Trebgast
Haushalt

Feulner Brücke reißt Loch in die Gemeindekasse Trebgast

Die Sanierung der Feulner Brücke kostet fast 100.000 Euro. Der Trebgaster Gemeinderat verabschiedete den Haushalt 2015 trotzdem ohne neue Schulden. Der Vermögenshaushalt steigt um 29 Prozent. Ein Griff in die Rücklage war nötig.
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Die derzeitige Sanierung der Feulner Brücke durch die Firma ROH-Bau reißt ein großes Loch in die Trebgaster Gemeindekasse. Foto: Dieter Hübner
Die derzeitige Sanierung der Feulner Brücke durch die Firma ROH-Bau reißt ein großes Loch in die Trebgaster Gemeindekasse. Foto: Dieter Hübner
"Die Gemeinde ist sich ihrer Linie treu geblieben. Wir können bestimmen, was bei uns geschieht." Bürgermeister Werner Diersch (SPD-WG) war mit dem Haushalt, der in zwei Sitzungen vorbereitet wurde, zufrieden. "Obwohl einige Beträge im Vermögenshaushalt schon eine Herausforderung waren, vor allem diejenigen, die man hinterher nicht mehr sieht, weil wir das Geld praktisch unter der Erde verbuddeln", sagte der Bürgermeister. Bei den Investitionen in die Zukunft, die wichtig seien für die Infrastruktur, sei man nach dem Motto "Klasse vor Masse" verfahren. Wichtig war allen, dass keine neuen Schulden aufgenommen werden müssen und der Haushalt keiner aufsichtsbehördlichen Genehmigung bedarf.

Freilich war für die Finanzierung des halben Vermögenshaushalts schon ein Griff in die Rücklagen notwendig. "Aber dazu sind sie ja auch da", rechtfertigte der Bürgermeister diese Handhabung. Man dürfe dabei nicht vergessen, dass man in den letzten zehn Jahren die Schulden halbiert habe. "Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 697 Euro am Jahresende liegen wir mittlerweile im Landes-, und um einiges unter dem Landkreisdurchschnitt."
Auch bei den Hebesätzen für die Grund- und Gewerbesteuer bewege man sich im Vergleich zu den entsprechenden Kennzahlen im Land und im Landkreis an der unteren Schwelle. "Die positive und erfreuliche Entwicklung des Haushalts führt natürlich auf der anderen Seite zu dem negativen Aspekt, dass die Schlüsselzuweisungen geringer ausfallen und unsere Kreisumlage trotz Senkung des Hebesatzes steigt."

Der neue Kämmerer Christopher Schröder erläuterte "seinen" ersten Haushalt im Detail. Das Gesamtvolumen steigt um 240 900 Euro auf 3 409 800 Euro, das ist ein Plus von 7,6 Prozent. Der Anteil des Verwaltungshaushalts beträgt 2 291 000 Euro (minus 0,55 Prozent). Der Vermögenshaushalt erhöht sich auf 1 118 800 Euro (plus 29,3 Prozent).

Die größten Einzelposten bei den Einnahmen sind der Anteil an der Einkommensteuer (833 800 Euro), die Schlüsselzuweisungen (448 800 Euro), die Investitionszuweisungen (437 600 Euro), die Wasser- und Kanalgebühren (252 700 Euro), die Grundsteuer (115 600 Euro) und die Gewerbesteuer (75 200 Euro). Bei den Ausgaben schlagen die Kreisumlage (587 400 Euro), die Personalkosten (263 900 Euro), der Betriebskostenzuschuss für die Kindertagesstätte (225 000 Euro), die VG-Umlage (223 100 Euro) und die Umlage für die Schulverbände (106 300 Euro) zu Buche.

Für einen großen Teil der Baumaßnahmen im Vermögenshaushalt müssen die Rücklagen in Anspruch genommen werden. Der Investitionsplan sieht Ausgaben für die Sanierung des Kanals in Waizendorf, den Breitbandausbau in Trebgast, Lindau und Feuln, die Dorferneuerung Lindau, das ILE-Konzept und den Badesee vor.
Einmalige Kosten entstehen für die Erstellung eines Kanal- und Wasserkatasters (47 000 Euro), eine Druckprüfung der gemeinsamen Abwasserleitung (20 000 Euro) und die Befahrung der Abwasserkanäle (15 000 Euro).

Die Brückenmaßnahmen in Feuln und an der ehemaligen Mühle verschlingen 100 000 Euro, für den Straßenunterhalt sind 40 000 Euro vorgesehen. Diese Ausgaben belasten den Verwaltungshaushalt maßgeblich, so dass die Pflichtzuführung zum Vermögensetat gerade noch erreicht wird und die freie Finanzspanne niedriger als in den Vorjahren ausfällt. Für die nächsten Jahre prognostiziert der Kämmerer hier aber wieder steigende Beträge. Trotzdem hält er es weiterhin für notwendig, die gemeindlichen Anlagen im Rahmen der Haushaltsgrundsätze auf Sparsam- und Wirtschaftlichkeit zu überprüfen.

Offensichtlich waren alle mit dieser Vorlage glücklich und zufrieden, denn eine Diskussion darüber kam nicht auf. Für die SPD-WG brachte es stellvertretender Bürgermeister Albert Kolb auf den Punkt: "Es wird zwar immer enger. Aber es geht uns noch relativ gut."

Herwig Neumann (CSU/NWG) ergänzte: Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Vor dem Hintergrund eventuell anstehender Gebührenerhöhungen im Abwasserbereich war es uns wichtig, die Grundsteuer nicht zu erhöhen."

Mit der Hoffnung auf bessere Zahlen im Verwaltungshaushalt des nächsten Jahres wurden der Haushaltsplan 2015 sowie die Finanzplanung und das Investitionsprogramm bis 2018 einstimmig verabschiedet.


Der Trebgaster Haushalt in Zahlen

Gesamtvolumen 3 409 800 Euro

Verwaltungshaushalt
2 291 000 Euro

Einnahmen Grundsteuer A/B 115 600 Euro, Gewerbesteuer 75 200 Euro, Schlüsselzuweisungen 448 800 Euro, Einkommensteuer-Beteiligung 833 800.

Ausgaben Kreisumlage 587 400 Euro, Betriebskosten-Zuschuss für Kindertagesstätte 225 000 Euro, Personalkosten 263 900 Euro, Umlage Schulverbände 106 300 Euro.

Vermögenshaushalt 1 118 800 Euro

Einnahmen Investitionszuweisungen 437 800 Euro, Entnahme Rücklagen 522 200 Euro, Zuführung vom VW-HH 94 500 Euro.

Ausgaben DSL-Anschluss 300 000 Euro, Kanalsanierung 210 000 Euro, Dorferneuerung Lindau 87 000 Euro, ILE-Konzept 50 000 Euro, Badesee 35 000 Euro, Tilgung 94 500 Euro.

Schuldenstand zum 31. Dezember 2015: 1 117 558 Euro, Pro-Kopf-Verschuldung 697 Euro, Freie Finanzspanne 134 800 Euro.
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