Sie sind gekommen, um in die Geheimnisse der kulinarischen Kombination von Bier und Speisen einzutauchen, sich inspirieren zu lassen, einen Abend in ungewohnter Atmosphäre zu verbringen. Jeder einzelne Gast wird schon am Eingang zum Ratskeller vom Diplom-Biersommelier ThomasVogel persönlich begrüßt. Es herrscht eine erwartungsvolle Stimmung, das Gastzimmer ist schön in den fränkischen Farben Rot-Weiß dekoriert, und die Menükarte regt schon beim Durchlesen die Geschmacksnerven stark an.
Doch bevor der erste Schluck die Kehle hinunterrinnt, der erste Bissen genussvoll der Zunge schmeichelt, lässt der Mann aus der Grafschaft Bentheim wie bei einer Wein-Degustation in den Gerstensaft hineinriechen, die Farbnuancen und die Aromen erraten - leicht nussig oder typisch pilsig -, stellt die speziellen Gläser für den Trunk vor, dazu der Duft von Malz und Hopfen. Gerstenkörner liegen auf den Tischen.

Labung für Körper und Geist


Das 1. Schübel-Bierkulinarium ist eine Labung für Körper und Geist gleichermaßen. Bereits nach kurzer Zeit möchte man ins Philosophieren kommen, nichts von dumpfer Hockermentalität ist zu spüren, sondern von der gewissen Leichtigkeit der Wirkung fränkischer Biere, die verbunden mit dem guten Essen beflügelt und zu späterer Stunde Heiterkeit und Lachen durch das Gasthaus schweben lassen.
Jeder der fünf Gänge wird mit der Stammtischglocke angekündigt, im Sommelierglas das "Schübel Pils", serviert mit einer Hopfenblüte, als Aperitif serviert. Der Blattsalat ist mit Malzschrot an Weißbier-Malz-Essigsoße angereichert, das Pilzbaguette "Florian" schafft die Verbindung zum Florian-Bier - wieder so ein Geheimnis der ideeenreichen Privatbrauerei Schübel. Und dann das Hauptgericht von Schweinekamm in der Jubiläumsbiermarinade - die Braustätte feierte erst kürzlich ihr 140-jähriges Jubiläum - mit Semmelknödel und Malz-Möhrengemüse. Das Dessert, ein "Bieramisu", verzückt in seiner Köstlichkeit, der Digestiv "Schübel Bierbrand" setzt den kulinarischen Schlusspunkt. "Himmlisch, ein Traum, prima, wir Franken wissen, was gut ist",tönt es durch die Gaststätte. Mit "a Fränkisch" wird sich zugeprostet, angestoßen. Die Genussregion Oberfranken spricht eine deutliche Sprache.

Herz, was willst du mehr?


Und Chefkoch Stefan Reuther mit Sascha Krüger strahlen über das ganze Gesicht, sonnen sich im Beifall. Die Bierfreunde sind wissbegierig, immer wieder muss der gleichzeitige Bierkabarettist Vogel ins Detail gehen, die Zusammenhänge der Geschmacksrichtungen erklären. "Bier ist das Getränk auf der ganzen Welt mit den meisten Inhaltsstoffen, nämlich etwa 8000, und bietet damit die größte Aromenvielfalt". Zu jedem Gericht das passende Bier - Herz, was willst du mehr?
Auch Günther Heiß schwärmt vom "Bierseminar": Er habe viel Neues erfahren, obwohl er sich in der Bierkultur auskenne. Der Einheimische, der die Genussregion Oberfranken schon optisch verkörpert, sagte zum Finale spontan: "Ich bin als Stanicher stolz auf die Schübel-Brautradition in unserer Stadt". Ein schöneres Kompliment hätte er dem Familienbetrieb nicht machen können.