Kulmbach

Geheimnisvolle Kerben im Kulmbacher Sandstein

In der Kulmbacher Altstadt und auf der Plassenburg kann man zahlreiche Schleif- und Wetzrillen entdecken. Was verbirgt sich hinter diesen Zeichen?
Artikel drucken Artikel einbetten
Schleif- und Wetzrillen entdeckt man in Kulmbach unter anderem auf der Plassenburg. Foto: Erich Olbrich
Schleif- und Wetzrillen entdeckt man in Kulmbach unter anderem auf der Plassenburg. Foto: Erich Olbrich
+2 Bilder
Wer mit offenen Augen durch alte Städte geht, dem fallen an den unterschiedlichsten Gemäuern längliche Einkerbungen auf. Sie sind - wie auch in Kulmbach - an historischen Gebäuden zu finden, vor allem an Sakral- oder Profanbauten.

Diese auffälligen Schleif- oder Wetzrillen sind oft 15 bis 25 Zentimeter lang, zwei bis drei Zentimeter breit und tief und weisen häufig auch seitliche Auskeilungen auf.


Meinungen gehen auseinander


Über die Bedeutung dieser rätselhaften Rillen gehen die Meinungen auseinander. Einige Geschichtsforscher vermuten, dass sie in längst vergangenen Zeiten beim Schärfen von Hieb- und Stichwaffen entstanden sein könnten.

Andere Experten gehen davon aus, dass man früher Sand aus den Steinen herausgekratzt hat, um daraus zum Beispiel Amulette herzustellen. Auch könnten mit einem Feuerstein oder Stahlstift Funken geschlagen worden sein. Von den Rillen sollten schließlich in alten Zeiten Fruchtbarkeits- oder Abwehrzauber ausgehen.


Uralte Zeichen


Bereits aus der Hallsteinzeit (etwa 600 Jahre vor Christus) sind ähnliche Rillen bekannt. In Kulmbach findet man sie am Weißen Turm sowie an der Südseite des Chors und rechts am Turmportal der Petrikirche.

Wer genau hinschaut, kann diese Einkerbungen auch an der Pfarrscheune an der Ecke Kirchwehr/Festungsberg, am Turmsockel an der Spitalkirche erkennen.

Auch einzelne Gebäude der Kulmbacher Innenstadt tragen diesen geheimnisvollen Schmuck: die Häuser Fischergasse 22 (rechts und links im unteren Bereich der Türlaibung), Obere Stadt 9 (links und rechts der Torlaibung) und Obere Stadt 14 (zwei auszementierte Rillen in der Laibung des Portals).

Schließlich fallen auch auf der Plassenburg, dem Wahrzeichen der Bierstadt, Rillen am Eckquader und an den beiden davor liegenden Quadern vor der "Burgschänke" auf.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren