Unterzaubach
Natur

Feldversuch in Unterzaubach: Biene sucht Bauer

Einen Probelauf der geplanten Aktion "Biene sucht Bauer" hat der Vorsitzende der Bayerischen Jungbauernschaft, Martin Baumgärtner, gestartet.
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Fleißig sammeln die drei Bienenvölker von Heinrich Witzgall den Nektar vom Rapsfeld des Landwirtes Martin Baumgärtner. Unser Bild zeigt am Rapsfeld im Bergfeld oberhalb von Unterzaubach (von links) Imker Heinrich Witzgall, Landwirt Martin Baumgärtner, Altimker Roland Blüchel und BBV-Ortsobmann Winfried Baumgärtner.  Foto: Klaus-Peter Wulf
Fleißig sammeln die drei Bienenvölker von Heinrich Witzgall den Nektar vom Rapsfeld des Landwirtes Martin Baumgärtner. Unser Bild zeigt am Rapsfeld im Bergfeld oberhalb von Unterzaubach (von links) Imker Heinrich Witzgall, Landwirt Martin Baumgärtner, Altimker Roland Blüchel und BBV-Ortsobmann Winfried Baumgärtner. Foto: Klaus-Peter Wulf
Es ist vorgesehen, diese Aktion landes- oder bundesweit in der Landwirtschaft und Winzerbetrieben durchzuführen. "Es ist eine Win-win-Situation. Die Bestäubung wird für den Raps gebraucht, und ich werde durch die Zusammenarbeit mit dem ebenfalls örtlich ansässigen Imker Heinrich Witzgall einen höheren Ertrag haben", sagte Baumgärtner optimistisch. Denn Witzgall hat drei seiner Bienenvölker direkt am Rapsfeld von Martin Baumgärtner aufgestellt.


Deutlich kürzere Wege

"Dadurch haben meine Bienen einen deutlich kürzeren Anflugweg zu den Rapsblüten", freut sich Heinrich Witzgall über den gegenseitigen Nutzen und wird heuer entsprechend mehr Rapshonig anbieten können.

Martin Baumgärtner und Heinrich Witzgall zeigten sich zusammen mit dem Zaubacher Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Winfried Baumgärtner, und Alt-Imker Roland Blüchel gegenüber unserem Portal optimistisch, dass die Aktion im kommenden Jahr bayernweit oder gar bundesweit laufen wird.

Gedacht ist auch daran, die Winzer mit einzubeziehen. Landwirtschaft und Imkerei gehören zusammen, darüber sind sich beide Zaubacher einig. Auf der einen Seite sind sie als Bestäuber auf Feldern, Weinhängen und Obstwiesen nötig, auf der anderen Seite finden sie dort ihre wichtige Futtergrundlage.

Martin Baumgärtner wies noch darauf hin, dass entsprechende Informationstafeln zur Aufklärung der Bevölkerung in Vorbereitung sind, damit das Verständnis sowohl für die Bauern als auch für Bienenzüchter steigt.

Heinrich Witzgall, der zwölf Völker mit je 80 000 Bienen hat, nannte in diesem Zusammenhang erstaunliche Zahlen: Für ein Kilogramm Honig sind drei Kilogramm Nektar nötig. Für diese Menge sind rund 100 000 Ausflüge erforderlich, bei denen die Biene etwa 14 Millionen Blüten besuchen. Die Tagesleistung eines Bienenvolkes mit circa 50 000 Arbeiterinnen beträgt etwa drei bis fünf Kilogramm Nektar.

Eine einzige Trachtbiene - sie wiegt 0,1 Gramm - befliegt dazu 300 Blüten am Tag. Zurück legt sie dabei rund 85 Kilometer mit einer Geschwindigkeit von sechs bis acht Metern in der Sekunde.


100 000 Imker in Deutschland

Deutschlandweit gibt es etwa 100 000 Imker mit ungefähr 700 000 Bienenvölkern. Durchschnittlich bewirtschaftet ein Imker sieben bis acht Völker. Der erzeugte Honig wird überwiegend selbst vermarktet.

Die Zahl der Völker ging in den vergangenen Jahren aber zurück. So gab es in den Neunzigern noch etwa eine Million Bienenvölker.

Zwar steigt die Zahl der Neu- oder Jungimker erfreulicherweise wieder an, doch durch die nach Europa eingeschleppte Varroa-Milbe - ein Parasit der Honigbiene - wird in den Völkern ein erheblicher Schaden angerichtet. Die Bekämpfung der Varroa-Milbe ist allerdings aufwendig und nicht immer erfolgreich.
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