Laden...
Kulmbach
Gericht

Gefängnisstrafe für Bierfestschläger?

Alle Beteiligten waren stark betrunken, deshalb konnte auch keiner mehr zur Aufklärung der Straftaten beitragen. Bei Bierwochenschlägereien, die in der Regel ein halbes bis dreiviertel Jahr danach vor Gericht aufgearbeitet werden, ist das wohl eher der Normalfall. Im Prozess gegen einen 23-jährigen Mann aus Neuenmarkt bemüht sich das Gericht trotzdem um eine genaue Aufklärung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Symbolfoto: Christopher Schulz
Symbolfoto: Christopher Schulz
Hintergrund ist die lange Vorstrafenliste des Angeklagten. Sie könnte ihm aufgrund mehrerer einschlägiger Verurteilungen eventuell zum Verhängnis werden, soll heißen: eine Gefängnisstrafe steht im Raum.

Am Ende eines langen Bierfesttages soll der 23-Jährige am 28. Juli gegen 0.15 Uhr vor dem Bierstadl zunächst einen 19-Jährigen, dann einen 20-jährigen angepöbelt und anschließend einen Faustschlag ins Gesicht verpasst haben. Danach wollte er offensichtlich flüchten. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hatte ihn allerdings verfolgt. Als der Mann den Angeklagten stellte, holte der mit seinem Bierkrug in der Hand aus und traf den Security-Mitarbeiter mit voller Wucht im Gesicht.
Auch er habe Schwellungen und Schmerzen erlitten, heißt es in der Anklageschrift, die dem 23-Jährigen drei Fälle der Körperverletzung zur Last legt.

Nicht, dass der Angeklagte die Taten leugnet, er hat nur keinerlei Erinnerung mehr daran. Die beiden vermeintlichen Opfer seien weder Freunde noch Feinde, von einer Schubserei und einem Gerangel wusste er noch zu berichten und, dass er es an jenem Abend zu sechs Maß Bier gebracht hatte. "Eigentlich trinke ich keinen Alkohol", sagte der Mann trotzdem. Alkoholproblem habe er keines. "Es war halt Bierwoche." Für ihn allerdings künftig nicht mehr, denn ab jenem Abend hatte er Hausverbot im Stadl.

Die beiden Geschädigten betonten in ihrer Zeugenaussage, dass sie kein Interesse an einer Strafverfolgung des Mannes hatten. Beide waren allerdings fast noch stärker betrunken, als der Angeklagte selbst und konnten somit zum Tathergang wenig sagen.

Der getroffene Security-Mitarbeiter berichtete von Schwellungen und Rötungen im Bereich der Augen. "Er hat mich voll erwischt", sagte der Mann, der sich auch noch daran erinnern konnte, dass der Angeklagte nach dem Schlag mit dem Bierkrug vermutlich wegen seiner Alkoholisierung selbst zu Boden gegangen war. Die ganze Gruppe sei sehr schwierig gewesen, denn alle waren erheblich betrunken, so einer Polizisten.

Wer noch zu der Gruppe gehörte und die Schläge beobachtet hatte, das wollen die Prozessbeteiligten jetzt bis zum 3. Februar herausfinden. An diesem Tag soll der Prozess gegen den 23-Jährigen fortgesetzt werden. "Das Geschehen muss aufgeklärt werden", forderte Verteidiger Wolfgang Schwemmer.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren