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Neuenmarkt
Sturm aufs Rathaus

Faschingsfreunde übernahmen die Macht

Mit einem dreifachen "Neiermark Helau - Faschingsfreunde Helau - Neiermark Helau" hieß Bürgermeister Siegfried Decker (NG) die Faschingsmafia am Dienstagabend pünktlich um 19.11 Uhr zum "Sturm aufs Rathaus" willkommen.
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Ohne große Gegenwehr übergab Bürgermeister Siegfried Decker den Rathausschlüssel an die Neuenmarkter Faschingsfreunde.  Foto: Werner Reißaus
Ohne große Gegenwehr übergab Bürgermeister Siegfried Decker den Rathausschlüssel an die Neuenmarkter Faschingsfreunde. Foto: Werner Reißaus
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Die Narren staunten nicht schlecht, dass sich das Gemeindeoberhaupt heuer gleich mit sechs Gemeinderäten Verstärkung geholt hatte. Für die Faschingsfreunde, die das Motto "Make Love - not War" ausriefen, war in diesem Jahr vieles ungewiss. Noch am vergangenen Freitag war keiner der drei Bürgermeister "greifbar", um den "Sturm" wenigstens einigermaßen planen zu können. Die Gemeinde war gewissermaßen ohne Führung, weshalb man die Eroberung des Rathauses schon verschieben wollte. Doch es ging in letzter Minute alles gut. Bürgermeister Decker kam rechtzeitig von seinem Amerika-Trip zurück.

Gleich zu Beginn des Rathaussturms wurde er philosophisch: "Nachdem Gott die Welt erschaffen hatte, schuf er Mann und Frau. Um das Ganze vor dem Untergang zu bewahren, erfand er den Humor. Und für den Humor sind bei uns weniger der Bürgermeister und die Gemeinderäte zuständig, sondern unsere Faschingsfreunde mit ihrem Obernarren an der Spitze - und das seit über 30 Jahren."

"Garanten des Frohsinns"

Decker freute sich, dass die Faschingsfreunde die Garanten des Frohsinns und Träger des Neuenmarkter Faschings sind, der die Gemeinde als Hochburg im Kulmbacher Land bekannt gemacht habe. "Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die sich jedes Jahr aufs Neue auf die beiden Prunksitzungen freuen. Ihr bereitet eure Auftritte mit viel Engagement vor, und die meisten Besucher machen sich keine Gedanken, welch harte Arbeit und wie viel Zeit und Mühen hinter den Vorbereitungen stecken", würdigte Decker die Leistungen der Mitglieder. Er forderte sie dazu auf, in ihrem Engagement nicht nachzulassen: "Zeigen wir wieder gemeinsam, dass unsere Faschingsfreunde echte Stimmungskanonen sind. Leute, die die hohe Kunst des Frohsinns verinnerlicht haben."

Decker übergab dann ohne große Gegenwehr einen "Generalschlüssel": "Der sperrt nicht nur das Rathaus und den Sitzungssaal, sondern auch den Gemeindesaal, der bis zum Aschermittwoch Tempel für den Frohsinn und den Fasching ist."

Während es dem Bürgermeister bislang immer recht schwer gefallen war, auch die Gemeindekasse aus der Hand zu geben, war es dieses Jahr anders: "Sie war immer recht gut gefüllt, aber das Bargeld hat heuer das Hochwasser weggeschwemmt."

Im Sinne Günther Zischkas

"Obernarr" Werner Reißaus widmete dem kürzlich verstorbenen Faschingsfreund Günther Zischka ein stilles Gedenken. Noch wenige Tage vor seinem Tod sei man zusammengesessen und habe überlegt, ob man den Fasching ein Jahr ruhen lassen sollte. Reißaus: "Seine Worte waren damals: Macht weiter, sonst ist es vorbei! Das hat auch motiviert, in seinem Sinne weiterzuarbeiten. Und das machen wir auch."

Reißaus gab noch die Termine der beiden Großveranstaltungen bekannt, die in dieser Session am 31. Januar und am 7. Februar 2015 im Gemeindesaal stattfinden. Neu ist in dieser Saison der Musiker. Hier löst Markus Bittermann Alleinunterhalter Ralf Marlok ab.

Jürgen Peter gewährte noch einen kurzen Einblick in seinen Beitrag "Ein Gemeinderat räumt auf" und präsentierte sich in seiner Paraderolle als Max Königsdorfer. Dabei nahm er auch die neue Gruppierung im Gemeinderat, die Neuenmarkter Gemeinschaft, ist Visier: "Nix Gscheits" oder alles "Neigscheite."

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