Kupferberg
Streit

Ex-Kupferberger will Geld von der Stadt sehen

Sascha Opel schickt seiner Heimatstadt die Kündigung des Darlehens. Jetzt positionieren sich die Stadtratsfraktionen.
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Sascha Opel fordert sein Geld von der Stadt Kupferberg zurück. Er hat das zinslose Darlehen per Einschreiben gekündigt. Foto: zest_marina - Fotolia
Sascha Opel fordert sein Geld von der Stadt Kupferberg zurück. Er hat das zinslose Darlehen per Einschreiben gekündigt. Foto: zest_marina - Fotolia
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Sascha Opel will Geld sehen: Er fordert per Einschreiben die Restsumme seines zinslosen Darlehens über 88.000 Euro von Kupferberg zurück. Das Geld, das er und seine Frau der Stadt im Januar 2010 zum Ausbau des schnellen Internets gewährt haben. "Wir sind damals aufgrund des finanziellen Engpasses der Stadt gerne als Darlehensgeber eingesprungen, um diese Finanzierungslücke schnell und unbürokratisch zu schließen", erklärt der Ex-Kupferberger, der seit Jahren in Bayreuth lebt.


Kein Vertrauen mehr

Aufgrund des Streits zwischen der Bäckerei Dumler und dem designierten Kupferberger Bürgermeister Alfred Kolenda (UKW), der bei der Wahl im Januar als Alleinkandidat antritt, hat Opel seine Meinung geändert. Er könne einer Stadt, die künftig von einem Bürgermeister geführt wird, der gegen "seine Gewerbetreibenden und Steuermelkkühe" klagt, kein Vertrauen mehr entgegenbringen. "Dafür sollte jeder Verständnis haben", meint Opel.

Kupferberg, so sagt er, brauche eine gewerbefreundliche Politik, um Standortnachteile auszugleichen. Alfred Kolenda habe sich bereits in der Vergangenheit als erklärter Gegner von Gewerbetreibenden erwiesen. Durch seine private Klage gefährde er Arbeitsplätze in Kupferberg, statt als künftiger Bürgermeister für deren Erhaltung zu kämpfen. Kupferberg drohe, in eine Abwärtsspirale zu kommen. Opel: "Dies widerspricht dem Geist des Darlehens."


"Wollen Darlehen nicht mehr"

Für die UKW liegt der Fall klar. "Wir wollen das Darlehen gar nicht mehr haben. Sascha Opels Verhalten ist nicht in Ordnung", sagt Fraktionsvorsitzender Werner Stapf und spricht von einer Hetzkampagne gegen Alfred Kolenda ("ein Glücksfall für Kupferberg"). Für die Stadt stelle es kein Problem dar, das Darlehen abzulösen. "Das können wir verkraften, wir wollen einen sauberen Schnitt machen." Stapf kritisiert, dass Opel seinen "Privatkrieg" mit Angelegenheiten der Stadt vermische. Es sei nicht die feine Art, sich einerseits als Mäzen und Förderer Kupferbergs darzustellen und andererseits seine Zusage zurückzuziehen.

In Kupferberg, so Stapf, werde die Angelegenheit differenziert gesehen. Die Leute seien an einer Lösung interessiert und hätten auch erkannt, dass Opels Facebook-Aktion nicht zur Befriedung beiträgt, sondern zur Eskalation. Die UKW bemühe sich um einen Kompromiss und habe mit Fritz Dumler bereits einen Gesprächstermin nach Weihnachten vereinbart.

"Niemand will die Bäckerei Dumler plattmachen, auch Alfred Kolenda nicht", versichert der Sprecher der UKW. Es gehe um Auflagen nach der TA Lärm, die eingehalten werden müssen. Hierfür sei auch nicht der Kupferberger Stadtrat zuständig, sondern das Landratsamt.


Vertrag prüfen

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Andreas Kaspar ist am Mittwoch über die Neuentwicklung noch nicht informiert. Aber der Jurist stellt fest, dass man anhand der Vertragsgrundlagen prüfen werde, ob Opels Kündigung begründet ist. "Wenn der Vertrag entsprechend gestaltet ist, bekommt er sein Geld zurück. Die Stadt Kupferberg wird sich rechtskonform und vertragskonform verhalten."

Zum Nachbarschaftsstreit und der Auseinandersetzung zwischen Dumler und Kolenda will sich die CSU - die den Bürgermeisterkandidaten Kolenda offiziell unterstützt - nicht äußern.


"Bringt uns nicht um"

"Es ist schade, dass Sascha Opel den Darlehensvertrag gekündigt hat. Denn nun müssen notwendige Investitionen zurückgestellt werden. Aber laut § 4 des Darlehensvertrags ist diese Kündigung rechtens und kann nicht angefochten werden", sagt SPD-Fraktionssprecher Volker Matysiak. Er schätzt, dass noch zirka 50.000 Euro offen sind. "Das bringt uns nicht um", meint er und will Opels Verhalten weiter nicht bewerten.

Allerdings erinnert sich der SPD-Stadtrat an das Jahr 2008 und eine Wahlkampfveranstaltung von Sascha Opels Vater Herbert, seinerzeit amtierender Bürgermeister und Kandidat für eine zweite Amtsperiode. Ohne den Namen des Geldgebers zu nennen, habe Herbert Opel damals erklärt, dass er eine Möglichkeit aufgetan hat, den DSL-Ausbau zu finanzieren. Matysiak selbst will daraus keine Schlussfolgerungen ziehen ...


Ein Wahlkampfgeschenk?

Aber der Zusammenhang scheint offensichtlich: Das Darlehen ist wohl nicht ganz uneigennützig gewesen, sondern eine Art Wahlkampfgeschenk des Sohnes an den Vater.
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