Kulmbach
Glosse

Fördertopf: Braucht man so ein Brainstorming?

Was muss man als Gemeinde nicht alles für Handstände machen, um an Fördergelder zu gelangen? Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept heißt das Zauberwort, das Türen öffnen soll.
Artikel drucken Artikel einbetten
Kommunen müssen Handstände machen, um an Fördergelder zu gelangen. Symbolbild: dpa
Kommunen müssen Handstände machen, um an Fördergelder zu gelangen. Symbolbild: dpa
Kasendorf und Wonsees sind zwei Gemeinden, die sich momentan den Kopf darüber zerbrechen, wie ihre Zukunft aussehen kann. Um an Gelder heranzukommen, muss ein Planungsbüro eingeschaltet werden, das den Kommunen helfen soll, aus Ideen Ziele zu entwickeln. Von den Stadtplanern werden die nach dem "Brainstorming" so zusammengefasst: Schaffung adäquater und bedarfsgerechter Wohnangebote im Miet- und Eigentumssektor; Sicherung, Ausbau und Vermarktung des Fundus Unternehmensstandort; Sicherung der Landwirtschaft als historisch bedeutsame Wirtschaftsform und prägenden Ortsbildfaktor; Anpassung an die Prozesse und Auswirkungen des demografischen Wandels ...

"Wow!!!", denke ich mir - und frage mich, warum man Stunden braucht, um Ziele zu deklarieren, die nicht nur Wonsees und Kasendorf, sondern alle Landkreis-Kommunen haben.
Dass die Bevölkerungsentwicklung, der Wohnungsbau und die Wirtschaft drängende Probleme sind, das hätten die Stadtplaner wohl auch beim Gespräch mit dem Bürgermeister oder am Stammtisch erfahren.

Na hoffen wir mal, dass nach den 2016 anvisierten Leitprojekt-Werkstätten nicht nur Phrasen herauskommen, sondern Geld fließt. Das brauchen die Kommunen vor allem, um die Leerstände "Schwarzes Ross" (Kasendorf) und Schule (Wonsees) einer sinnvolle Nutzung zuzuführen. Das hat das Planungsbüro zumindest schon erkannt.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren