraste hervorragend herausarbeiteten, dabei rhythmisch präzise und dynamisch lebendig musizierten.

Bei Händels Weihnachtslied "Tochter Zion" durften schließlich alle mitsingen, ein Angebot, das auch gerne angenommen wurde.

Am Ende dann gab es nicht nur eine Zugabe aus Händels "Messias", sondern auch viele Worte des Dankes an den neuen Dirigenten und vor allem an seinen Vorgänger Horst Degelmann, der 35 Jahre an der Spitze des Orchesters stand. Oberbürgermeister Henry Schramm berichtete von genau 269 Auftritten Degelmanns, davon fast 100 Orchesterkonzerte unter Degelmanns Leitung. "Für sie war es mehr als ein Job, für sie war es eine Herzensangelegenheit", sagte der zu Degelmann und überreichte ihm ein Ehrenwappen der Stadt.
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