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Erfahrung

Emmi Zeulner hilft in der Tafel Kulmbach bei der Lebensmittelausgabe

Dass es bundesweit Tafeln gibt, in denen Lebensmittel an bedürftige Menschen verteilt werden, weiß Emmi Zeulner natürlich. Doch wie es ist, selbst einmal hinter der Ladentheke zu stehen, das erfuhr die Bundestagsabgeordnete am Dienstag.
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Prominenten Besuch hatten die Kulmbacher Tafel. Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner und Bürgermeister Frank Wilzok halfen den ehrenamtlichen Mitarbeitern bei der Lebensmittelausgabe. Foto: Sonja Adam
Prominenten Besuch hatten die Kulmbacher Tafel. Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner und Bürgermeister Frank Wilzok halfen den ehrenamtlichen Mitarbeitern bei der Lebensmittelausgabe. Foto: Sonja Adam
Unterstützt wurde sie von 3. Bürgermeister Frank Wilzok, der kräftig mit anpackte. Im Akkord gaben die beiden CSU-Politiker Wurst, Butter, Milch und frisches Gemüse aus. "Ich hatte bisher noch nie so richtig nah Kontakt zur Tafel. Der Andrang ist sehr groß", staunte Zeulner, als sie die riesige Schlange sah, die sich schon eine halbe Stunde vor der Öffnung vor dem Laden in der Blaich gebildet hatte.

Menschen aller Altersgruppen sind gekommen, manche zu Fuß, manche mit dem Bus, manche mit dem Auto. "Es ist wichtig, dass man den Menschen hilft. Das ist mir wirklich ein Anliegen", sagte Zeulner, band sich eine Schürze um und legte sich mächtig ins Zeug.

Rentner und Aufstocker

"Wenn ich die Mama dort mit den zwei Kindern sehe, dann muss ich schon schlucken", meinte Emmi Zeulner. Viele ältere Menschen, bei denen die Rente nicht zum Leben reicht, sind unter den Kunden. "Aber wir haben auch Aufstocker, die mit ihrer Arbeit so wenig verdienen, dass sie sich die Lebensmittel noch bei der Tafel holen müssen", erklärte Leiterin Elfriede Höhn.

"Aber was uns momentan Probleme macht, sind die Asylbewerber. Wir bekommen gar nicht so viele Lebensmittel, dass wir alle versorgen könnten", sagte Höhn und stellte acht neue Ausweise für Flüchtlinge aus Syrien aus. "Leider werden die Lebensmittelspenden immer weniger. Die großen Geschäfte kalkulieren anders. Es fällt nicht mehr so viel Überschuss an", bedauerte sie.

"Es ist schlimm, wenn Leute nicht von ihrer Arbeit leben können", pflichtete die Bundestagsabgeordnete bei. Zeulner zeigte sich aber auch überrascht, dass so viele Asylbewerber Lebensmittel bei der Tafel holen. "Aber ich muss sagen, die ehrenamtlichen Mitarbeiter tun ihr Möglichstes, dass man gerne in den Laden kommt, dass man sich wohl fühlt", lobte sie und versprach, ihre Eindrücke in Berlin zu thematisieren.

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