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Trebgast
Konzert

Frankensima und seine Freunde feierten in Trebgast

Philipp Simon Goletz hat auf der Trebgaster Naturbühne mit Musikerkollegen gespielt. Offiziell war es sein 20. Bühnenjubiläum.
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"20 Jahre Frankensima" feierten um Philipp Simon Goletz auf der Trebgaster Naturbühne Wulli Wullschläger und Sonja Tonn, "Dududu" und "Die Frankorigines" mit einem phänomenalen Konzert. Foto: Klaus Klaschka
"20 Jahre Frankensima" feierten um Philipp Simon Goletz auf der Trebgaster Naturbühne Wulli Wullschläger und Sonja Tonn, "Dududu" und "Die Frankorigines" mit einem phänomenalen Konzert. Foto: Klaus Klaschka
Trebgast"20 Jahre Frankensima" hat er jetzt gefeiert. Sein Unwesen treibt Philipp Simon Goletz auf den musikalischen Bühnen aber schon mindestens zehn Jahre länger. Normalerweise ohne Playback und andere elektronische Hinterhältigkeiten.

"Höchstens a Lautsprecherla" im Wirtshaus, erklärt er und startet mit einem Knopfdruck das große Orchester im Hintergrund zum Hymnus übers "Kulmbacher Land" zusammen mit seinem Sohn Andreas. Der Rest der Jubiläumsfeier am Sonntagabend auf der Trebgaster Naturbühne bleibt handgemacht.

Nicht gefeiert wird aber der Frankensima, sondern die internationale Musik aus fränkischer Perspektive: "Frankensima und Freunde". Und die Freunde haben's in sich.

Ihnen ist Goletz in all den Jahren auf seinem Weg durch die Säle und Wirtshäuser begegnet. Obwohl es recht aufwändig ist, aus dem Frankenwald raus in die Welt zu kommen.

Deshalb lautet sein Fazit: "Wer nett hie muss, soll daham bleim." Erst einmal zwei Stunden hat er in Presseck auf den Bus gewartet; der hat dann eine Stunde "auf Kulmbach gebraucht", wo er noch einmal auf den Pendolino nach Lichtenfels gewartet hat - dabei hat er doch so dringend "gemusst". Von Lichtenfels ging's dann bis Würzburg, von dort mit dem Intercity nach Paris. Und dann das gleiche wieder zurück. Deshalb bleibt ihm die Erinnerung, "Paris is halt aweng abg'lehng."

So bleibt der Frankensima trotz aller Globalisierung lieber im "Stone after valley", dem Stein-nach-Tal, und bei der "Bread sausauge", der Brot-Worscht und holt sich seine Spitzenmusiker hierher.


Der beste Gitarrist

Da waren gleich zu Beginn Wulli Wullschläger und Sonja Tonn. "Wulli, der beste Gitarrist Deutschlands, wenn nicht überhaupt", kündigte ihn Goletz an. Tatsächlich: Über ihn würde ein Musikkritiker etwas von "perfekter Instrumentalbeherrschung bis hin zu schnellen Läufen ins Flageolett" schreiben. Was der Erlanger mit seiner Gitarre zaubert, bringt selbst den zurückhaltendsten Franken nur noch zum "Glotzen und Staunen." Und Sonja Tonn aus Nürnberg-Almoshof, eigentlich ein übriggebliebenes Dörfla zwischen Volkspark und Flughafen: Janis Joplin lebt! Sie hat sich nur ins Knoblauchsland verkrochen und kommt noch ab und zu raus; nach Trebgast zum Beispiel.

Ganz anders das Trio "Dududu." A capella auf Fränkisch: ohne Kapell'n, also nur Gesang. Und was für einer, obwohl sie an sich nur Kinderlieder bringen, "Der Kuckuck und der Esel" zum Beispiel, aber als eng gesetzten Kanon oder auch "Du Depp" von Haindling. Allesamt raffinierte Arrangements für die drei Stimmen von Monika Kober, Andrea Bibel und Siggi Michl.

Und schließlich "Die Frankorigines", die Eingeborenen aus Franken. Die neue Band um den Schlagzeuger Harry Tröger aus Münchberg mit Jonny Pechstein an Gitarre und Tasteninstrumenten, Ralf Wunschelmeier mit ganz virtuoser Gitarre und Gerd Roßner am ideal ausgesteuerten Bass - da brummt und rumpelt einem nichts in genervte Ohren. Sie bringen Rockklassiker mit eigenen, natürlich fränkischen, Texten - und das als Swing.


Leicht präsentiert

Musik, die leicht daher kommt, und der man die viele Arbeit vorher bis zum perfekten Ensembleklang überhaupt nicht anmerkt, denn man ist zuallererst mit den Texten beschäftigt. Protestsongs? Eher Aufreger über alles Mögliche, zum Beispiel darüber, dass alle bloß wie die Blöden Auto fahren, nur man selber nicht. Witzig, aber eigentlich aus dem wahren Leben gegriffen.

Zum Abschluss gab es dann noch einen Klassiker zu hören: "I Wanna Go Home" von Van Morrison, gesungen und gespielt von allen zusammen. "Das Konzert hätten 5000 Leute hören sollen," lautete das Fazit von Goletz am Ende.

Damit hatte er recht, nur: So viele hätten halt auf der Trebgaster Naturbühne keinen Platz gefunden.

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