Glen Dimplex wartet mit jeder Menge Superlativen auf: Das neue Schulungs- und Kommunikationszentrum am Goldenen Feld ist in neunmonatiger Rekordbauzeit entstanden. Der irische Mutterkonzern, mit weltweit 10 000 Mitarbeitern und zwei Milliarden Euro Jahresumsatz der größte Hersteller von elektrisch betriebenen Heizsystemen, hat für das Forum 2,2 Millionen Euro locker gemacht. Bei den jährlich zirka 100 Seminaren werden über 1500 Teilnehmer aus der ganzen Welt in Kulmbach erwartet. Und so nebenbei nimmt das Unternehmen gleich noch die erste Elek trotankstelle der Stadt mit vier Zapfsäulen in Betrieb.

Im Glen-Dimplex-Forum werden Heizungsbauer, Fachplaner und Händler zu "Wärmepumpen-Profis" ausgebildet, erklärt Schulungsleiter Sven Staudt. Die Schulungen seien sehr praxisnah, "denn im Ausstellungsraum im Erdgeschoss werden Wärmepumpen und Lüftungsgeräte präsentiert, die auch tatsächlich der Klimatisierung sowie der Warmwasserbereitung und Lüftung des Gebäudes dienen". Sein Kollege Erich Erich Ramming, der schon seit 35 Jahren Schulungen in halb Europa leitet, betont: "Wir müssen den Unterschied zur klassischen Heiztechnik rüberbringen, denn der Heizungsbauer lernt in seiner Ausbildung sehr wenig über die Wärmepumpentechnik mit Luft- oder Erdwärme als Wärmequelle."


Kleine Anfänge mit sieben Mann


Geschäftsführer Uwe Horlacher von Glen Dimplex Deutschland hat zur Eröffnung des hochmodern ausgestatteten Gebäudes am Freitag die Irland-Flagge hissen lassen. Denn die Spitze des Mutterkonzerns aus Dublin ist nach Kulmbach gekommen: Firmengründer und Glen-Dimplex-Präsident Martin Naughton, der 1973 mit sieben Mitarbeitern klein angefangen hat, sowie Konzernvorstand Sean O'Driscoll, der daran erinnert, dass Glen Dimplex 1990 die Kulmbacher Firma KKW von Siemens übernommen hat.

O'Driscoll bezeichnet die Energiewende als "größte Herausforderung". Glen Dimplex stelle sich der Aufgabe und wolle auch die Chancen nutzen. So werde in Kulmbach bereits an der Zukunft gearbeitet: "Da die Sonne nicht immer scheint und der Wind nicht immer weht, forscht ein Team von Ingenieuren, wie man Energie speichern kann."


15 000 "irische" Arbeitsplätze


Der irische Botschafter Dan Mulhall nennt Glen Dimplex ein Musterbeispiel für deutsch-irische Wirtschaftsbeziehungen, von denen beide Länder profitieren. "Deutsche Firmen haben in Irland 10 000 Arbeitsplätze geschaffen. Irische Unternehmen haben 15 000 Mitarbeiter in Deutschland", so Mulhall.

Hocherfreut, dass sich der irische Mutterkonzern - wie die jetzige Investition zeigt - zum Standort Kulmbach bekennt, sind Oberbürgermeister Henry Schramm und Landrat Klaus Peter Söllner. "Wir sind stolz auf Glen Dimplex und dankbar für Ihre Freundschaft."