Thurnau
Windparks

Flächennutzungsplan zum elften Mal geändert

Der Flächennutzungsplan für die Windparks bei Thurnau geht in die nächste Runde. Mit jeweils drei Gegenstimmen fasste der Gemeinderat den Billigungs- und Auslegungsbeschluss für die elfte Änderung der "Konzentrationszonen Windenergie" und für den qualifizierten Bebauungsplan "Windpark Alladorf".
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Je fünf Windräder sind im Windpark Kleetzhöfe und Alladorf geplant. Lochau ist als Vorrangfläche ausgewiesen. Foto: Grafik/Archiv
Je fünf Windräder sind im Windpark Kleetzhöfe und Alladorf geplant. Lochau ist als Vorrangfläche ausgewiesen. Foto: Grafik/Archiv
Der Bebauungsplan Windpark Kleetzhöfe wurde bei fünf Gegenstimmen befürwortet.

Zwei Investoren wollen die Anlagen im Gebiet der Marktgemeinde errichten. Deshalb wurden der Flächennutzungsplan geändert, Vorranggebiete ausgewiesen und ein Bebauungsplanverfahren angestrengt. Schon seit gut zwei Jahren wird geplant. Zwischendurch regte sich auch Widerstand. Inzwischen hat der Regionalplan Rechtskraft erlangt. Bei den Planungen wurden noch kleine Änderungen vorgenommen.

So sind die Zufahrten zum Windpark Alladorf geändert worden, die Sockelbaufläche für die Windräder wurde erweitert, und auch der Korridor, in dem die Windräder gebaut werden sollen, wurde größer gefasst.
Außerdem regte der Planer an, "vorausschauende für die Zukunft" die zugelassene Höhe von 207 auf 215 Meter zu erhöhen.

Auch für den Bereich Kleetzhöfe wurden die Detailplanungen überarbeitet - in der selben Weise wie für Alladorf. Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) bemängelte allerdings die Stellung der Windräder im Bereich des Weiler.

"Nur wirtschaftliche Interessen"

Für Diskussionen sorgte der Vorschlag, die Höhe "anzupassen". "Wir sollten die Höhe so belassen", sagte Jürgen Kieslich (CSU), der dabei von Veit Pöhlmann (FDP) unterstützt wurde: "Ich glaube nicht, dass der Grund für die Änderung der Höhe wirklich der ist, dass man die Anlage für die Gegebenheiten in 20 Jahren ausrichten will. Es gibt doch bestimmt verschiedene Konzepte." Pöhlmann störte sich auch daran, "dass immer nur wirtschaftliche Interessen im Mittelpunkt stehen". Dabei spielte er auf die Tatsache an, dass die Rotorblätter eines Windrads das angrenzende Landschaftsschutzgebiet streifen und dass dies genehmigt werden soll.
Eine Änderung der Windrad-Standorte, argumentierte der Planer, sei nicht optimal, weil sich die Räder dann gegenseitig den Wind wegnehmen würden.

Pöhlmann konnte sich auch eine Bemerkung zur ungleichen Verteilung der Windräder in Bayern nicht verkneifen: "Sobald man den Weißwurstäquator überschreitet, gibt es keine Windräder mehr. Die Konzentration von drei Standorten hier ist landschaftszerstörerisch."

"Wir werden die Energiewende hier in Thurnau nicht aufhalten, aber wir sollten die bisherige Höhe belassen", sagte auch Klaus Förster (FW). Auch Detlef Zenk, ein ausgesprochener Befürworter der Windkraft, zeigte sich skeptisch für den Bereich Kleetzhöfe. "Das wäre verträglich, wenn die hintere Reihe wegfallen würde. Das vordere Windrad ist eine Katastrophe", nahm er kein Blatt vor den Mund und votierte deshalb nur für den Windpark Alladorf.

Allein Reinhold Förtsch (CSU) konnte sich mit der "Höhenanpassung" anfreunden. "Diesen Unterschied sieht doch keiner", sagte er.

Die modifizierten Planungen werden nun erneut ausgelegt.

"Die Windparks waren die Chance, dass die Gemeinde einen Anteil daran hat, vom Atommist wegzukommen", sagte Dietmar Hofmann (SPD/OL). "Wir haben bewusst das Instrument des Bebauungsplans gewählt. Aber die Bürger sollen auch die Möglichkeit haben, sich zu beteiligen. Noch vor Weihnachten wird die Bürgerwindpark-Genossenschaft eine Infoveranstaltung durchführen", kündigte er an.

Das Verfahren geht jetzt weiter, die Planung wird erneut einen Monat ausgelegt. Die Bürger können erneut dazu Stellung nehmen. Dann steht der Feststellungsbeschluss an, und sobald dieser in Kraft ist, kann der Windkpark gebaut werden.

Bauvorhaben befürwortet

Keine Einwände hatten die Marktgemeinderäte gegen das geplante Bauvorhaben von Heike Leupold in Eichenbühl. Mit nur einer Gegenstimme wurden die beantragten isolierten Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans "Eichenbühl" gewährt. Heike Leupold will einen Geräteschuppen und eine Stützmauer errichten.

Nachträglich grünes Licht gab das Gremium Bürgermeister Martin Bernreuther für die Sanierung der Ortsstraße Hörlinreuth im Zuge der Kanal- und Wasserbauarbeiten. Die Bausumme von 30 606,94 Euro wurde eingehalten, so Bernreuther.

Erwin Schneider (FW-ÜWG) merkte an, dass Grenzsteine fehlen würden. "Dies wird überprüft", versicherte Bernreuther.
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