Trebgast
Sicherheit

Gefährliches Eis auf dem Trebgaster Badesee

Das Eis auf dem Trebgaster Badesee ist gefährlich. Deshalb ist das Betreten der zugefrorenen Fläche nicht gestattet - nicht einmal auf eigene Gefahr. Eine Pause mit der Wasserpfeife am Uferrand kann aber niemand verbieten. Wir haben zwei "Genießer" getroffen.
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Sehr unterschiedlich ist die Dicke des Eises auf dem Trebgaster Badesee. Der Grund dafür sind die unterirdischen Quellen. Fotos: Dieter Hübner
Sehr unterschiedlich ist die Dicke des Eises auf dem Trebgaster Badesee. Der Grund dafür sind die unterirdischen Quellen. Fotos: Dieter Hübner
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Die Möglichkeiten, das Trebgaster Naherholungszentrum zu nutzen, sind vielfältig, und das zu jeder Jahreszeit. Eislaufen oder Eisstockschießen war in den vergangenen Wintern wegen des fehlenden Frostes schon nicht mehr möglich. Doch selbst, wenn es kalt genug wäre: Das Betreten des Badesees ist nach Auskunft des zuständigen Leiters des Ordnungsamts in der Gemeinde, Harald Will, grundsätzlich verboten. Darauf weisen auch verschiedene Schilder am Eingang hin.

"Das ist notwendig, weil wir die Verkehrssicherungspflicht nicht gewährleisten können. Dazu müsste man täglich die Eisdicke messen. Die Tragfähigkeit des Sees ist gerade deshalb so unterschiedlich, weil er von unterirdischen Quellen gespeist wird. Dadurch entstehen überall verschiedene Eisstärken. Das birgt bei dieser Fläche so große Gefahren, die können wir nicht übernehmen. Wo sollen wir da unsere Probebohrungen machen?", rechtfertigt Will die Haltung der Kommune.

Auch nicht auf eigene Gefahr

Im Klartext bedeutet das: Auch das Betreten auf eigene Gefahr ist nicht gestattet.
Aber auch ohne Pirouetten und Eishockey gibt es genug Möglichkeiten, sich am Badesee zu erholen. Familien mit Kindern nutzen den 1,5 Kilometer langen Rundweg um den See genauso wie etwas ältere Mitbürger, die gemütlich um das Areal spazieren. Oft zu beobachten sind vornehmlich weibliche Gruppen, die beim Austauschen der neuesten Nachrichten und Gerüchte spätestens alle 100 Meter stehen bleiben, um ihren Worten den nötigen Nachdruck zu verleihen. Wer noch etwas jünger ist, umkreist den See joggend und etwas heftiger atmend. Und natürlich sind Nordic-Walker anzutreffen.

Dann gibt es noch die (Sonnen-)Hungrigen, die sich nicht nur auf ein leckeres Stück Torte und einen frischen Cappuccino, sondern nach dem oft tristen Winter endlich wieder auf eine ausgiebige Portion Sonnenschein freuen. Eine neue Möglichkeit konnten zahlreiche Besucher am Dienstag bestaunen: Zwei junge Männer genossen direkt am Ufer eine Shisha-Session.

Mit dem Fasching nichts am Hut

Altmodisch ausgedrückt könnte man auch sagen: Sie haben Wasserpfeife geraucht. Darauf angesprochen, ob das ihre Art sei, Fasching zu feiern, antwortet der Eine: "Ich bin nicht so der Verkleidungskünstler." Sein Kumpel fügt hinzu: "Ich bin zwar am 11. 11. geboren. Aber mit Fasching habe ich nichts am Hut."

In aller Ruhe begannen sie mit den Vorbereitungen für ihr Vergnügen. Eine Rauchsäule - die Base -, die es in verschiedenen Materialen wie Alu, Glas oder Holz gibt, wird mit Wasser gefüllt. Darauf wird ein Topf gesetzt, der den Tabak aufnimmt. "Wir haben heute einen Orange-Guava-Tabak ausgewählt", klärt uns der Ältere auf. "Da gibt es die verschiedensten Geschmacksrichtungen, von Apfel- über Vanille- bis hin zum Eistabak, der beim Rauchen kühlt und im Sommer erfrischt."

Oben drauf wird die Kohle angezündet. Dadurch erwärmt sich der Tabak und wandelt sich in Rauch um. Das Wasser kühlt den Rauch ab und filtert ihn, erfahren wir von den "Experten".

Neben dem Tabak gibt es auch Rauchpasten oder -steine, die in Feuchtigkeit eingelegt sind und kein Nikotin, Teer oder sonstige Zusatzstoffe enthalten, versichern uns beide.

Sonst kann man diesem Zeitvertreib in Bayreuth nachgehen, wo es jede Menge Sisha-Bars gebe, erfahren wir noch. Heute würden sie halt das schöne Wetter zum Aufenthalt am See nutzen. Was den beiden noch wichtig ist: "Wir wollen da nicht in irgend eine falsche Schiene geschoben werden. Wir gehen verantwortungsvoll damit um."

Übrigens: Eine Sisha-Session dauert im Schnitt 20 bis 80 Minuten. Die Weltgesundheitsorganisation warnt jedoch davor, das Rauchen von Wasserpfeifen zu verharmlosen.
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